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EZB wird 2014 ihre expansive Geldpolitik beibehalten bzw. verstärken


18.12.13 13:50
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Im nun fast abgelaufenen Börsenjahr gab es rückblickend sehr viele Überraschungen, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Beginnend beim ausgefallenen Crash infolge der Haushaltsstreitigkeiten in den USA über den unerwartet eingetretenen Schwellenländer-Crash wegen des zaghaften Versuchs Ben Bernankes, die Märkte auf die Verringerung des Liquiditätsstromes vorzubereiten, bis hin zum fast völligen Versiegen der Euro-Schuldenkrise. Ein unerwartet starker Euro sei die Folge gewesen.

Die europäische Zentralbank scheine gerade den internationalen Abwertungswettlauf zu verlieren. Die überraschende Zinssenkung im Herbst dieses Jahres sei wohl der Versuch gewesen, diesem etwas entgegenzusetzen. Weitere Überraschungen habe es im geopolitischen Bereich gegeben, als die Syrien-Krise quasi über Nacht trotz eines bereits angekündigten Militärschlages gelöst worden sei, ebenso wie sich die italienische Regierungskrise um die Verurteilung Berlusconis aufgelöst habe.

Die internationalen Aktienmärkte hätten daraufhin einen Rekord nach dem anderen markiert und für ein überaus positives Börsenjahr gesorgt. Der DAX und die STOXX-Indices hätten zwischen 15 Prozent und 20 Prozent zugelegt, womit zu Beginn des Jahres niemand gerechnet habe. Verfechter international ausgerichteter Anlagepolitik seien eher auf dem falschen Fuß erwischt worden, da insbesondere die Währungsentwicklung gegenüber dem Euro und der Kapitalabzug aus den Schwellenländern einiges an Performance gekostet habe.

Für 2014 würden zumindest diese beiden Belastungsfaktoren sich wieder ins Gegenteil zu verkehren versprechen. Die Bewertungen vieler Schwellenländer-Märkte hätten sich durch die massive Korrektur auf faire Bewertungsniveaus ermäßigt, sodass die ersten internationalen Investoren diese Märkte wieder mit einem Kaufurteil belegen würden. Die Entwicklung der westlichen entwickelten Aktienmärkte dürfte vor dem Hintergrund nach unten revidierter Unternehmensgewinne eher moderat verlaufen.

Der Euro dürfte Mühe haben, sein hohes Niveau zu halten, da die Euro-Schuldenkrise wieder etwas verstärkter in den Mittelpunkt rücken könnte und die EZB ihre expansive Geldpolitik beibehalten bzw. verstärken werde, im Gegensatz zur US-FED, die in ihr "Tapering" einsteigen dürfte. Mit Sicherheit werde das Börsenjahr 2014 ebenso spannend werden wie 2013. (18.12.2013/alc/a/a)