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FED-Sitzung: FOMC wird wohl zügigere Temporeduzierung der Asset-Käufe ankündigen


14.12.21 12:00
La Française AM

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Wir gehen davon aus, dass der FOMC auf der nächsten Sitzung der Federal Reserve am 14. und 15. Dezember eine zügigere Temporeduzierung der Asset-Käufe ankündigen wird, die auf der November-Sitzung infolge des starken Wirtschaftswachstums (Arbeitsmarktangebot, Konsumwachstum) und dem verstärkten Inflationsdruck eingeleitet wurde, so François Rimeu, Senior Strategist, La Française AM.

Erwartungen:

Die US-Notenbank (FED) werde ankündigen, dass sie das Tempo des Tapering ab Mitte Januar 2022 auf monatlich 30 Mrd. US-Dollar verdoppeln werde (zuvor habe sie 15 Mrd. US-Dollar angekündigt). Dies würde bedeuten, dass die quantitative Lockerung im März 2022 (statt wie bisher im Juni 2022) auslaufe.

Folglich werde der Dot-Plot für die Leitzinsen frühere Zinserhöhungen zeigen: zwei Erhöhungen im nächsten Jahr (0,625%) und fünf weitere Erhöhungen bis 2024 (drei im Jahr 2023 auf 1,375% und zwei Erhöhungen im Jahr 2024 auf 1,875%). Der längerfristige Leitzins werde unverändert bei 2,5% liegen.

Die Stellungnahme der FED werde diese hawkischen Änderungen widerspiegeln. Nach den jüngsten Äußerungen des Vorsitzenden Powell werde die FED aufhören, die höhere Inflation als "vorübergehend" zu bezeichnen. Dennoch werde Powell weiterhin darauf hinweisen, dass der Preisdruck bis ins nächste Jahr hinein nachlassen dürfte. Er werde auch betonen, dass das Risiko einer anhaltend hohen Inflation die Nachhaltigkeit des Wirtschaftswachstums bedrohen und somit auch ein Risiko für die Beschäftigungspolitik des doppelten Mandats des FOMC darstellen könnte. Die Experten würden auch erwarten, dass Powell hervorheben werde, dass künftige geldpolitische Entscheidungen von den makroökonomischen Entwicklungen abhängen würden.

Die Experten würden davon ausgehen, dass die Zusammenfassung der Wirtschaftsprojektionen (SEP = Summary of Economic Projections) ein geringeres Wachstum im Jahr 2021 (von 5,9% auf 5,5%), aber ein höheres BIP-Wachstum im Jahr 2022 (von 3,8% auf 3,9%) und ein unverändertes Wachstum für 2023 und 2024 (2,5% bzw. 2,0%) ergeben werde.

Die Experten würden davon ausgehen, dass der Ausschuss seine Prognose für eine höhere Inflation der persönlichen Konsumausgaben revidieren werde, wobei die Projektionen für 2021 von 4,2% auf 5,3%, für 2022 von 2,2% auf 2,4% und für 2023 und 2024 unverändert auf 2,2% bzw. 2,1% steigen würden.

Zusammenfassend würden die Experten erwarten, dass der Vorsitzende Powell die Anleger auf Zinserhöhungen im Jahr 2022 vorbereiten werde, falls die Inflation hoch bleibe. Sie würden erwarten, dass er betonen werde, dass die FED-Politik weiterhin flexibel sein werde und dass der Zeitpunkt der Zinserhöhungen von der Datenlage abhängig sein werde. Hier gebe es nur sehr wenig Spielraum für politische Fehler, da die Marktteilnehmer bereits die möglichen Auswirkungen einer weniger großzügigen Geldpolitik berücksichtigen würden. Die Experten würden eine hohe Volatilität erwarten, aber letztlich ein "besonnenes" FOMC-Ergebnis, das den hohen Unsicherheitsfaktor hervorhebe. (14.12.2021/alc/a/a)