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Ende einer unabhängigen türkischen Notenbank?
25.07.18 12:15
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Wirtschaft in der Türkei wächst weiterhin kräftig, allerdings begleitet von höheren Leistungsbilanzdefiziten und einer nochmals beschleunigten Inflation, so die Analysten von Raiffeisen Capital Management.
Die Teuerungsrate sei im Mai auf eine Jahresrate von 12,5% geklettert. Ob und wie sich die Inflation zügig in Griff bekommen lasse, sei unklarer denn je.
Bei den Präsidentschaftswahlen habe Amtsinhaber Erdogan bereits im ersten Wahlgang triumphiert und als eine seiner ersten Maßnahmen habe er seinen Schwiegersohn als Finanzminister eingesetzt. Dieser habe zwar versprochen, der Exekutive keineswegs übermäßigen Einfluss auf die Notenbank geben zu wollen, doch es sei mehr als fraglich, ob er den Willen bzw. die Mittel habe, diese gegen seinen mit fast unumschränkter Macht ausgestatten Schwiegervater durchzusetzen. Präsident Erdogan habe wenig später per Dekret die Prozedur zur Besetzung der wichtigsten Notenbank-Schlüsselpositionen geändert, was ihm künftig de facto einen direkten Zugriff darauf ermögliche. Auf Erdogans Aussagen, wonach zu hohe Zinsen das Grundübel der türkischen Wirtschaft seien und er von fallenden Zinssätzen in den kommenden Monaten ausgehe, hätten die Devisenmärkte mit neuerlichen Verkaufswellen bei der Türkischen Lira (TRY) reagiert. Diese sei auf neue Rekordtiefs zum US-Dollar gefallen. Seit Jahresbeginn habe die türkische Währung damit um über 20% abgwertet.
Der türkische Aktienmarkt habe im Juni um etwas mehr als vier Prozent nachgegeben; für das erste Halbjahr ergebe sich damit ein Minus von über 15%. Für nicht währungsgesicherte ausländische Investoren komme der starke Kursverfall der Lira noch obendrauf. (em-report Juli 2018) (25.07.2018/alc/a/a)
Die Teuerungsrate sei im Mai auf eine Jahresrate von 12,5% geklettert. Ob und wie sich die Inflation zügig in Griff bekommen lasse, sei unklarer denn je.
Bei den Präsidentschaftswahlen habe Amtsinhaber Erdogan bereits im ersten Wahlgang triumphiert und als eine seiner ersten Maßnahmen habe er seinen Schwiegersohn als Finanzminister eingesetzt. Dieser habe zwar versprochen, der Exekutive keineswegs übermäßigen Einfluss auf die Notenbank geben zu wollen, doch es sei mehr als fraglich, ob er den Willen bzw. die Mittel habe, diese gegen seinen mit fast unumschränkter Macht ausgestatten Schwiegervater durchzusetzen. Präsident Erdogan habe wenig später per Dekret die Prozedur zur Besetzung der wichtigsten Notenbank-Schlüsselpositionen geändert, was ihm künftig de facto einen direkten Zugriff darauf ermögliche. Auf Erdogans Aussagen, wonach zu hohe Zinsen das Grundübel der türkischen Wirtschaft seien und er von fallenden Zinssätzen in den kommenden Monaten ausgehe, hätten die Devisenmärkte mit neuerlichen Verkaufswellen bei der Türkischen Lira (TRY) reagiert. Diese sei auf neue Rekordtiefs zum US-Dollar gefallen. Seit Jahresbeginn habe die türkische Währung damit um über 20% abgwertet.
Der türkische Aktienmarkt habe im Juni um etwas mehr als vier Prozent nachgegeben; für das erste Halbjahr ergebe sich damit ein Minus von über 15%. Für nicht währungsgesicherte ausländische Investoren komme der starke Kursverfall der Lira noch obendrauf. (em-report Juli 2018) (25.07.2018/alc/a/a)


