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Euro-Staatsanleihenmarkt bleibt in Wechselbad


02.09.15 11:32
Pioneer Investments Austria

Wien (www.anleihencheck.de) - Der Euro-Staatsanleihenmarkt bleibt in einem Wechselbad, so die Experten von Pioneer Investments Austria.

Nach dem Rekordtief bei deutschen Staatsanleihen-Zinsen (am 20.04. hätten die Renditen aller Laufzeiten bis neun Jahre im negativen Bereich gelegen) und dem größten Quartalsverlust für Euro-Anleihen in den vergangenen 30 Jahren im 2. Quartal sei es im Juli wieder zu einer deutlichen Stabilisierung (+2,3%) und im August nach einer kurzen Zwischenerholung zu weiteren Kursverlusten (-1,0%) gekommen.

Nach einem Plus von 4,3% im 1. Quartal und einem Minus von 5,4% im 2. Quartal liege die Performance seit Jahresbeginn per Ende August bei -0,1%.

Dem Anleihen-Ankaufprogramm der EZB und den weiterhin tiefen Geldmarktzinsen der EZB, die noch sehr lange tief bleiben würden, stehe eine zunehmende Konjunkturdynamik gegenüber. Der erwartete Anstieg der Inflation sei zuletzt wieder durch den neuerlichen Rückgang der Ölpreise und sonstiger Rohstoffpreise nach hinten verschoben worden.

Die Ölpreise seien im August weiter unter Druck gekommen und hätten den tiefsten Stand seit Februar 2009 erreicht. Nach einem Rückgang von USD 115,- im Juni 2014 bis auf knapp über USD 40,- für ein Fass Brentoil (24.08.) sei es in den letzten drei Augusttagen zu einem Anstieg von USD 41,7 auf USD 51,3 gekommen.

Diese unterschiedlichen Kräfte (Wachstum und wieder leicht steigende Inflationsraten vs. Quantitatives Easing/niedrige Geldmarktzinsen) würden weiter für hohe Volatilität am Rentenmarkt sorgen. Die Experten würden weiterhin wenig "Value" bei Staatsanleihen der Eurozone sehen und untergewichtet bleiben.

Im August sei es, als die Aktienmärkte massiv korrigiert hätten, zu einer Erholung v.a. der sicheren US Treasuries gekommen (10-jährige US Treasury Renditen seien bis unter 2% gefallen). Interessant sei gewesen, dass die Renditen 10-jähriger deutscher Bundesanleihen nur um 7 Basispunkte (BP) gefallen seien, mit der Erholung der Aktien aber um ca. 20 BP gestiegen seien. Das spreche dafür, dass der Markt bereits übergewichtet sei und die Renditen bis Jahresende weiter leicht steigen könnten.

Innerhalb der Eurozone hätten 2015 insbesondere italienische Anleihen mit +2,0% deutlich besser performen können als die Kernländer (Deutschland -0,5%, Österreich -1,0%).

Euro-Unternehmensanleihen (ohne Financials) seien seit Jahresbeginn bis Ende August um -1,3% gefallen, Euro Financials seien nahezu unverändert geblieben (-0,5%). Die Underperformance zu Staatsanleihen resultiere aus der leichten Spreadausweitung gegenüber Staatsanleihen. Die Risikoaufschläge von Euro Unternehmensanleihen (Non-Financials und Financials) seien seit Jahresbeginn von 95 Basispunkten (=0,95%) auf 112 Basispunkte gestiegen.

Die Risikoaufschläge von Euro High Yield Anleihen seien seit Jahresbeginn von 409 auf 467 Basispunkte gestiegen, mit einer Performance von +2,0% seit Jahresbeginn hätten Euro High Yield Anleihen aufgrund der höheren laufenden Rendite allerdings Euro Staats- und Unternehmensanleihen deutlich outperformen können.

Emerging Markets Anleihen hätten aufgrund der positiven Entwicklung des US-Dollar 2015 deutlich outperformen können. JPMorgan Emerging Markets Bond Index (Staatsanleihen) in EUR 2015: +9,3%, Unternehmensanleihen mit Investment Grade Rating (umgerechnet in EUR) +9,4%, High Yield Anleihen (in EUR) +11,8% seit Jahresbeginn. Emerging Markets Anleihen in Lokalwährung hingegen seien im August um -7,1% gefallen und lägen seit Jahresbeginn mit -5,3% deutlich im Minus. (Ausgabe September 2015) (02.09.2015/alc/a/a)