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FED: Ben Bernanke erwartet nur noch einen Zinsschritt


21.07.23 09:47
Der Aktionär

Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank von 2006 bis 2014, erwartet nur noch einen Zinsschritt durch die FED, so Andreas Deutsch von "Der Aktionär".

Die Inflation werde in den kommenden sechs Monaten auf drei bis 3,5 Prozent zurückgehen, so Bernanke. Besonders für die Techbranche sei das eine gute Nachricht.

"Es ist ziemlich klar, dass die FED die Zinsen ein weiteres Mal um 25 Punkte anheben wird", so Bernanke am Donnerstag auf einem Webinar von Fidelity. "Das wird aber wahrscheinlich der letzte Zinsschritt sein." Zuletzt hätten die Mietsteigerungen nachgelassen und die Autopreise seien gesunken. Das stimme ihn optimistisch, dass die hohe Inflation nachhaltig besiegt sei. "Wir werden bis Anfang nächsten Jahres auf eine Rate von drei, drei plus kommen, und dann wird sich die Fed wohl Zeit lassen, um ihr Drei-Prozent-Ziel zu erreichen", so Bernanke.

Die Inflation in den USA sei im Juni das zwölfte Mal hintereinander gesunken. Die Verbraucherpreise seien im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat nur noch um drei Prozent geklettert, was unter den Erwartungen der Volkswirte von 3,1 Prozent gelegen habe.

Sei der Zinsstopp erst einmal da, dauere es für gewöhnlich nicht lange bis zur Zinswende. In den vergangenen 50 Jahren habe die FED nur ein einziges Mal länger als acht Monate mit dem ersten Zinsschritt nach unten gewartet - 2006/07 habe es 15 Monate gedauert. Im Durchschnitt sei die erste Senkung sechs Monate nach der letzten Erhöhung erfolgt.

Fallende Zinsen seien ein Segen besonders für Growth-Firmen. Zum einen werde die Kreditaufnahme günstiger, zum anderen würden künftige Gewinn mit einem höheren Abzinsungsfaktor versehen. Ein Ende der Hochzinsära wäre ein Segen für Amazon, Tesla und auch viele Techwerte aus der zweiten und dritten Reihe. Einige Aktien, die zu tief gefallen seien, seien bereits angesprungen. (21.07.2023/alc/a/a)