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EZB macht Banken Hoffnung auf Regulierungspause
20.11.15 10:45
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Es ist nicht leicht, sich in diesen Tagen des Terrors mit trivialen Themen wie der Zinsentwicklung an den Kapitalmärkten zu beschäftigen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Aber dennoch sei es zwingend notwendig, zur "Normalität" zurückzukehren. Dies werde allerdings nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen sein und hänge auch sehr stark mit den Ereignissen der kommenden Tage zusammen. Diese Art von Terror unterscheide sich von den bisherigen Formen, die insbesondere den älteren Generationen noch bewusst seien. Eine Baader-Meinhof-Gruppe, eine IRA oder auch eine RAF seien durch Maßnahmen der Staatsgewalt geschwächt worden und hätten dadurch den bewaffneten Kampf eingestellt. Dieser Illusion sollte man sich in Falle von IS nicht hingeben.
Denn bisher hätten Attentäter überleben und ihren Triumpf genießen wollen. Die Kämpfer des IS hingegen seien daran interessiert, möglichst viele - aus Sicht der Analysten - unschuldige Menschen mit in den Tod zu reißen und sich somit im Ranking der Märtyrer weit oben zu platzieren. Diese perfide Art des Mordens mache Angst und verfehle nicht das von den Terroristen verfolgte Ziel der Verunsicherung. Um ihre Entschlossenheit zu demonstrieren, habe die französische Regierung diverse Maßnahmen ergriffen und werde u.a. auch mit militärischer Gewalt antworten.
Sicherlich sei nachvollziehbar, dass man in solchen Ausnahmesituationen keine Rücksicht auf Verschuldungsgrenzen nehmen werde und sich nicht mehr an die im Vertrag von Maastricht festgeschriebenen Grenzen gebunden fühle. Doch diese Grenzen seien bereits vorher nicht nur von Frankreich ständig missachtet worden. War Frankreich vor Monaten noch willens, sich auf den Pfad der Tugend zurückzubewegen, so werde es in dieser Situation in Europa keine Regierung geben, die mahnend das Einhalten der Haushaltsdefizitgrenzen fordere. Denn zumindest finanziell würden auch die anderen Staaten einen Beitrag leisten müssen und somit das gesamte Konstrukt der Schuldenbegrenzung aushebeln. Flüchtlingswelle, Griechenlandkrise und Terrorbekämpfung würden also zukünftig immer mehr die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und vielleicht auch der amerikanischen Notenbank (FED) beeinflussen.
Insbesondere die Diskussionen über eine mögliche Zinsanhebung in den USA werde erst am Abend des 16. Dezember - also kurz vor Weihnachten - beendet sein. Zu konträr seien die aktuellen Konjunkturdaten, um daraus eine Tendenz herauslesen zu können. So seien am Dienstag die Zahlen zur jährlichen US-Kerninflation in Höhe von +1,9% als Signal pro Zinserhöhung zu deuten gewesen, aber die anschließend veröffentlichten Daten zur US-Industrieproduktion hätten das Bild innerhalb kürzester Zeit konterkariert. Denn die Produktion sei während der vergangenen zehn Monate sieben Mal rückläufig gewesen. Dies zeuge noch nicht von einer nachhaltigen Belebung der US-Wirtschaft und könnte daher manchen US-Notenbanker zum Umdenken bewegen. Und gestern Abend sei das Protokoll der letzten FED-Sitzung veröffentlicht worden, das von den meisten Marktteilnehmern wieder als Signal für eine Zinserhöhung gewertet werde. An Weihnachten werde man mehr wissen!
Bei all den Belastungen, die Niedrigzinsen und Regulierungsanforderungen mit sich bringen würden, müsse die Botschaft, welche von der Europäischen Zentralbank (EZB) komme, für die Kreditinstitute wie Balsam sein. Denn unbegründet sei die Furcht vieler Geldhäuser vor immer höheren Kapitalanforderungen, heiße es jetzt seitens der EZB. Nach der Untersuchung der Handelsbücher und der Festlegung einer risikounabhängigen Verschuldungsquote (Leverage Ratio) solle es für die Institute zu keinen weiteren Belastungen kommen, habe EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger versichert. "Was immer beim Basel-III-Prozess herauskommt, das Gesamtkapital-Niveau sollte auf dem heutigen Niveau bleiben. Das bedeutet aber nicht, dass es für einzelne Banken keine Veränderungen geben wird", so Lautenschläger.
Die strengeren Basel-III-Regeln für Banken würden in Europa bekanntlich schrittweise bis zum Jahr 2019 eingeführt. Die Institute müssten bis dahin besonders ihre Eigenkapitalpolster aufbauen, um mögliche Verluste abzufedern.
Laut EZB, die seit gut einem Jahr für die Aufsicht der Großbanken im Euro-Raum zuständig sei, würden die großen globalen Projekte in der Bankenaufsicht voraussichtlich Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Sorgen in der Branche, es könnte danach eine weitere Regulierungswelle unter dem Stichwort Basel IV auf die Institute zurollen, habe Lautenschläger nun in Frankfurt zurückgewiesen. "Das ist wirklich weit entfernt und nichts, was diskutiert wird", habe sie gesagt.
Wie sehr die Kreditwirtschaft unter Druck stehe, habe in diesen Tagen auch eine Studie der Managementberatung Bain deutlich gemacht. Banken hätten ein Gewinnproblem, würden die Autoren der Studie warnen, wonach die Institute Renditen erwirtschaften würden, die unter den Kapitalkosten lägen und damit unter den Rendite-Ansprüchen potenzieller Investoren. Dabei komme Bain auf eine Eigenkapitalrendite von 2,1% und Kapitalkosten von 7,7%.
Als Konsequenz fordere Bain die Banken auf, ihre strukturellen Kosten zu senken. Das Potenzial dafür liege bei 30% oder 25 Mrd. Euro, was einen Personalabbau von 125.000 Arbeitsplätzen bedeuten würde. Aufgrund der Altersstruktur der Bank-Mitarbeiter könne ein Stellenabbau bis 2025 durch natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen abgefedert werden. Doch selbst wenn die Institute diesen radikalen Vorgaben folgen sollten und ihre Kosten entsprechend senken würden, dann werde sich laut Bain die Kapitallücke in den nächsten zehn Jahren nur verringern, nicht aber schließen lassen, weshalb die Managementberater für 2025 immer noch von einer Kapitallücke von 13 Mrd. Euro ausgehen würden.
Dass sich Deutschlands Banken angesichts niedriger Zinsen und hoher Regulierungskosten zu Einschnitten gezwungen sähen, sei diese Woche auch der Tenor einer Bankentagung in Frankfurt gewesen. Wenn Banken mit Stellenabbau reagiert hätten, dürfte man ihnen das nicht vorwerfen, habe dort der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen gesagt. Er habe aber auch angemerkt, dass derjenige, der nur seine Kosten im Griff habe, das Klassenziel eines stabilen Geschäftsmodells nicht erreichen werde. Fitschen habe auch zugestanden, dass die Regulierung der vergangenen Jahre den Bankensektor stabiler gemacht habe. Aber nun sei die Zeit reif für eine Regulierungspause, habe sein Kollege Wolfgang Kirsch, Chef der DZ BANK ergänzt. Und die habe immerhin Sabine Lautenschläger der Branche bereits in Aussicht gestellt.
Indessen habe sich auch Axel Weber, Verwaltungsratschef der Schweizer UBS und bis 2011 Präsident der Deutschen Bundesbank, zum Thema Niedrig- und Minuszinsen zu Wort gemeldet. So könne nach seiner Einschätzung ein weiteres Absenken des negativen Einlagenzinses, wie ihn die EZB derzeit bei den Banken erhebe, gerade zum Gegenteil dessen führen, was die Notenbank damit bezwecke. Nämlich um den Margendruck zu kompensieren, hätten die Banken in der Schweiz sogar teilweise die Kreditzinsen angehoben. Das hänge damit zusammen, dass die negativen Zinsen nicht so ohne weiteres an Privatkunden weitergereicht werden könnten. Doch kein Schaden sei so groß, er trage ein Glück in seinem Schoß. Dadurch sei zumindest der Immobilien-Boom etwas eingedämmt worden.
Nachdem sich die Regierung in Athen am Dienstag mit den internationalen Geldgebern auf weitere Hilfszahlungen geeinigt habe, hätten die Kurse griechischer Staatsanleihen angezogen. Im Gegenzug seien die Renditen deutlich zurückgegangen und der Zinssatz für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren sei erstmals seit einem Jahr unter die Marke von 7,0% gefallen.
So sei eine 2/2025 fällig werdende Step-up-Anleihe (ISIN GR0128012698 / WKN A1G1UC) auf ein neues Zwölfmonatshoch von über 77% geklettert, nachdem der Titel im April noch bei 46% notiert habe. Auch ein bis 4/2019 laufender Bond (ISIN GR0114028534 / WKN A1ZGWQ) sei auf sein Jahreshoch von ca. 95% geklettert, was einer Rendite von rund 6,40% entspreche. Noch im März habe der Titel mit 59,785% unter der 60%-Marke notiert. Damit erreiche die Rendite griechischer Staatsanleihen wieder das Niveau der Endphase der Vorgängerregierung unter Antonis Samaras. Noch im Frühjahr habe die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe über der Marke von 13% gelegen.
Der Auszahlung weiterer 12 Mrd. Euro liege nun eine Einigung über ein Bündel von Reformen zugrunde. Mit 10 Mrd. Euro sollten die griechischen Banken gestützt werden, die restlichen 2 Mrd. Euro würden in den griechischen Staatshaushalt fließen. Bei den Banken gehe es vor allem um die faulen Kredite, die inzwischen ein Gesamtvolumen von mehr als 100 Mrd. Euro erreicht hätten. Etwa ein Viertel der sozial schwächeren Bürger, die ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen könnten, sollten vor einer Beschlagnahmung ihrer Wohnung geschützt werden. So solle niemand seine Erstwohnung verlieren, wenn sie nicht mehr als 170.000 Euro wert sei und das Jahreseinkommen des Eigentümers unter 8.180 Euro liege. Diese Summe gelte in Griechenland als Armutsgrenze.
Nur Berufsoptimisten würden glauben, dass bei solchen Regeln kein Betrug möglich sei. Denn wer die Rente für verstorbene Familienangehörige kassiert habe, der werde auch hierfür eine Lösung finden. Und bei dieser Gelegenheit sei auch der Hinweis an die Politiker gestattet, dass alle EU-Bürger gleich behandelt werden sollten!
Es sei so etwas wie eine Symbiose, mit der man die Beziehung zwischen der US-Notenbank FED und der People's Bank of China (PBoC) umschreiben könne. Um den Yuan zu stützen, schöpfe die PBoC immer weiter ihre Reserven aus, indem sie Fremdwährungen - und vor allem US-Dollar - verkaufe.
Monatlich werfe Peking auf diese Weise rund 60 Mrd. US-Dollar auf den Markt, mit der Absicht, den Druck von der eigenen Währung zu nehmen. Gleichzeitig aber sorge diese Maßnahme dafür, dass der US-Dollar nicht zu stark werde. Vor diesem Hintergrund verweise Dow Jones News auf Barry Eichengreen, Wirtschaftsprofessor in Berkeley, der die Frage aufwerfe, ob denn nicht die PBoC bereits für die FED die Wende bei der Geldpolitik indirekt eingeläutet habe. Überspitzt könnte man sagen: Die PBoC mache den Job der FED.
Andere Ökonomen würden hier von einer "ausgelagerten Straffung der Geldpolitik" sprechen. Der Umfang der chinesischen Markteingriffe entspreche einer Straffung der US-Geldpolitik von rund 25 Basispunkten, wie Eichengreen vorrechne. Die Wende in der US-Geldpolitik habe damit eigentlich schon stattgefunden, zumindest was den Effekt angehe. Die große Unbekannte hierbei sei freilich, wie lange die Kapitalabflüsse aus China anhalten würden bzw. wie lange Peking weiter in den Markt eingreife.
So betrachtet hinke also FED-Chefin Jane Yellen mit ihrer immer wieder verschobenen Anhebung der Leitzinsen nicht hinterher, sondern halte sich ihr eigenes Pulver nur trocken für den Fall der Fälle. Denn gleichzeitig müsse sie auf China Rücksicht nehmen, um mit einem zu starken Dollar nicht die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt abzuwürgen.
Bereits jetzt und nicht erst in der Adventszeit würden sich viele Verbraucher auf die Suche nach Geschenken für ihre Liebsten machen und zwar wie früher in den Geschäften, aber auch im Internet. In Erwartung des daraus resultierenden Versandbooms habe sich der US-Logistiker UPS von den Investoren bereits jetzt frisches Kapital in Form einer Doppelpack-Anleihe über den Kapitalmarkt liefern lassen. Beide Anleihen zusammen seien 1,2 Mrd. Euro schwer.
Bei der ersten Anleihe (ISIN XS1323463056 / WKN A18U2E) handle es sich um einen 5-jährigen Floater im Volumen von 500 Mio. Euro mit einer Fälligkeit am 15.07.2020. Der Kupon werde vierteljährlich angepasst und errechne sich aus dem 3-Monats-Euribor plus eines Aufschlags von +43 bps. Das Papier sei zu 100% emittiert worden. Bei der zweiten Tranche handle es sich um eine 10-jährige Anleihe (ISIN XS1323463726 / WKN A18U2F) im Volumen von 700 Mio. Euro. Das Unternehmen zahle dem Investor einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,625% bis zum Laufzeitende am 15.11.2025. Der Bond sei mit +75 bps über Mid Swap gepreist worden, was einem Ausgabepreis von 99,708% entsprochen habe. Die Anleihe verfüge über ein optionales Sonderkündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Durch den bei beiden Anleihen gewählten Mindestanlagebetrag von 100.000 Euro dürften diese Bonds überwiegend für institutionelle Anleger interessant sein.
Aber auch der US-Hersteller von Medizinischen Geräten Thermo Fisher habe sich mit einer 5-jährigen Anleihe (ISIN XS1322986537 / WKN A18U30) im Volumen von 425 Mio. Euro an den Kapitalmarkt gewagt. Die Anleihe sei mit einem jährlichen Kupon von 1,50% ausgestattet und werde am 01.12.2020 fällig. Das Papier sei mit +127 bps über Mid Swap gepreist worden, folglich habe der Ausgabepreis 99,971% betragen. Der Bond sei ebenfalls mit einem optionalen Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option) und einer kleinsten Mindeststückelung in Höhe von 100.000 Euro ausgestattet worden.
Ebenso aktiv sei Continental Rubber of America Corperation, eine Tochter der deutschen Continental gewesen. Das Unternehmen habe 500 Mio. Euro mittels einer 4-jährigen Anleihe (ISIN DE000A1Z7C39 / WKN A1Z7C3) refinanziert und zahle dafür jährlich bis zum 19.02.2019 einen Kupon von 0,50%. Die Anleihe sei mit +55 bps über Mid Swap gepreist worden, was einen Emissionspreis von 99,739% ergeben habe. Durch die gewählte Stückelung von 1.000 Euro solle der Kauf dieser Gattung auch für Retail-Investoren ermöglicht werden.
Normalität und Sicherheit werde von den meisten Menschen als ganz selbstverständlich verstanden. Doch dass dies ein Trugschluss ist, zeigen uns die aktuellen Geschehnisse ziemlich eindrucksvoll, so die Analysten der Baader Bank.
So übertrage sich die allgemeine Unsicherheit, die momentan zweifelsfrei herrsche, auch auf den Rentenmarkt. Die Sorgenfalten der Marktteilnehmer würden in diesen Tagen nicht weniger und dies verdeutliche die Kursentwicklung des Euro-Bund-Futures. Denn das Sorgenbarometer mache seinem Namen alle Ehre und setze seinen seit Tagen anhaltenden Aufstieg fort. So sei das Rentenbarometer von seinem Novembertief bei 154,81% peu à peu bis auf 157,95% geklettert. Der aktuellen politischen Lage geschuldet, stünden deutsche Staatsanleihen als ein Hort der Sicherheit bei den Marktteilnehmern hoch im Kurs. Darüber hinaus seien es nach wie vor Spekulationen um zusätzliche geldpolitische Lockerungsmaßnahem durch die Europäische Zentralbank (EZB), die den deutschen Rentenmarkt stützen und die Kurse weiter in die Höhe treiben würden. Entsprechend sei die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe auf die Marke von 0,49% gefallen.
Charttechnisch sei gestern die bisherige Widerstandslinie bei 157,67% überwunden worden und der Euro-Bund-Future habe sich inzwischen auf dem erhöhten Niveau stabilisieren können. Ein Test der psychologisch wichtigen Marke bei 158% erscheine in den kommenden Tagen durchaus möglich. Aktuell notiere der Dezember-Kontrakt des Euro-Bund-Futures bei 157,93%. Aber auch der zweite große Widerstand bei 158,60% sollte nicht unerwähnt bleiben. Nach unten sei die erste Unterstützung bei 156,60% auszumachen. Nur ein nachhaltiges Durchbrechen dieser Unterstützungslinie würde einen Test der Marke um 154,81% ermöglichen.
Auch in dieser Handelswoche hätten sich die Euroländer am Kapitalmarkt für ca. 18 Mrd. Euro refinanziert, ohne dass Rückzahlungen angestanden hätten. So habe die Slowakei bereits zum Wochenstart zwei Altemissionen (ISIN SK4120009234 / WKN A1HLL8 / 2018; ISIN SK4120009762 / WKN A1ZB9Q / 2029) aufgestockt. Am heutigen Donnerstag werde dies auch in Spanien (ISIN ES00000127D6 / WKN A1Z161 / 2018; ISIN ES00000127H7 / WKN A1Z23N / 2020; ISIN ES00000123U9 / WKN A1HFHQ / 2022) und Frankreich (ISIN FR0010670737 / WKN A0T2FE / 2018; ISIN FR0012968337 / WKN A1Z6WT / 2020; ISIN FR0011337880 / WKN A1HAW9 / 2022) praktiziert. In einem kleineren Rahmen seien hierbei auch französische Inflation-linked-Bonds (ISIN FR0011427848 / WKN A1HGEZ / 2024; ISIN FR0011008705 / WKN A1GMH7 / 2027; ISIN FR0000188799 / WKN 123136 / 2032) berücksichtigt worden.
Bereits einen Tag vorher sei in Deutschland den Investoren zum sechsten Mal hintereinander eine 2-jährige Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001104628 / WKN 110462) als Null-Prozenter zum Kauf angeboten worden. Als Emissionsvolumen seien 5 Mrd. Euro veranschlagt gewesen, allerdings seien lediglich Gebote für 4,366 Mrd. Euro abgegeben worden. Die Zuteilung sei unter Berücksichtigung einer Marktpflegequote von 934 Mio. Euro zu einer Durchschnittsrendite von -0,38% erfolgt. Besonders bemerkenswert sei aber auch, dass gestern erstmals Portugal 400 Mio. Euro für sechs Monate mit einer Negativrendite von -0,018% am Geldmarkt habe aufnehmen können. Eine Entwicklung, die zwar von der EZB gewünscht, aber nicht unbedingt gerechtfertigt sei.
In den USA hingegen hätten T-Bills im Gegenwert von insgesamt 113 Mrd. USD mit den üblichen Fälligkeiten in vier Wochen sowie drei und sechs Monaten zum Verkauf gestanden. Zusätzlich seien aber auch 13 Mrd. USD als inflations-indexierte T-Note mit einer Laufzeit von zehn Jahren begeben worden.
Zurzeit ziehe das Sturmtief Heini über Deutschland hinweg und wirbele eine ordentliche Menge Laub auf. Allerdings nicht die Währung der Euroländer, diese könne sich schon eher damit identifizieren, dass zum Wochenende die Temperaturen drastisch fallen sollten.
Für die frostigen Temperaturen bei der Gemeinschaftswährung sei - wie schon in den vorangegangenen Wochen - die Aussicht auf eine weiterhin ultralockere Geldpolitik im Euroraum verantwortlich gewesen. Wasser auf diese Mühle sei die Äußerung von EZB-Chefsvolkswirt Peter Praet gewesen, der aufgrund der niedrigen Inflationserwartung besorgt und der Meinung sei, dass der schwache Preisdruck mittelfristig bestehen bleiben werde. So habe die Gemeinschaftswährung von 1,0828 bis auf 1,0629 USD nachgegeben und habe hierbei ein neues Sieben-Monats-Tief markiert. Aber auch die Anschläge in Paris seien für diesen Kursrückgang mitverantwortlich gewesen, da noch nicht abgeschätzt werden könne, ob diese auch wirtschaftlich negative Folgen hätten. Grundsätzlich sei nach Meinung vieler Experten die US-Zinswende im Dezember mittlerweile eingepreist. Zur Stunde habe sich der Euro auf einem ermäßigten Niveau stabilisieren können und notiere bei 1,0675 USD.
Aufgrund des gemeinsamen Kampfs gegen den Terror würden die Marktteilnehmer auf eine Annäherung zwischen Russland und den westlichen Staaten hoffen. Die Gemeinschaftswährung habe sich daher gegenüber dem Russischen Rubel von 72,4264 auf 68,6650 RUB verbilligt.
Um ihr Depot vor Wind und Frost zu schützen, hätten Privatanleger in dieser Handelswoche verstärkt Anleihen auf Südafrikanische Rand und Türkische Lira nachgefragt, aber auch die nordischen Währungen, explizit Norwegische Kronen, seien immer wieder aufgerufen worden.
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Aber dennoch sei es zwingend notwendig, zur "Normalität" zurückzukehren. Dies werde allerdings nicht von heute auf morgen zu bewerkstelligen sein und hänge auch sehr stark mit den Ereignissen der kommenden Tage zusammen. Diese Art von Terror unterscheide sich von den bisherigen Formen, die insbesondere den älteren Generationen noch bewusst seien. Eine Baader-Meinhof-Gruppe, eine IRA oder auch eine RAF seien durch Maßnahmen der Staatsgewalt geschwächt worden und hätten dadurch den bewaffneten Kampf eingestellt. Dieser Illusion sollte man sich in Falle von IS nicht hingeben.
Denn bisher hätten Attentäter überleben und ihren Triumpf genießen wollen. Die Kämpfer des IS hingegen seien daran interessiert, möglichst viele - aus Sicht der Analysten - unschuldige Menschen mit in den Tod zu reißen und sich somit im Ranking der Märtyrer weit oben zu platzieren. Diese perfide Art des Mordens mache Angst und verfehle nicht das von den Terroristen verfolgte Ziel der Verunsicherung. Um ihre Entschlossenheit zu demonstrieren, habe die französische Regierung diverse Maßnahmen ergriffen und werde u.a. auch mit militärischer Gewalt antworten.
Sicherlich sei nachvollziehbar, dass man in solchen Ausnahmesituationen keine Rücksicht auf Verschuldungsgrenzen nehmen werde und sich nicht mehr an die im Vertrag von Maastricht festgeschriebenen Grenzen gebunden fühle. Doch diese Grenzen seien bereits vorher nicht nur von Frankreich ständig missachtet worden. War Frankreich vor Monaten noch willens, sich auf den Pfad der Tugend zurückzubewegen, so werde es in dieser Situation in Europa keine Regierung geben, die mahnend das Einhalten der Haushaltsdefizitgrenzen fordere. Denn zumindest finanziell würden auch die anderen Staaten einen Beitrag leisten müssen und somit das gesamte Konstrukt der Schuldenbegrenzung aushebeln. Flüchtlingswelle, Griechenlandkrise und Terrorbekämpfung würden also zukünftig immer mehr die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) und vielleicht auch der amerikanischen Notenbank (FED) beeinflussen.
Insbesondere die Diskussionen über eine mögliche Zinsanhebung in den USA werde erst am Abend des 16. Dezember - also kurz vor Weihnachten - beendet sein. Zu konträr seien die aktuellen Konjunkturdaten, um daraus eine Tendenz herauslesen zu können. So seien am Dienstag die Zahlen zur jährlichen US-Kerninflation in Höhe von +1,9% als Signal pro Zinserhöhung zu deuten gewesen, aber die anschließend veröffentlichten Daten zur US-Industrieproduktion hätten das Bild innerhalb kürzester Zeit konterkariert. Denn die Produktion sei während der vergangenen zehn Monate sieben Mal rückläufig gewesen. Dies zeuge noch nicht von einer nachhaltigen Belebung der US-Wirtschaft und könnte daher manchen US-Notenbanker zum Umdenken bewegen. Und gestern Abend sei das Protokoll der letzten FED-Sitzung veröffentlicht worden, das von den meisten Marktteilnehmern wieder als Signal für eine Zinserhöhung gewertet werde. An Weihnachten werde man mehr wissen!
Bei all den Belastungen, die Niedrigzinsen und Regulierungsanforderungen mit sich bringen würden, müsse die Botschaft, welche von der Europäischen Zentralbank (EZB) komme, für die Kreditinstitute wie Balsam sein. Denn unbegründet sei die Furcht vieler Geldhäuser vor immer höheren Kapitalanforderungen, heiße es jetzt seitens der EZB. Nach der Untersuchung der Handelsbücher und der Festlegung einer risikounabhängigen Verschuldungsquote (Leverage Ratio) solle es für die Institute zu keinen weiteren Belastungen kommen, habe EZB-Direktorin Sabine Lautenschläger versichert. "Was immer beim Basel-III-Prozess herauskommt, das Gesamtkapital-Niveau sollte auf dem heutigen Niveau bleiben. Das bedeutet aber nicht, dass es für einzelne Banken keine Veränderungen geben wird", so Lautenschläger.
Die strengeren Basel-III-Regeln für Banken würden in Europa bekanntlich schrittweise bis zum Jahr 2019 eingeführt. Die Institute müssten bis dahin besonders ihre Eigenkapitalpolster aufbauen, um mögliche Verluste abzufedern.
Laut EZB, die seit gut einem Jahr für die Aufsicht der Großbanken im Euro-Raum zuständig sei, würden die großen globalen Projekte in der Bankenaufsicht voraussichtlich Ende kommenden Jahres abgeschlossen sein. Sorgen in der Branche, es könnte danach eine weitere Regulierungswelle unter dem Stichwort Basel IV auf die Institute zurollen, habe Lautenschläger nun in Frankfurt zurückgewiesen. "Das ist wirklich weit entfernt und nichts, was diskutiert wird", habe sie gesagt.
Wie sehr die Kreditwirtschaft unter Druck stehe, habe in diesen Tagen auch eine Studie der Managementberatung Bain deutlich gemacht. Banken hätten ein Gewinnproblem, würden die Autoren der Studie warnen, wonach die Institute Renditen erwirtschaften würden, die unter den Kapitalkosten lägen und damit unter den Rendite-Ansprüchen potenzieller Investoren. Dabei komme Bain auf eine Eigenkapitalrendite von 2,1% und Kapitalkosten von 7,7%.
Als Konsequenz fordere Bain die Banken auf, ihre strukturellen Kosten zu senken. Das Potenzial dafür liege bei 30% oder 25 Mrd. Euro, was einen Personalabbau von 125.000 Arbeitsplätzen bedeuten würde. Aufgrund der Altersstruktur der Bank-Mitarbeiter könne ein Stellenabbau bis 2025 durch natürliche Fluktuation, Altersteilzeit und Vorruhestandsregelungen abgefedert werden. Doch selbst wenn die Institute diesen radikalen Vorgaben folgen sollten und ihre Kosten entsprechend senken würden, dann werde sich laut Bain die Kapitallücke in den nächsten zehn Jahren nur verringern, nicht aber schließen lassen, weshalb die Managementberater für 2025 immer noch von einer Kapitallücke von 13 Mrd. Euro ausgehen würden.
Dass sich Deutschlands Banken angesichts niedriger Zinsen und hoher Regulierungskosten zu Einschnitten gezwungen sähen, sei diese Woche auch der Tenor einer Bankentagung in Frankfurt gewesen. Wenn Banken mit Stellenabbau reagiert hätten, dürfte man ihnen das nicht vorwerfen, habe dort der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen gesagt. Er habe aber auch angemerkt, dass derjenige, der nur seine Kosten im Griff habe, das Klassenziel eines stabilen Geschäftsmodells nicht erreichen werde. Fitschen habe auch zugestanden, dass die Regulierung der vergangenen Jahre den Bankensektor stabiler gemacht habe. Aber nun sei die Zeit reif für eine Regulierungspause, habe sein Kollege Wolfgang Kirsch, Chef der DZ BANK ergänzt. Und die habe immerhin Sabine Lautenschläger der Branche bereits in Aussicht gestellt.
Indessen habe sich auch Axel Weber, Verwaltungsratschef der Schweizer UBS und bis 2011 Präsident der Deutschen Bundesbank, zum Thema Niedrig- und Minuszinsen zu Wort gemeldet. So könne nach seiner Einschätzung ein weiteres Absenken des negativen Einlagenzinses, wie ihn die EZB derzeit bei den Banken erhebe, gerade zum Gegenteil dessen führen, was die Notenbank damit bezwecke. Nämlich um den Margendruck zu kompensieren, hätten die Banken in der Schweiz sogar teilweise die Kreditzinsen angehoben. Das hänge damit zusammen, dass die negativen Zinsen nicht so ohne weiteres an Privatkunden weitergereicht werden könnten. Doch kein Schaden sei so groß, er trage ein Glück in seinem Schoß. Dadurch sei zumindest der Immobilien-Boom etwas eingedämmt worden.
Nachdem sich die Regierung in Athen am Dienstag mit den internationalen Geldgebern auf weitere Hilfszahlungen geeinigt habe, hätten die Kurse griechischer Staatsanleihen angezogen. Im Gegenzug seien die Renditen deutlich zurückgegangen und der Zinssatz für Papiere mit einer Laufzeit von zehn Jahren sei erstmals seit einem Jahr unter die Marke von 7,0% gefallen.
So sei eine 2/2025 fällig werdende Step-up-Anleihe (ISIN GR0128012698 / WKN A1G1UC) auf ein neues Zwölfmonatshoch von über 77% geklettert, nachdem der Titel im April noch bei 46% notiert habe. Auch ein bis 4/2019 laufender Bond (ISIN GR0114028534 / WKN A1ZGWQ) sei auf sein Jahreshoch von ca. 95% geklettert, was einer Rendite von rund 6,40% entspreche. Noch im März habe der Titel mit 59,785% unter der 60%-Marke notiert. Damit erreiche die Rendite griechischer Staatsanleihen wieder das Niveau der Endphase der Vorgängerregierung unter Antonis Samaras. Noch im Frühjahr habe die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe über der Marke von 13% gelegen.
Der Auszahlung weiterer 12 Mrd. Euro liege nun eine Einigung über ein Bündel von Reformen zugrunde. Mit 10 Mrd. Euro sollten die griechischen Banken gestützt werden, die restlichen 2 Mrd. Euro würden in den griechischen Staatshaushalt fließen. Bei den Banken gehe es vor allem um die faulen Kredite, die inzwischen ein Gesamtvolumen von mehr als 100 Mrd. Euro erreicht hätten. Etwa ein Viertel der sozial schwächeren Bürger, die ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen könnten, sollten vor einer Beschlagnahmung ihrer Wohnung geschützt werden. So solle niemand seine Erstwohnung verlieren, wenn sie nicht mehr als 170.000 Euro wert sei und das Jahreseinkommen des Eigentümers unter 8.180 Euro liege. Diese Summe gelte in Griechenland als Armutsgrenze.
Nur Berufsoptimisten würden glauben, dass bei solchen Regeln kein Betrug möglich sei. Denn wer die Rente für verstorbene Familienangehörige kassiert habe, der werde auch hierfür eine Lösung finden. Und bei dieser Gelegenheit sei auch der Hinweis an die Politiker gestattet, dass alle EU-Bürger gleich behandelt werden sollten!
Es sei so etwas wie eine Symbiose, mit der man die Beziehung zwischen der US-Notenbank FED und der People's Bank of China (PBoC) umschreiben könne. Um den Yuan zu stützen, schöpfe die PBoC immer weiter ihre Reserven aus, indem sie Fremdwährungen - und vor allem US-Dollar - verkaufe.
Monatlich werfe Peking auf diese Weise rund 60 Mrd. US-Dollar auf den Markt, mit der Absicht, den Druck von der eigenen Währung zu nehmen. Gleichzeitig aber sorge diese Maßnahme dafür, dass der US-Dollar nicht zu stark werde. Vor diesem Hintergrund verweise Dow Jones News auf Barry Eichengreen, Wirtschaftsprofessor in Berkeley, der die Frage aufwerfe, ob denn nicht die PBoC bereits für die FED die Wende bei der Geldpolitik indirekt eingeläutet habe. Überspitzt könnte man sagen: Die PBoC mache den Job der FED.
Andere Ökonomen würden hier von einer "ausgelagerten Straffung der Geldpolitik" sprechen. Der Umfang der chinesischen Markteingriffe entspreche einer Straffung der US-Geldpolitik von rund 25 Basispunkten, wie Eichengreen vorrechne. Die Wende in der US-Geldpolitik habe damit eigentlich schon stattgefunden, zumindest was den Effekt angehe. Die große Unbekannte hierbei sei freilich, wie lange die Kapitalabflüsse aus China anhalten würden bzw. wie lange Peking weiter in den Markt eingreife.
So betrachtet hinke also FED-Chefin Jane Yellen mit ihrer immer wieder verschobenen Anhebung der Leitzinsen nicht hinterher, sondern halte sich ihr eigenes Pulver nur trocken für den Fall der Fälle. Denn gleichzeitig müsse sie auf China Rücksicht nehmen, um mit einem zu starken Dollar nicht die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt abzuwürgen.
Bereits jetzt und nicht erst in der Adventszeit würden sich viele Verbraucher auf die Suche nach Geschenken für ihre Liebsten machen und zwar wie früher in den Geschäften, aber auch im Internet. In Erwartung des daraus resultierenden Versandbooms habe sich der US-Logistiker UPS von den Investoren bereits jetzt frisches Kapital in Form einer Doppelpack-Anleihe über den Kapitalmarkt liefern lassen. Beide Anleihen zusammen seien 1,2 Mrd. Euro schwer.
Bei der ersten Anleihe (ISIN XS1323463056 / WKN A18U2E) handle es sich um einen 5-jährigen Floater im Volumen von 500 Mio. Euro mit einer Fälligkeit am 15.07.2020. Der Kupon werde vierteljährlich angepasst und errechne sich aus dem 3-Monats-Euribor plus eines Aufschlags von +43 bps. Das Papier sei zu 100% emittiert worden. Bei der zweiten Tranche handle es sich um eine 10-jährige Anleihe (ISIN XS1323463726 / WKN A18U2F) im Volumen von 700 Mio. Euro. Das Unternehmen zahle dem Investor einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,625% bis zum Laufzeitende am 15.11.2025. Der Bond sei mit +75 bps über Mid Swap gepreist worden, was einem Ausgabepreis von 99,708% entsprochen habe. Die Anleihe verfüge über ein optionales Sonderkündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Durch den bei beiden Anleihen gewählten Mindestanlagebetrag von 100.000 Euro dürften diese Bonds überwiegend für institutionelle Anleger interessant sein.
Ebenso aktiv sei Continental Rubber of America Corperation, eine Tochter der deutschen Continental gewesen. Das Unternehmen habe 500 Mio. Euro mittels einer 4-jährigen Anleihe (ISIN DE000A1Z7C39 / WKN A1Z7C3) refinanziert und zahle dafür jährlich bis zum 19.02.2019 einen Kupon von 0,50%. Die Anleihe sei mit +55 bps über Mid Swap gepreist worden, was einen Emissionspreis von 99,739% ergeben habe. Durch die gewählte Stückelung von 1.000 Euro solle der Kauf dieser Gattung auch für Retail-Investoren ermöglicht werden.
Normalität und Sicherheit werde von den meisten Menschen als ganz selbstverständlich verstanden. Doch dass dies ein Trugschluss ist, zeigen uns die aktuellen Geschehnisse ziemlich eindrucksvoll, so die Analysten der Baader Bank.
So übertrage sich die allgemeine Unsicherheit, die momentan zweifelsfrei herrsche, auch auf den Rentenmarkt. Die Sorgenfalten der Marktteilnehmer würden in diesen Tagen nicht weniger und dies verdeutliche die Kursentwicklung des Euro-Bund-Futures. Denn das Sorgenbarometer mache seinem Namen alle Ehre und setze seinen seit Tagen anhaltenden Aufstieg fort. So sei das Rentenbarometer von seinem Novembertief bei 154,81% peu à peu bis auf 157,95% geklettert. Der aktuellen politischen Lage geschuldet, stünden deutsche Staatsanleihen als ein Hort der Sicherheit bei den Marktteilnehmern hoch im Kurs. Darüber hinaus seien es nach wie vor Spekulationen um zusätzliche geldpolitische Lockerungsmaßnahem durch die Europäische Zentralbank (EZB), die den deutschen Rentenmarkt stützen und die Kurse weiter in die Höhe treiben würden. Entsprechend sei die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe auf die Marke von 0,49% gefallen.
Charttechnisch sei gestern die bisherige Widerstandslinie bei 157,67% überwunden worden und der Euro-Bund-Future habe sich inzwischen auf dem erhöhten Niveau stabilisieren können. Ein Test der psychologisch wichtigen Marke bei 158% erscheine in den kommenden Tagen durchaus möglich. Aktuell notiere der Dezember-Kontrakt des Euro-Bund-Futures bei 157,93%. Aber auch der zweite große Widerstand bei 158,60% sollte nicht unerwähnt bleiben. Nach unten sei die erste Unterstützung bei 156,60% auszumachen. Nur ein nachhaltiges Durchbrechen dieser Unterstützungslinie würde einen Test der Marke um 154,81% ermöglichen.
Auch in dieser Handelswoche hätten sich die Euroländer am Kapitalmarkt für ca. 18 Mrd. Euro refinanziert, ohne dass Rückzahlungen angestanden hätten. So habe die Slowakei bereits zum Wochenstart zwei Altemissionen (ISIN SK4120009234 / WKN A1HLL8 / 2018; ISIN SK4120009762 / WKN A1ZB9Q / 2029) aufgestockt. Am heutigen Donnerstag werde dies auch in Spanien (ISIN ES00000127D6 / WKN A1Z161 / 2018; ISIN ES00000127H7 / WKN A1Z23N / 2020; ISIN ES00000123U9 / WKN A1HFHQ / 2022) und Frankreich (ISIN FR0010670737 / WKN A0T2FE / 2018; ISIN FR0012968337 / WKN A1Z6WT / 2020; ISIN FR0011337880 / WKN A1HAW9 / 2022) praktiziert. In einem kleineren Rahmen seien hierbei auch französische Inflation-linked-Bonds (ISIN FR0011427848 / WKN A1HGEZ / 2024; ISIN FR0011008705 / WKN A1GMH7 / 2027; ISIN FR0000188799 / WKN 123136 / 2032) berücksichtigt worden.
Bereits einen Tag vorher sei in Deutschland den Investoren zum sechsten Mal hintereinander eine 2-jährige Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001104628 / WKN 110462) als Null-Prozenter zum Kauf angeboten worden. Als Emissionsvolumen seien 5 Mrd. Euro veranschlagt gewesen, allerdings seien lediglich Gebote für 4,366 Mrd. Euro abgegeben worden. Die Zuteilung sei unter Berücksichtigung einer Marktpflegequote von 934 Mio. Euro zu einer Durchschnittsrendite von -0,38% erfolgt. Besonders bemerkenswert sei aber auch, dass gestern erstmals Portugal 400 Mio. Euro für sechs Monate mit einer Negativrendite von -0,018% am Geldmarkt habe aufnehmen können. Eine Entwicklung, die zwar von der EZB gewünscht, aber nicht unbedingt gerechtfertigt sei.
In den USA hingegen hätten T-Bills im Gegenwert von insgesamt 113 Mrd. USD mit den üblichen Fälligkeiten in vier Wochen sowie drei und sechs Monaten zum Verkauf gestanden. Zusätzlich seien aber auch 13 Mrd. USD als inflations-indexierte T-Note mit einer Laufzeit von zehn Jahren begeben worden.
Zurzeit ziehe das Sturmtief Heini über Deutschland hinweg und wirbele eine ordentliche Menge Laub auf. Allerdings nicht die Währung der Euroländer, diese könne sich schon eher damit identifizieren, dass zum Wochenende die Temperaturen drastisch fallen sollten.
Für die frostigen Temperaturen bei der Gemeinschaftswährung sei - wie schon in den vorangegangenen Wochen - die Aussicht auf eine weiterhin ultralockere Geldpolitik im Euroraum verantwortlich gewesen. Wasser auf diese Mühle sei die Äußerung von EZB-Chefsvolkswirt Peter Praet gewesen, der aufgrund der niedrigen Inflationserwartung besorgt und der Meinung sei, dass der schwache Preisdruck mittelfristig bestehen bleiben werde. So habe die Gemeinschaftswährung von 1,0828 bis auf 1,0629 USD nachgegeben und habe hierbei ein neues Sieben-Monats-Tief markiert. Aber auch die Anschläge in Paris seien für diesen Kursrückgang mitverantwortlich gewesen, da noch nicht abgeschätzt werden könne, ob diese auch wirtschaftlich negative Folgen hätten. Grundsätzlich sei nach Meinung vieler Experten die US-Zinswende im Dezember mittlerweile eingepreist. Zur Stunde habe sich der Euro auf einem ermäßigten Niveau stabilisieren können und notiere bei 1,0675 USD.
Aufgrund des gemeinsamen Kampfs gegen den Terror würden die Marktteilnehmer auf eine Annäherung zwischen Russland und den westlichen Staaten hoffen. Die Gemeinschaftswährung habe sich daher gegenüber dem Russischen Rubel von 72,4264 auf 68,6650 RUB verbilligt.
Um ihr Depot vor Wind und Frost zu schützen, hätten Privatanleger in dieser Handelswoche verstärkt Anleihen auf Südafrikanische Rand und Türkische Lira nachgefragt, aber auch die nordischen Währungen, explizit Norwegische Kronen, seien immer wieder aufgerufen worden.
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