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FED-Sitzung mit Spannung erwartet


14.12.21 14:30
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Die Finanzakteure blicken in dieser Woche mit Hochspannung auf die Ergebnisse der letzten FED-Sitzung in diesem Jahr, welche am Mittwochabend verkündet werden, so die Analysten der National-Bank AG.

Nachdem FED-Chef Powell in jüngsten Kommentaren die Finanzwelt schon auf ein stärkeres "Tapering" verbal vorbereitet habe, fokussiere sich nunmehr die Anlegerschaft auf die Frage, wie schnell die US-Notenbank bereit sei, ihre Anleihenkäufe vollständig zurückzufahren. Die Erwartungshaltung diesbezüglich schwanke zwischen einer monatlichen Rückführung von 20 Mrd. bis 25 Mrd. USD, nachdem bislang von einer monatlichen Reduzierung um 15 Mrd. USD auszugehen sei. Ursächlich für diese zu erwartende Verschärfung sei die Einschätzung der FED, dass die momentan erhöhten Inflationsdaten persistenter seien, als dies bislang angenommen worden sei. Das Tempo der Rückführungen sei deshalb so entscheidend, weil diese als Vorbereitung für Zinserhöhungen im Neuen Jahr dienen würden.

Umso schneller die Anleihenkäufe beendet würden, desto eher könne und werde die FED mit einem neuen Zinserhöhungszyklus beginnen. Das sollte Anleger aber nicht allzu stark verunsichern: Trotz der zu erwartenden restriktiveren US-Geldpolitik werde das Zinsniveau weiterhin auf einem sehr moderaten Niveau verbleiben. Dies gelte für die USA, aber umso mehr für die Zinsen im Euroraum. Die hiesigen Leitzinsen würden noch lange auf dem momentanen "Nullerniveau" verbleiben. Einer Zinserhöhung im Euroraum stehe dessen signifikantes Nord-Süd Gefälle im Weg. Daher würden Zinserhöhungen noch lange kein Thema bei den turnusmäßigen EZB-Sitzungen sein, wie der, die am Donnerstag dieser Woche anstehe. Im Hinblick auf eine Reaktion der EZB auf die jüngst höheren Inflationsdaten sei jedoch zu erwarten, dass die EZB das Pandemie-Hilfsprogramm (PEPP) im März 2022 auslaufen lassen werde.

Die relative Attraktivität der Aktienanlage im Vergleich zu den nominalbasierten Anlageklassen sollte sich auch im Neuen Jahr als eine der wesentlichen Determinaten für die Fortführung des Aktienmarktaufschwungs der letzten Monate herausstellen. Die oftmals gestellte Frage "Wo soll ich denn mein Geld anlegen" werde weiterhin dazu führen, dass eine Fülle von Liquidität auf der Suche nach Werterhalt und/oder Renditechancen in die globalen Aktienmärkte fließen werde. Dies werde solange passieren, wie die Alternativanlagen zu den Aktienmärkten keine wertsichernden Alternativen darstellen würden. Bei Realrenditen deutlich im negativen Terrain liege diese Bedingung auf jeden Fall vor. Das Geldverdienen werde jedoch im Neuen Jahr voraussichtlich schwieriger werden, als über das gesamte Aktienjahr 2021 hinweg. Trotzdem: Interessante Anlagechancen, gerade auf dem Feld der sog. Zukunftsthemen (Künstliche Intelligenz, Erneuerbare Energien, Nachhaltigkeit, Gesundheitsbranche) würden auch für das Aktienjahr 2022 eine Fülle an renditeträchtigen Investments versprechen. (14.12.2021/alc/a/a)