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FED-Sitzung: Wenig defensive Botschaft


01.08.19 10:30
State Street

Boston (www.anleihencheck.de) - Nach der jüngsten Sitzung des FED-Offenmarktausschusses (Federal Open Market Committee - FOMC) nehmen Lee Ferridge, Leiter Multi-Asset Strategy, Americas bei State Street Global Markets, und Antoine Lesné, Leiter Strategie und Marktforschung EMEA bei SPDR ETFs hierzu Stellung.

"Wie allgemein erwartet, hat der FED-Offenmarktausschuss die Zinsen zum ersten Mal seit 10 Jahren gesenkt," habe Ferridge gesagt. "Die dazugehörige Erklärung und die anschließende Pressekonferenz schienen jedoch darauf abzuzielen, die Erwartungen des Marktes, dass es in den nächsten 12 Monaten noch zu drei weiteren Senkungen kommen wird, dämpfen zu sollen. Die US-Notenbank FED zeigt sich über die jüngste Datenabschwächung in Teilen der Wirtschaft (wenn auch insbesondere nicht auf dem Arbeitsmarkt) und die anhaltend weichen Inflationsraten eindeutig besorgt. Während dies eher von Vernunftsgründen geprägt war, könnte der FED-Offenmarktausschuss nun abwarten wollen, ob die Befürchtungen über den Handelskrieg und die globale Konjunkturabschwächung sich bewahrheiten. Diese wenig defensive Botschaft dürfte zu einem Anstieg der Short-Rates und einer Abflachung der Zinskurve führen. Es ist weiter damit zu rechnen, dass der US-Dollar weiter an Fahrt gewinnt, während die Aktienmärkte die gesunkenen Aussichten auf weitere Zinserhöhungen kaum begrüßen dürften."

"Es hat nicht überrascht, dass die Federal Reserve die Zinsen nun zum ersten Mal seit mehr als 10 Jahren gesenkt hat," habe Lesné gesagt. "Während die Wirtschaftsdaten nachgelassen hatten, bleiben sie in den USA im Vergleich zum Rest der Welt weiterhin stabil. Obwohl es sich um eine vorbeugende Maßnahme handelt, könnte Inflation eine Illusion der Desinflation erzeugen, um sie mit zu rechtfertigen. Die US-Notenbank ist zweifelsohne besorgt über die Auswirkungen von Handelskriegen und den Verlust der globalen Dynamik, aber die begleitende Erklärung klang vielleicht nicht so defensiv, wie der Markt es sich gewünscht hätte. Nach einer gewissen Enttäuschung von Seiten der Europäischen Zentralbank letzte Woche ist nun die FED an der Reihe. Wir rechnen damit, dass sich der US-Dollar auch weiterhin gut verhält und die Anleiherenditen im vorderen bis mittleren Ende der Kurve möglicherweise zulegen werden. Wie werden die Aktienmärkte auf die Meldung reagieren? Die Reaktion wird unter Umständen nicht allzu angenehm sein, zumal die Überraschungen bei den Erträgen relativ gering sind und möglicherweise mehr Anpassungen nötig sind, um die Preise der Papiere nach oben zu treiben. Alternativ könnten Wechsel in Frage kommen, da sie immer noch eine ordentliche Rendite aufweisen und der FED-Offenmarktausschuss es nicht eilig hat, diese zu reduzieren." (01.08.2019/alc/a/a)