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FED Zinsentscheidungen: Ein "Wait-and-See-Ansatz"


11.06.24 09:45
La Française

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Es wird erwartet, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) auf seiner Juni-Sitzung seine Leitzinsen unverändert lässt, so François Rimeu, Senior Strategist bei La Française Systematic Asset Management.

Neue Wirtschaftsprojektionen dürften jedoch weniger Zinssenkungen im Laufe dieses Jahres signalisieren; mit zwei Senkungen um jeweils 25 Basispunkte (BP) würde der Leitzins bis zum Jahresende von 5,4% auf 4,9% sinken.

Die Erwartungen der Experten:

- Die Federal Reserve werde die Zinssätze in einem Zielbereich von 5,25% bis 5,50% belassen - unverändert seit Juli 2023.

- Der FED-Vorsitzende Powell werde bekräftigen, dass die FED mehr Vertrauen in eine nachlassende Inflation haben müsse, bevor sie mit einer Senkung des Leitzinses beginnen könne. Auch wenn die Inflationsdaten für April beruhigend seien, nachdem sie drei Monate in Folge mit Steigerungen überrascht hätten. Er werde betonen, dass der Ausschuss auch eine Senkung der Leitzinsen in Erwägung ziehen würde, sollte sich der Arbeitsmarkt abschwächen.

- Powell dürfte "vorsichtig optimistisch" bleiben, indem er bekräftige, dass die Inflation mittelfristig (bis 2026) in Richtung 2% sinken werde, da sich der Arbeitsmarkt neu einpendele und die Wirtschaftsdynamik angesichts der restriktiven Geldpolitik nachlasse.

- Er werde auch darauf hinweisen, dass die derzeitige Geldpolitik ausreichend restriktiv sei. Folglich werde Jerome Powell bekräftigen, dass weitere Erhöhungen des Leitzinses wahrscheinlich unnötig seien.

- Die neue "Zusammenfassung der Wirtschaftsprojektionen" (SEP) dürfte wie folgt aussehen:

a) Die Experten würden mit zwei Zinssenkungen (50 Basispunkte) in diesem Jahr rechnen, sodass der Median des Zielbereichs für den Leitzins bei 4,9% liege (gegenüber 4,6% im März-SEP), mit vier weiteren Zinssenkungen (100 Basispunkte) im nächsten Jahr. Dadurch würde der Leitzins bei 3,9% liegen. 2026 würden die Experten dann drei Zinssenkungen (75 Basispunkte) erwarten, wodurch der Leitzins auf 3,1% sinken würde. Die Erwartungen für den langfristigen Dot dürften unverändert bei 2,6% bleiben.

b) Die Wachstumsprognose werde den Prognosen vom März recht ähnlich sein.

c) Die Projektionen für die PCE-Kerninflation (persönliche Konsumausgaben ohne Nahrungsmittel und Energie) würden in diesem Jahr mit 2,8% um zwei Zehntel höher liegen und in den nächsten zwei Jahren weitgehend unverändert bleiben - 2025 bei 2,2% und 2026 bei dem von der FED angestrebten Wert von 2,0%.

d) Die Erwartungen für die Arbeitslosenquote könnten etwas nach oben korrigiert werden.

Insgesamt werde Jerome Powell bekräftigen, dass die FED solange warten werde, bis sich die Inflationsaussichten wieder nachhaltig dem 2%-Ziel nähern würden. Diese Sitzung könnte jedoch eine gewisse Volatilität mit sich bringen, da unklar sei, wie oft die FED die Zinsen in diesem Jahr senken werde, und da die VPI-Daten für Mai am selben Tag wie die FOMC-Ankündigungen veröffentlicht würden. (11.06.2024/alc/a/a)