Erweiterte Funktionen
FED-Sitzung: Drei Zinserhöhungen in 2017 erwartet
15.12.16 09:15
State Street Global Markets
Boston (www.anleihencheck.de) - Lee Ferridge, Leiter der Abteilung Multi-Asset Strategy für Nordamerika bei State Street Global Markets, und Antoine Lesné, Leiter SPDR ETF Strategy EMEA bei State Street Global Advisors, äußern sich zur Sitzung der U.S.-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (FED).
Allgemeinen Erwartungen entsprechend, entschloss sich das FOMC zur zweiten Leitzinserhöhung in diesem Zyklus, und zwar genau zwölf Monate nach der ersten Erhöhung, so Lee Ferridge. Zur großen Überraschung der Marktteilnehmer habe das Komitee gleichzeitig jedoch seine Prognosen für die mögliche Zinsentwicklung in 2017 von den im September prognostizierten zwei Zinserhöhungen auf drei Zinserhöhungen erhöht. Es sehe so aus, als ob es die FED angesichts der von Trump geplanten expansiven Fiskalpolitik sowie Anzeichen von steigendem Preisdruck und damit einhergehenden Inflationserwartungen, für gerechtfertigt gehalten habe, ein aggressiveres Ansteigen der Zinsen zu forcieren. Die Inflationserwartungen seien zuletzt auch durch die jüngste Entscheidung der OPEC, die Ölproduktion zu drosseln, angetrieben worden.
Ob es zu diesen drei Zinserhöhungen tatsächlich komme, werde jedoch von den wirtschaftlichen Auswirkungen der von Trump vorgeschlagenen Maßnahmen abhängen. Zwar würden die Marktteilnehmer, und jetzt anscheinend auch die FED glauben, dass Trumps Pläne das Wachstum im nächsten Jahr deutlich ankurbeln würden, doch sei dies längst nicht sicher. Bislang bestünden Trumps Haushaltspläne aus Steuersenkungen für Bezieher hoher Einkommen und einer netto Ausgabenverringerung, auch wenn umfangreiche Steuererleichterungen für private Investitionen in die Infrastruktur vorgesehen seien. Es lasse sich zweifelsohne darüber streiten, ob diese fiskalische Mischung ausreichen werde, um die Negativwirkungen eines stärkeren US-Dollars und höherer inländischer US-Zinsen zu kompensieren.
Das FOMC beschloss erwartungsgemäß die erste Zinserhöhung in 2016, so Antoine Lesné. Überraschend sei jedoch, dass die FOMC-Mitglieder trotz eher mittelmäßig vergangener Quartale in Bezug auf das Wirtschaftswachstum eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen feststellten und deshalb ihre Inflations- und Wachstumsprognosen erhöht hätten. Wegen des erwarteten fiskalischen Stimulus der TrumpRegierung rechne das FOMC jetzt mit mehr als zwei Zinserhöhungen in 2017. Durch diese Entscheidung erhöhe sich möglicherweise der Aufwärtsdruck auf die Anleiherenditen am kurzen Ende der Zinskurve. Von den gestiegenen Inflationserwartungen könnten inflationsgebundene US-Schatzanleihen (TIPS, Treasury Inflation Protected Securities) vergleichsweise profitieren.
Das FOMC rechne offenbar damit, dass die Wirtschaftspolitik Trumps die Konjunktur stärken werde. Dies sei jedoch sehr unsicher, da zahlreiche Pläne erst noch in die Tat umgesetzt werden müssten. Anleger sollten davon ausgehen, dass der US-Dollar stärker werde und die Anleihekurse unter Druck stehen würden. Dazu könnten die Aktienmärkte höhere Anleiherendite in die Kurse einpreisen, was für eine vorsichtigere Haltung sprechen könnte. (Ausgabe vom 14.12.2016) (15.12.2016/alc/a/a)
Allgemeinen Erwartungen entsprechend, entschloss sich das FOMC zur zweiten Leitzinserhöhung in diesem Zyklus, und zwar genau zwölf Monate nach der ersten Erhöhung, so Lee Ferridge. Zur großen Überraschung der Marktteilnehmer habe das Komitee gleichzeitig jedoch seine Prognosen für die mögliche Zinsentwicklung in 2017 von den im September prognostizierten zwei Zinserhöhungen auf drei Zinserhöhungen erhöht. Es sehe so aus, als ob es die FED angesichts der von Trump geplanten expansiven Fiskalpolitik sowie Anzeichen von steigendem Preisdruck und damit einhergehenden Inflationserwartungen, für gerechtfertigt gehalten habe, ein aggressiveres Ansteigen der Zinsen zu forcieren. Die Inflationserwartungen seien zuletzt auch durch die jüngste Entscheidung der OPEC, die Ölproduktion zu drosseln, angetrieben worden.
Das FOMC beschloss erwartungsgemäß die erste Zinserhöhung in 2016, so Antoine Lesné. Überraschend sei jedoch, dass die FOMC-Mitglieder trotz eher mittelmäßig vergangener Quartale in Bezug auf das Wirtschaftswachstum eine Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen feststellten und deshalb ihre Inflations- und Wachstumsprognosen erhöht hätten. Wegen des erwarteten fiskalischen Stimulus der TrumpRegierung rechne das FOMC jetzt mit mehr als zwei Zinserhöhungen in 2017. Durch diese Entscheidung erhöhe sich möglicherweise der Aufwärtsdruck auf die Anleiherenditen am kurzen Ende der Zinskurve. Von den gestiegenen Inflationserwartungen könnten inflationsgebundene US-Schatzanleihen (TIPS, Treasury Inflation Protected Securities) vergleichsweise profitieren.
Das FOMC rechne offenbar damit, dass die Wirtschaftspolitik Trumps die Konjunktur stärken werde. Dies sei jedoch sehr unsicher, da zahlreiche Pläne erst noch in die Tat umgesetzt werden müssten. Anleger sollten davon ausgehen, dass der US-Dollar stärker werde und die Anleihekurse unter Druck stehen würden. Dazu könnten die Aktienmärkte höhere Anleiherendite in die Kurse einpreisen, was für eine vorsichtigere Haltung sprechen könnte. (Ausgabe vom 14.12.2016) (15.12.2016/alc/a/a)


