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FED: Keine Abweichungen vom bisherigen Kurs erwartet


02.05.14 14:11
Franklin Templeton

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Am Ende des ersten Quartals 2014 erscheinen Überlegungen zu den jüngsten Ereignissen angezeigt, die sich auf die von den Experten von Franklin Templeton verfolgten Rentenmärkte ausgewirkt haben.

Ein viel diskutiertes Thema sei ein möglicher politischer Kurswechsel der US-Notenbank (FED) unter neuer Leitung. Da Janet Yellen bereits stellvertretende FED-Vorsitzende gewesen sei, jahrelang mit Ex-Chef Ben Bernanke und anderen FED-Vertretern zusammengearbeitet habe und ihrem Vorgänger ideologisch nahe stehe, rechne man nicht mit größeren Veränderungen. Vielleicht könnten der Ansatz der neuen FED-Chefin etwas expansiver und ihre Tonart etwas energischer als früher werden, doch insgesamt sehe man keinen Grund zu der Annahme, dass die FED von ihrem bisherigen Kurs abweiche.

Nach der März-Sitzung der FED hat sich die Auffassung der Experten von Franklin Templeton weitgehend bestätigt, denn der Ausschuss bekannte sich offiziell zur Beibehaltung der lockeren Politik und des aktuellen Tempos zur Rückführung des Anlagenkaufprogramms. Künftig dürfte die FED, sofern keine drastische Veränderung des gesamtwirtschaftlichen Ausblicks eintrete, ihre allmähliche Drosselung der Anlagenkäufe fortsetzen und könnte irgendwann im vierten Quartal dieses Jahres aus dem Programm aussteigen.

Bemerkenswert sei gewesen, dass Janet Yellen auf der Pressekonferenz nach der Sitzung auf eine potenzielle Frist von sechs Monaten nach Beendigung der Anlagenkäufe bis zu einer potenziellen ersten Heraufsetzung der Kurzfristzinsen angespielt habe. Der Markt habe ihre Äußerung per Saldo als Ankündigung der ersten Zinserhöhung für etwa Mitte 2015 gewertet. Dieser Zeitrahmen erscheine den Experten im Großen und Ganzen angemessen.

Trotz der etwas wahrscheinlicheren Aussicht auf höhere Zinsen gebe es allerdings gleich mehrere Gründe, aus denen die Experten nicht mit einer ausgeprägt negativen Reaktion der US-Wirtschaft rechnen würden. Erstens habe die FED klargestellt, dass sie in absehbarer Zukunft keine Anhebung der kurzfristigen Zinsen plane. Dazu komme ein vergleichsweise harmloser Inflationsausblick, sodass man auch nicht mit deutlich höheren längerfristigen Zinsen rechne. Infolgedessen gehen die Experten von Franklin Templeton im Grunde von einem sehr allmählichen Zinsanstieg aus. Außerdem könnte der Konsumsektor, auf den in den USA in der Vergangenheit der größte Teil der Wirtschaftsaktivität entfallen sei, der Wirtschaft nach Erachten der Experten weiter Rückenwind geben.

Die Finanzlage der US-Verbraucher habe sich gebessert, unterstützt durch bessere Arbeitsmarktaussichten. Das könnte viel zum Ausgleich potenziell negativer Effekte steigender Zinsen beitragen und der Wirtschaft weiterhin sukzessive Zuwächse ermöglichen. Rückblickend seien keine wesentlichen positiven Auswirkungen niedrigerer Zinsen auf die US-Wirtschaft beim Einsetzen der Erholung festzustellen und man rechne nicht unbedingt mit einer heftigen negativen Reaktion, wenn die Zinsen wieder anziehen würden.

Trotz des insgesamt zuversichtlichen Ausblicks der Experten von Experten von Franklin Templeton zeichnen sich ihrer Ansicht nach Probleme ab. Mit besonderer Besorgnis würden sie das US-Haushaltsdefizit verfolgen. Trotz der Verbesserungen, die man in den letzten Jahren habe beobachten können, wachse die US-Verschuldung - wenn auch langsamer. Noch bedeutsamer sei aber womöglich, dass offensichtlich derzeit der politische Wille fehle, dieses Problem anzupacken.

Die Experten würden die Lage zwar kürzerfristig nicht für besorgniserregend halten, doch die Aussichten auf steigende Schuldenlast in Verbindung mit potenziell höheren Zinsen würden ihres Erachtens nicht für rosige langfristige Konjunkturaussichten sprechen. Aus diesem Grund stehe die Staatsverschuldung ganz oben auf der Liste ihrer wirtschaftlichen Sorgen um die USA.

Vor diesem makroökonomischen Hintergrund haben die Experten von Franklin Templeton beobachtet, wie manche Renteninvestoren nach Diversifizierung und potenziell höheren Renditen außerhalb der USA streben. Dass verschiedene Länder und Regionen mit höheren Zinsen, besseren Wachstumsaussichten und niedrigeren Schulden als die USA aufwarten würden, sei den Experten natürlich nicht entgangen. In erster Linie würden sie diesbezüglich auf Asien ohne Japan und Osteuropa als zwei Regionen verweisen, in denen sie auf den globalen Rentenmärkten nach wie vor besondere Chancen erkennen würden. (Perspektiven April 2014) (02.05.2014/alc/a/a)