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FED-Zinsentscheid: Grünes Licht für die FED - aber noch nicht grün genug


25.07.24 10:50
ETHENEA

Munsbach (www.anleihencheck.de) - Viele Marktteilnehmer schauen mit Spannung auf die FED-Sitzung am 31. Juli, so die Experten von ETHENEA.

Dr. Volker Schmidt, Portfoliomanager beim Fondshaus ETHENEA, erläutere, mit welchen Maßnahmen er rechne.

Bei der kommenden FED-Sitzung am 31. Juli würden die Experten weiterhin keine Zinssenkungen erwarten. Noch bis vor kurzem hätten sich fast alle FED-Mitglieder sehr vorsichtig über die Lockerung der Geldpolitik geäußert. Deshalb würden sie davon ausgehen, dass die US-Notenbanker weitere stabile Inflations- und Arbeitsmarktdaten sehen möchten, bevor sie mit Zinssenkungen anfangen würden. Das derzeitige 'grüne Licht' sei den Entscheidungsträgern noch nicht grün genug. Dennoch würde die Experten eine Reduzierung des Basiszinses nicht mehr überraschen, das liege an den beiden Mandaten der FED.

Grund Nummer eins - und bis vor kurzem auch das Hauptmandat der US-Notenbank - sei die Inflation in den USA, die einen klaren Abwärtstrend aufweise. Die jüngsten Daten des Verbrauchpreisindex CPI hätten eine Überraschung geliefert: Die Preise seien weniger stark gestiegen, als von den Marktteilnehmern erwartet worden sei. Selbst der FED-Vorsitzende Jerome Powell habe kürzlich in einem Interview angegeben, dass die FED 'mehr Vertrauen' in den Disinflationspfad gewonnen habe. Die Inflationsdaten der zurückliegenden drei Monate hätten sich verbessert und näherten sich den von der FED angestrebten 'guten Daten' an. Somit rücke auch eine erste Zinssenkung der FED näher, so Powell.

Grund Nummer zwei sei der US-Arbeitsmarkt - das zweite Mandat der FED. Dieser scheine sich derzeit kontrolliert zu verlangsamen, was ganz im Sinne der FED sei. Die Arbeitslosenquote steige sehr langsam auf mittlerweile 4,1 Prozent, nach einem Tiefstand von 3,4 Prozent vor knapp einem Jahr. Auch die anderen, weniger berücksichtigten Daten wie Lohnsteigerungen oder die Anzahl offener beziehungsweise neugeschaffener Stellen würden auf eine schrittweise Abkühlung hindeuten.

Grundsätzlich würden positive Schritte mit Blick auf beide Mandate der FED - Inflation und Arbeitsmarkt - für eine Lockerung der Geldpolitik sprechen. Dementsprechend seien die Experten der Ansicht, dass die erste Zinssenkung spätestens im September erfolgen werde. Dabei würden sich die Experten dem Marktkonsens anschließen und ebenfalls bis zu drei Zinssenkungen bis zum Jahresende erwarten. (25.07.2024/alc/a/a)