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Eurozone: Zurückhaltende Erwartungen


06.01.25 15:09
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die heute in der Eurozone veröffentlichten endgültigen Daten zum Einkaufsmanagerindex für Dezember werden wahrscheinlich das seit 2020 vorherrschende Bild bestätigen: Ein sehr schwacher verarbeitender Sektor und ein robuster Dienstleistungssektor, der das Wirtschaftswachstum stützt, so die Analysten von Postbank Research.

Am Dienstag würden die vorläufigen Verbraucherpreisdaten für Dezember sowie die Arbeitslosenquote für November bekanntgegeben. Im Oktober habe sie bei 6,3% gelegen. Die spanische Verbraucherpreisinflation für Dezember, die bereits letzte Woche veröffentlicht worden sei, habe mit einem Anstieg von 2,8% gegenüber dem Vorjahr (November: 2,4%) auf ein Risiko leicht höherer Inflationsraten hingewiesen. Dadurch könnten die Markterwartungen für Zinssenkungen (112 Basispunkte bis Dezember 2025) gedämpft werden, obwohl die EZB auf der Dezembersitzung weitere Zinssenkungen um 25 Basispunkte im Januar und März angedeutet habe.

Am Donnerstag werde der Wirtschaftsbericht der EZB sowie die Einzelhandelsumsätze für November veröffentlicht. Diese würden im Hinblick auf die Widerstandsfähigkeit des Wirtschaftswachstums der Eurozone im vierten Quartal 2024 geprüft werden. Der längerfristige Ausblick für die Eurozone sei erheblichen Risiken ausgesetzt: geopolitische Risiken, die politische Instabilität in Frankreich, die bevorstehende Wahl in Deutschland, die erwarteten Zollerhöhungen in den USA sowie der Zweifel an der Nachhaltigkeit des deutschen Geschäftsmodells.

Fazit: Zu Beginn des Jahres 2025 dürften die VPI-Daten und die allgemeine Einschätzung der EZB zur Konjunktur in der Eurozone im Mittelpunkt stehen. (06.01.2025/alc/a/a)