Eignen sich Notenbanker als Krisenmanager?


12.02.16 10:45
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Vertreter der Notenbanken mutieren immer mehr zu den alleinigen Krisenmanagern unserer Zeit, allerdings mit mäßigem Erfolg, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Inzwischen sei es so, dass, sobald sich Politiker nicht mehr zu helfen wissen würden, sie auf erhellende Worte und die tatkräftige Unterstützung der Zentralbanken warten würden. Doch das sei nicht immer so gewesen. Aber von Finanzkrise zu Finanzkrise scheine sich dieser Stil zu verfestigen. Habe man oft den Eindruck, dass die Zentralbanken stets die Wirtschaft mit der notwendigen Liquidität versorgen müssten, so würden sich inzwischen die Stimmen mehren, dass dadurch auch viele Probleme erst erzeugt worden seien. Geld habe nämlich keine heilende Wirkung, sondern man erkaufe sich damit lediglich Zeit.

Aber dennoch seien gestern die Blicke aller Finanzmarktakteure auf das halbjährliche geldpolitische Statement der Präsidentin der amerikanischen Notenbank (FED), Janet Yellen, vor dem Finanzausschuss des US-Repräsentantenhauses gerichtet gewesen. Doch wirklich überrascht hätten die Ausführungen der Notenbankchefin nicht und somit sei die inzwischen vorherrschende Meinung der Marktteilnehmer nur bestätigt worden. Habe man noch im vergangenen Jahr den Beginn einer Zinserhöhungswelle mit bis zu vier Anpassungen in 2016 erwartet, so liege die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinsanhebung bei der nächsten FED-Sitzung jetzt bei null Prozent. Und dass im Laufe des Jahres wenigstens noch einmal an der Zinsschraube gedreht werde, sei nur noch mit ca. 30 Prozent veranschlagt.

Janet Yellen habe bei ihrer Anhörung unterstrichen, dass man zurückblickend mit der Zinserhöhung das richtige Augenmaß gehabt habe und man vorerst die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft beobachten werde. Zusammengefasst bedeute das: "Wir haben bisher alles richtig gemacht und alle Investoren können sich sicher sein, dass wir den richtigen Weg beschreiten. Somit ist die Stabilität der Finanzmärkte auch in Zukunft gesichert."

Angesichts der weltweiten Konjunkturschwäche sei aber auch die Bank of England (BoE) von dem Pfad der Zinserhöhung abgekommen. Habe zumindest in der Vergangenheit immer ein Mitglied im geldpolitischen Rat sich vehement dafür ausgesprochen, so hätten in der vergangenen Woche alle acht Ratsmitglieder für die Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus votiert. Somit scheine eine baldige Zinswende in England in weite Ferne gerückt zu sein.

In Euroland zumindest würden die Uhren aber anders gehen. Dort werde auf der für den 10. März anberaumten Sitzung des EZB-Rats eine weitere Lockerung der Geldpolitik erwartet, da das Inflationsbarometer an diesem Dienstag auf ein neues Rekordtief bei 1,474% gefallen sei. Dieser Wert spiegle die in fünf Jahren erwartete Inflation wider und stelle einen wichtigen Faktor bei geldpolitischen Entscheidungen dar. Da diese Zahl sehr weit von der anvisierten Zielgröße von 2% entfernt sei, fordere inzwischen auch der Bundesbank-Präsident, Jens Weidmann, eine substanzielle Senkung der Inflationsprognose. Dies wiederum befeuere die Erwartung der Marktteilnehmer auf eine Senkung des Einlagensatzes um 20 Basispunkte auf -0,50% bei der März-Sitzung der EZB. Zumal bei dieser Entscheidung einer der größten Kritiker der europäischen Geldpolitik, Jens Weidmann, zwar mit am runden Tisch sitze, aber turnusgemäß im März kein Stimmrecht haben werde. Mario Draghi werde es freuen.

Was zu Beginn des Jahres noch kein Thema gewesen sei, wachse sich momentan immer mehr zu einer Krise aus. Die Investoren scheinen das Vertrauen in die Geldhäuser verloren zu haben, so die Experten. Dies drücke sich in den extrem gestiegenen Kosten für Credit Default Swaps aus, die aus Furcht vor einer Pleitewelle in der europäischen Bankenbranche den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren erreicht hätten.

Die Banken seien in der Vergangenheit sicherlich in dem Wissen des staatlichen Sicherheitsnetzes viele Risiken eingegangen, die sie sonst abgelehnt hätten. So sei es nicht verwunderlich, dass z.B. Meldungen zur Kapitalausstattung der Deutschen Bank und zur Schließung der Maple Bank, Frankfurt, massive Kursverluste bei Finanzwerten nach sich gezogen habe. Zusätzlich hätten Berichte über die Höhe der Not leidenden Kredite bei italienischen Banken und Bankenschließungen in Russland diesen Trend verstärkt. Bereits fast 70 Institute seien im vergangenen Jahr in Russland geschlossen worden und dabei handle es sich nicht nur um kleinere Banken, sondern durchaus um mittelgroße Institute.

In die globalisierte Welt passe in diesem Zusammenhang auch die jüngste Meldung von Hedgefonds-Managern, die in den Banken Chinas eine "über 30 Bill. US-Dollar schwere Zeitbombe" vermuten würden. Noch verfüge Chinas Regierung über Währungsreserven von über 3,3 Bill. US-Dollar. Aber da sich diese im vergangenen Monat um fast 100 Mrd. US-Dollar infolge diverser staatlicher Markteingriffe reduziert hätten, sei die Frage erlaubt, wie lange damit Schaden von der chinesischen Wirtschaft abzuwenden wäre. Schenke man unterschiedlichen Recherchen Glauben, dann würden davon ca. 2,7 Bill. US-Dollar benötigt werden, um die chinesische Wirtschaft am Laufen zu halten. Dadurch würde die echte Manövriermasse auf ca. 600 Mrd. US-Dollar schrumpfen. Bei gleichbleibendem Abfluss der Mittel wären diese bereits nach sechs Monaten aufgebraucht und aus dieser Annahme würden Hedgefonds-Manager ihren Mut schöpfen, gegen China zu wetten.

Somit sei es dringlich, das verlorene Vertrauen der Investoren in die Widerstandsfähigkeit der Banken zurückzugewinnen. Doch dies werde nur über gesteigerte Erträge zu bewerkstelligen sein, was bei der aktuellen Geldpolitik der Notenbanken fast unmöglich sei. Die Institute seien also förmlich gezwungen, sich von unprofitablen Geschäftsfeldern zu trennen bzw. Fusionen voranzutreiben. Ob damit allerdings die Bankenkrise abgewendet werden könne, dürfe bezweifelt werden. Unterstützung erfahre zumindest die Deutsche Bank durch den Finanzminister Wolfgang Schäuble, der sich keine Sorgen um die Deutsche Bank mache. Sein Wort in Gottes Gehörgang.

In dieser Woche habe man an den zu erzielenden Renditen für zehnjährige griechische Staatsanleihen ablesen können, dass die Zuversicht bei vielen Investoren von Tag zu Tag schwinde. Am 19.11.2015 habe die Rendite noch bei 6,722% und am gestrigen Mittwoch bei 10,532% gelegen. Deutlicher lasse sich die Meinung der Investoren zum Thema Griechenland auch nicht mit Worten ausdrücken.

Doch wie werde die griechische Tragödie enden? In Neuwahlen, welche das Vertrauen der Geldgeber vollständig erschüttern würde? Fest stehe lediglich, dass Griechenland zum wiederholten Male am Abgrund stehe und wäre da nicht die Flüchtlingskrise, so würden sicherlich inzwischen auch Politiker anderer Eurostaaten den Grexit fordern. Hierbei leide zwar einerseits der Staat Griechenland unter den Flüchtlingen, aber andererseits bewahre er Athen vor massiven Forderungen aus Brüssel. So könne es nicht weitergehen. Die Steuerreformen würden auf sich warten lassen und auch in anderer Hinsicht seien lediglich kleine Veränderungen zu registrieren. Das Problem Hellas verlange nach einer Lösung und die seit Jahren betriebene Insolvenzverschleppung vergrößere es nur noch. In bester "Kohl'scher" Manier würden Probleme nur noch ausgesessen.

Entscheidend für die Zukunft Tsipras' werde die schon bald anstehende Abstimmung über die Rentenreform im Parlament sein. Die hauchdünne Mehrheit seiner Regierung werde dazu nicht ausreichen und deshalb sei der Regierungschef bereits am Eruieren, ob Abweichler der Regierungsparteien mit Abgeordneten kleinerer Parteien ausgeglichen werden könnten.

Manchmal könne Druck auch etwas Positives bewirken. So habe sich zum Beispiel die Europäische Zentralbank (EZB) endlich dazu entschlossen, Transparenz in puncto der Wertpapierkäufe ihrer Mitgliedsnotenbanken zuzulassen. Seit Einführung des Euro seien die autonomen Investitionen der nationalen Notenbanken unter Verschluss gehalten worden. Doch nun sei endlich das Geheimnis gelüftet worden. Insgesamt seien Ende 2015 Anfa-Finanzanlagen (Agreement on Net-Financial Assets) in Höhe von 490 Mrd. Euro bei der EZB und den Länder-Notenbanken gehalten worden. Somit sei zwar das Gesamtvolumen genannt worden, aber echte Transparenz (wer habe was und wie viel davon) sehe anders aus.

Auch der Zusatz, dass diese Ankäufe der nationalen Zentralbanken mit dem Verbot der monetären Staatsfinanzierung im Einklang stünden, sei nicht vollumfänglich dazu geeignet, alle Zweifel zu zerstreuen. Denn manchmal werde mit einem Hinweis oder einem Dementi das Gegenteil dessen erreicht, was man eigentlich erreichen möchte.

Habe Europa noch eine Zukunft und wenn ja, welche? Diese Frage würden sich immer mehr Menschen in Europa stellen und nicht immer die passenden Antworten finden. Seit Beginn der Währungsunion seien viele Sachverhalte diskutiert und auch anschließend als direkte Vorgaben verpflichtend erlassen worden. Aber die Einhaltung der sinnvollen Regelungen habe von Anfang an zu wünschen übrig gelassen. So seien die Verschuldungsgrenzen aus dem Maastricht Vertrag bis zum heutigen Tag nicht das Papier wert, auf das sie geschrieben worden seien. Die nationalen Befindlichkeiten der einzelnen Mitgliedsländer seien einfach zu groß und würden das gemeinsame Europa verhindern.

Die Bewältigung bzw. die Nicht-Bewältigung der Flüchtlingskrise verdeutliche auch dem letzten Optimisten, dass Solidarität meist dort aufhöre, wo sie mit eigenen Interessen kollidiere. Notwendige Reformen würden verschoben und auch die Verhandlungen zur Vermeidung des Brexit würden verdeutlichen, dass vieles im Argen liege. Oftmals werde nur die Hand ausgestreckt, um Geld zu nehmen, aber nicht um etwas zu geben. Hier müsste endlich angesetzt werden. Leistungen würden Gegenleistungen erfordern.

Dass inzwischen sogar Notenbankchefs eine umfassende Reform der Währungsunion fordern würden, sollte den Politikern zu denken geben. Einen europäischen Finanzminister zu installieren, der mit den entsprechenden Befugnissen ausgestattet sei, mache sicherlich Sinn. Denn eine Währungsunion sei ohne einheitliche Fiskalpolitik ein zahnloser Tiger. Doch trotz des Vorstoßes der Notenbank-Präsidenten von Frankreich und Deutschland seien noch viele klärende Gespräche notwendig, um die Bereitschaft zu fördern, Entscheidungskompetenz nach Brüssel abzugeben. Das Mehr an Integration könnte dazu dienen, das abhandengekommene Vertrauen wieder aufzubauen. Ob das der richtige Weg sei, werde sich zeigen.

Im närrischen Treiben ganz vorne mit dabei sei der bayerische Autobauer BMW AG gewesen. So habe das Unternehmen im Rahmen eines Doppelpacks ein Gesamtvolumen von 1,25 Mrd. Euro refinanziert. Bei der ersten Anleihe handle es sich um einen dreijährigen Floater (ISIN XS1363560548 / WKN A18XTQ) im Volumen von 500 Mio. Euro. Die Anleger würden eine vierteljährliche Verzinsung in Höhe des 3-Monats-Euribor +65 bps bis zum Laufzeitende am 15.07.2019 erhalten. Das Papier sei zu 100% begeben worden.

Der zweite Bond sei als sechsjährige Anleihe (ISIN XS1363560977 / WKN A18XTR) im Volumen von 750 Mio. Euro mit Fälligkeit am 15.02.2022 aufgelegt worden. Das Unternehmen zahle jährlich Zinsen in Höhe von 1%. Der Bond sei mit +85 bps über Mid Swap gepreist worden, was einem Ausgabepreis von 99,954% entsprochen habe. Durch die gewählte Stückelung von 1.000 Euro solle der Kauf der beiden genannten Gattungen auch für Retail-Investoren ermöglicht werden.

Ebenso habe sich die Tochtergesellschaft von Ford die FCE Bank am Primärmarkt aktiv gezeigt. Das Unternehmen habe 600 Mio. Euro mittels einer fünfjährigen Anleihe (ISIN XS1362349943 / WKN A18XU9) refinanziert und zahle dafür bis zum Laufzeitende am 11.02.2021 jährlich 1,66%. Die Anleihe sei mit +160 bps über Mid Swap gepreist worden, was einen Emissionspreis von 100% ergeben habe. Die FCE Bank habe bei dieser Anleihe die Mindeststückelung von 100.000 Euro gewählt.

Aber auch Goldman Sachs habe die erfolgreiche Refinanzierung im Doppelpack geschafft. Insgesamt seien 2,5 Mrd. Euro am Kapitalmarkt aufgenommen worden. Die erste Tranche als dreijähriger Bond im Volumen von 1,5 Mrd. Euro werde am 10.05.2019 fällig. Das Papier sei zu 99,906% begeben worden, was einem Emissionsspread von +100 bps über Mid Swap entsprochen habe und sei mit einem jährlichen Kupon von 0,75% ausgestattet.

Die zweite Anleihe (ISIN XS1362373224 / WKN A18XVM) im Volumen von 1 Mrd. Euro sei nach 15 Jahren endfällig. Das Unternehmen zahle dem Investor bis zum Laufzeitende am 12.02.2031 jährlich Zinsen in Höhe von 3%. Der Bond sei mit +235,2 bps über der entsprechenden Bundesanleihe gepreist worden, was einem Ausgabepreis von 100% entsprochen habe. Diese beiden Financials seien mit einer Stückelung von nominal 1.000 Euro versehen worden.

Die Unsicherheit an den internationalen Kapitalmärkten habe auch in dieser Handelswoche dafür verantwortlich gezeichnet, dass der Aufwärtsdruck beim Euro-Bund-Future erhalten geblieben sei. Hätten zum Wochenschluss die US-Arbeitsmarktdaten lediglich für eine kleine Korrektur gesorgt, so seien zum Wochenstart u. a. mit der Bekanntgabe der chinesischen Devisenreserven und dem neuerlichen Verfall der Rohölpreise die Finanzmärkte wieder in Aufruhr versetzt worden.

Infolge kollabierender Notierungen an den Aktienmärkten seien die deutschen Staatsanleihen erneut ihrer Rolle als sicherer Hafen gerecht worden. Infolgedessen sei mit 165,61% erneut ein neues Alltime-High markiert worden. Doch sei festzustellen, dass sich die Reaktion an den Rentenmärkten deutlich von denen der Vergangenheit unterschieden habe. Dies könnte mehrere Ursachen haben. Zum einen sei das inzwischen erzielte Niveau bereits zu hoch, um wie bisher aufzusatteln und zum anderen sei zu befürchten, dass die Krise der Deutschen Bank, dem führenden deutschen Kreditinstitut, einen Schlagschatten auf das deutsche Finanzsystem und somit auch auf die Bundesrepublik Deutschland werfe.

Charttechnisch gesehen bewege sich das Sorgenbarometer noch immer in einem intakten Aufwärtstrendkanal. Der bisherige Höchststand bei 165,61% werde allerdings nun eine nicht einfach zu überwindende Hürde darstellen. Nach unten ergebe sich - trotz der psychologischen Linie bei 164% - erst bei 163,72% (mehrere Hochs und Tiefs Anfang Februars) eine erste nennenswerte Unterstützungslinie. Dennoch sollte die negative Reputation der Deutschen Bank nicht vernachlässigt werden und es könnte zum High Noon kommen.

An diesem Mittwoch sei es wieder soweit gewesen. Die Bundesrepublik Deutschland habe zum siebten Mal in Folge die neuen zweijährigen Bundesschatz-Anweisungen (ISIN DE0001104636 / WKN 110463) als Anleihe mit einem Kupon von 0% begeben worden. Die Nachfrage nach den avisierten 5 Mrd. Euro habe sich auf über 8,6 Mrd. Euro belaufen und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,50% erfolgt. Somit habe der Bund erneut mit Schulden Geld verdienen können.

Bereits einen Tag zuvor sei die inflationsindexierte Bundesanleihe (ISIN DE0001030575 / WKN 103057, 2046) um 500 Mio. Euro auf insgesamt 3,5 Mrd. Euro aufgestockt worden. Auch hierbei habe die Nachfrage das Angebot überstiegen und die Zuteilung sei in diesem Fall bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,35% erfolgt. Zusätzlich hätten sich Italien und Österreich (ISIN: AT0000A1FAP5/ WKN A1Z3D2, 2025; ISIN AT0000A0VRQ6 / WKN A1G6UV, 2044) am Kapitalmarkt aktiv gezeigt und bei diversen Altemissionen das bisherige Volumen erhöht.

Doch auch in dieser Woche dürfen sich die US-Investoren nicht über einen Mangel an Anlagemöglichkeiten beschweren. Sie hätten die Qual der Wahl gehabt. T-Bills mit einer Laufzeit von vier Wochen im Volumen von 55 Mrd. USD, 37 Mrd. USD als 3-Monats-, 30 Mrd. USD als Sechs-Monatstitel, 23 Mrd. USD als zehnjährige T-Notes und 15 Mrd. USD als 30-jähriger T-Bonds hätten ihre Abnehmer gesucht.

Mit dem Aschermittwoch beginne die Fastenzeit. Der Verzicht auf reichhaltige Speisen und Getränke hin zu magerer Kost falle den meisten schwer. Die aktuelle Entwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung hingegen sei alles andere als Magerkost.

Erstmals seit Oktober vergangenen Jahres sei der Euro wieder über die technisch und psychologisch wichtige Marke von 1,13 US-Dollar geklettert. Am Faschingsdienstag habe die Einheitswährung nochmals deutlich zugelegt und sei in der Spitze bis auf 1,1337 USD gestiegen. Am Aschermittwoch sei dann die Ernüchterung gefolgt, wie bei einigen Faschingsnarren. Zur Wochenmitte habe der Euro sein hohes Niveau und die Marke bei 1,13 USD nicht verteidigen können, er sei in der Folge bis auf 1,1158 USD gefallen. Die leicht aufhellende Stimmung und eine höhere Risikoneigung an den Finanzmärkten hätten die gemeinsame Währung zeitweise unter Druck gebracht, aber zur Stunde handle der Euro wieder bei 1,1310 USD.

Nicht nur zum Greenback zeige sich der Euro stark, sondern auch zu einem weiteren Schwergewicht. Die Unsicherheit sowie wachsende Unterstützung für einen "Brexit" würden dem Pfund Sterling schon seit geraumer Zeit zu schaffen machen. In den vergangenen Handelsmonaten habe sich das Pfund stetig verbilligt, mit 0,7851 GBP habe der Euro so hoch wie zuletzt Anfang Januar vergangenen Jahres notiert.

Aufgrund der angespannten Lage in Euroland würden Privatanleger oftmals Investments im Euro meiden und bewusst auf Fremdwährungsanleihen zur Risikostreuung setzen. Insbesondere Anleihen auf Australische Dollar, Türkische Lira, Südafrikanische Rand sowie US-Dollar hätten zu den favorisierten Bonds gezählt.

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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader und Dieter Brichmann. (12.02.2016/alc/a/a)





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