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FED-Chef Powell: Keine Zinserhöhung vor 2023


17.09.20 13:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank Federal Reserve stellt Anleger auf eine lange Niedrigzins-Phase ein, so die Experten von "FONDS professionell".

Ihre Prognosen für Wirtschaft und Arbeitslosenquote würden aber besser ausfallen als gedacht.

Der Leitzins in den USA bleibe vorerst niedrig. Die US-Notenbank Federal Reserve (FED) wolle das Zinsniveau voraussichtlich bis Ende 2023 bei nahezu Null belassen. Zudem wollten die Währungshüter ihr Ankaufprogramm bis auf Weiteres im aktuellen Tempo fortsetzen. Das habe FED-Chef Jerome Powell am Mittwoch im Anschluss an die Sitzung des Zinsausschusses bekanntgegeben, berichte das "Handelsblatt".

Laut Powell wollten die Währungshüter solange am Niedrigzins festhalten, "bis Vollbeschäftigung herrscht, die Inflation bei zwei Prozent liegt und auf dem Weg ist, für einige Zeit die Marke von zwei Prozent zu überschreiten." Wie sich dieses neue qualitative Ziel konkret gestalte, habe der FED-Chef nicht erklärt. Christian Scherrmann, Volkswirt bei der DWS, rechne daher mit einer lebhaften Diskussion an den Märkten hinsichtlich des zukünftigen Inflationsverlauf. "Die etwas optimistischeren Wachstumsaussichten der Notenbanker bei gleichzeitig unveränderter Zinserwartung sollten das 'niedriger für länger'-Credo jedoch zunächst nachhaltig festigen", schreibe Scherrmann.

Es gehe aufwärts - langsam…

Es werde viel Zeit brauchen, bis sich die Wirtschaft komplett von den Folgen der Pandemie erholen werde, habe Powell betont. Die Prognosen der FED für die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft seien diesmal trotzdem optimistischer ausgefallen als noch vor einigen Monaten. Für das laufende Jahr rechne die Notenbank damit, dass die US-Wirtschaft um 3,7 Prozent schrumpfe. Im Juni habe sie noch einen Einbruch von 6,5 Prozent gefürchtet. Auch die Prognose für den Arbeitsmarkt habe sich verbessert. Nun rechne die FED nur noch mit einer Arbeitslosenquote von 7,6 statt 9,3 Prozent. Bis 2021 solle sie auf 5,5 Prozent fallen. (17.09.2020/alc/a/a)