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Erträge mit High Yield Anleihen generieren


18.02.20 10:15
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Der Markt kann sich aktuell nicht entscheiden ob er "risk-on" oder "risk-off" sein möchte, da Aktien nahe ihres Höchststandes notieren und US-Staatsanleihen nahe ihres Tiefstandes liegen, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".

Die "gespaltene Persönlichkeit" des Marktes beruhe zu einem großen Teil auf der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Coronavirus, wobei noch immer offen sei, inwieweit dies das Wachstum tatsächlich beeinflussen werde.

Die Marktteilnehmer scheinen auch einen gewissen Trost aus der Tatsache zu ziehen, dass die Zentralbanken im Modus der politischen Lockerung bleiben, um ihre heimischen Volkswirtschaften gegen die potenziellen Auswirkungen einer Konjunkturabschwächung in China zu schützen, so die Experten von State Street Global Advisors.

Eine Möglichkeit, das Exposure gegenüber großen Schwankungen in der Risikobereitschaft zu begrenzen, bestehe darin, sich auf das Einkommen zu konzentrieren. Im letzten "Strategie Espresso" hätten die Experten von State Street Global Advisors die potenziellen Vorteile der Aktien-ETFs von Dividend Aristocrats hervorgehoben, aber in der Welt der festverzinslichen Wertpapiere seien es die Hochzinsanleihen, die eine der stärksten Einkommensquellen darstellen würden.

Es gebe mehrere Gründe, diesen Einkommensstrom in einer unsicheren Welt zu berücksichtigen:

- Coupon-Schutz: Ein hoher Coupon bedeute, dass Anleger weniger von den Bewegungen des Basiswertes abhängig seien, um Erträge zu erzielen.

- Eine Wachstumserholung wäre unterstützend: Die hohe Rendite korreliere viel enger mit Aktien (73% auf zehn Jahre der monatlichen Daten) als mit Staatsanleihen (14%), was darauf hindeute, dass hohe Renditen direkt in der Klasse der Risikoanlagen angesiedelt seien. Tatsächlich zeige die Geschichte, dass sich die Renditeabstände zu Staatsanleihen in der Regel im Zuge des verbesserten Wirtschaftswachstums verringert hätten. Darüber hinaus bedeute der hohe Coupon in der Regel, dass die Laufzeit von Anleihen im Vergleich zu ihren Äquivalenten mit Investment-Grade-Rating relativ kurz sei. Dies mache Hochzinsanleihen zu einem interessanten defensiven Spiel, wenn es eine V-förmige wirtschaftliche Erholung gebe und die Anleiherenditen zu steigen beginnen würden.

- Eine Verlangsamung des Wachstums sei nicht schädlich, solange es keine Rezession gebe: Im Falle eines schwächeren Wachstums sollten die Anleihen angesichts der Erwartung, dass die Zinssätze über einen längeren Zeitraum niedrig bleiben würden und so alle festverzinslichen Wertpapiere gestärkt würden, isoliert behandelt werden. Die EZB sollte auch ihr Programm zum Ankauf von Vermögenswerten fortsetzen, das sich zwar auf Investment-Grade-Anleihen konzentriere, aber auch einen gewissen Nebeneffekt für Anleihen mit Nicht-Investment-Grade-Rating bieten könnte. Die Hauptrisiken würden sich aus der Rezession und einem damit einhergehenden Anstieg des Ausfallrisikos ergeben. Dies wäre für Hochzinsanleihen schädlich, sei aber nach Ansicht von State Street Global Advisors Economics nicht das erwartete Szenario. (Ausgabe vom 17.02.2020) (18.02.2020/alc/a/a)