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Euro-Staatsanleihen: "Kursfeuerwerk" durch QE, gefolgt von Gewinnmitnahmen


08.05.15 13:24
Pioneer Investments Austria

Wien (www.anleihencheck.de) - Die extrem gute Entwicklung der internationalen Aktienbörsen des ersten Quartals setzte sich im April zunächst fort, so die Experten von Pioneer Investments Austria.

"Schwächere Wirtschaftsdaten in den USA und Unsicherheit in der Eurozone aufgrund der ungelösten Probleme mit Griechenland verursachten allerdings gegen Monatsende Gewinnmitnahmen, die teilweise recht deutlich ausfielen", habe Hans Köck, Investmentstratege bei Pioneer Investments Austria, gesagt. Die Ausnahme in Europa sei Großbritannien gewesen, wo der FTSE 100-Index den April mit einem Plus von +1,97% auf Eurobasis abgeschlossen habe.

Obwohl das Wirtschaftswachstum in den USA für das erste Quartal ohnehin bereits schwach prognostiziert worden sei (+1%), habe es mit tatsächlich +0,2% deutlich unter den Erwartungen gelegen. Schwacher Konsum und der negative Außenbeitrag (Exporte minus Importe) hätten dabei im Vordergrund gestanden.

"Europäische Aktien, die im ersten Quartal klare Outperformer waren, haben im April deutlich stärker korrigiert als US-Aktien", so Köck. Dennoch würden derzeit viele Faktoren für europäische Aktien sprechen. So seien europäische Aktien günstiger bewertet und auch das Wirtschaftswachstum könnte durchaus positiv überraschen. "Die lockere Geldpolitik der EZB mit dem Anleihen-Ankaufsprogramm, niedrige Zinsen, der deutlich niedrigere Euro, die gefallenen Energiepreise und geringere Einsparungsmaßnahmen der Regierungen nach den Sparprogrammen der vergangenen Jahre bieten eine Basis für positive Gewinn- und Aktienmarktentwicklungen in Europa. Außerdem beginnt sich das Kreditumfeld zu verbessern, Unternehmen nehmen wieder Kredite auf, Investitionen könnten folgen", ergänze Köck.

In den USA seien die Mitglieder der FED uneinig über den Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung. Das habe in den vergangenen Monaten zu einer relativ volatilen Entwicklung bei US-Treasuries geführt.

Bei Euro-Staatsanleihen habe das Anleihen-Ankaufsprogramm der EZB in den ersten Monaten des Jahres 2015 zunächst - wenig überraschend - zu einem Kursfeuerwerk geführt. Die Zinsen hätten Mitte April einen historischen Tiefststand erreicht. Kurzfristig hätten in Deutschland die Renditen aller Bundesanleihen mit Laufzeiten bis 9 Jahre im negativen Bereich gelegen. Gegen Monatsende sei es allerdings zu Gewinnmitnahmen gekommen. Der April sei dadurch mit einem durchschnittlichen Kursminus von 1,4% der schlechteste Anleihenmonat in der Eurozone seit fast zwei Jahren gewesen.

Die Experten würden in Anleihen tendenziell untergewichtet bleiben, insbesondere in Staatsanleihen. In Aktien würden sie vorsichtig übergewichtet bleiben und europäische gegenüber US-Aktien (günstigere Bewertung in Europa) bevorzugen. Übergewichtet seien sie auch in Aktien aus Emerging Markets, vor allem in China. (08.05.2015/alc/a/a)