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Die EZB liefert
11.03.16 08:41
M&G Investments
London (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat heute ein erneutes Anreizprogramm beschlossen, das über die Erwartungen des Marktes hinausgeht, so Stefan Isaacs, Stellvertretender Leiter des Retail Fixed Interest Teams bei M&G Investments.
Damit habe sie Anleihen und die Währung unter Druck gesetzt sowie risikoreichen Anlagen und Inflationserwartungen Anschub gegeben. Damit habe die Notenbank anscheinend den Spagat geschafft, einerseits das ohnehin geschwächte Bankensystem nicht zusätzlich zu belasten und andererseits die Gesamtwirtschaft weiter zu unterstützen. Die EZB habe die Einlagenfazilität auf einen Bereich von 0,1 bis -0,4 Prozent festgesetzt, habe den Hauptfinanzierungszins um fünf Basispunkte auf null Prozent und die Spitzenrefinanzierungssatz um fünf Basispunkte auf 0,25 Prozent reduziert.
Die größere Überraschung sei die Ankündigung, das Anleihekaufprogramm um 20 Mrd. Euro pro Monat auf 80 Mrd. Euro auszuweiten und insbesondere auch den Ankauf von Unternehmensanleihen mit Investmentgrade-Status zu erlauben, die von Unternehmen außerhalb des Finanzsektors im Euroraum begeben würden. Dieser Schritt komme unerwartet: Dagegen hätten die politischen Empfindsamkeiten, die vorausgegangenen Meinungsverschiedenheiten zwischen Falken und Tauben im Rat und die Diskussion darüber gestanden, ob der Ankauf von Staatsanleihen überhaupt rechtmäßig sei. Wie zu erwarten hätten die Anleihemärkte auf die Nachricht positiv reagiert, und die Credit-Spreads hätten sich verengt.
Schließlich wolle die EZB vier neue und sehr umfassende langfristige Refinanzierungsprojekte mit einer Laufzeit von vier Jahren auflegen.
Indem sie mehr liefere als erwartet, dürfte die EZB das Vertrauen des Marktes stärken, die Kreditvergabe unterstützen und die Inflationserwartungen erhöhen. Mario Draghi werde es zwar nicht öffentlich zugeben, aber die EZB dürfte sich sehr wohl im Klaren darüber sein, dass sie ihr Arsenal zur Unterstützung der Wirtschaft weitgehend ausgereizt habe. Ohne Strukturreformen und finanzpolitische Maßnahmen werde es nicht gehen. (Ausgabe vom 10.03.2016) (11.03.2016/alc/a/a)
Damit habe sie Anleihen und die Währung unter Druck gesetzt sowie risikoreichen Anlagen und Inflationserwartungen Anschub gegeben. Damit habe die Notenbank anscheinend den Spagat geschafft, einerseits das ohnehin geschwächte Bankensystem nicht zusätzlich zu belasten und andererseits die Gesamtwirtschaft weiter zu unterstützen. Die EZB habe die Einlagenfazilität auf einen Bereich von 0,1 bis -0,4 Prozent festgesetzt, habe den Hauptfinanzierungszins um fünf Basispunkte auf null Prozent und die Spitzenrefinanzierungssatz um fünf Basispunkte auf 0,25 Prozent reduziert.
Schließlich wolle die EZB vier neue und sehr umfassende langfristige Refinanzierungsprojekte mit einer Laufzeit von vier Jahren auflegen.
Indem sie mehr liefere als erwartet, dürfte die EZB das Vertrauen des Marktes stärken, die Kreditvergabe unterstützen und die Inflationserwartungen erhöhen. Mario Draghi werde es zwar nicht öffentlich zugeben, aber die EZB dürfte sich sehr wohl im Klaren darüber sein, dass sie ihr Arsenal zur Unterstützung der Wirtschaft weitgehend ausgereizt habe. Ohne Strukturreformen und finanzpolitische Maßnahmen werde es nicht gehen. (Ausgabe vom 10.03.2016) (11.03.2016/alc/a/a)


