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EZB läuft auf Autopilot
26.10.18 11:15
State Street
Boston (www.anleihencheck.de) - Nach der Sitzung des Geldpolitischen Ausschusses (Monetary Policy Committee (MPC)) der Europäischen Zentralbank (EZB) am 25. Oktober 2018 nehmen Michael Metcalfe, Leiter Global Macro Strategy bei State Street Global Markets, Barry McAndrew, leitender Portfolio Manager Fixed Income bei State Street Global Advisors, EMEA, sowie Antoine Lesné, Leiter Strategie und Marktforschung EMEA bei SPDR ETFs, hierzu Stellung.
"Bei den derzeitigen Marktbedingungen, bei denen es erste Anzeichen dafür gibt, dass die Probleme Italiens nach Spanien durchdringen, ist das, was die EZB nicht sagt oder tut, vielleicht das Interessanteste", habe Metcalfe gesagt. "Es gibt nur wenig Anhaltspunkte dafür, dass die EZB die Outright Monetary Transactions (OMTs - geldpolitische Outright-Geschäfte) oder ein vergleichbares politisches Instrument wieder einführen wird, mit dem sie eine Verwerfung auf den Märkten für festverzinsliche Wertpapiere unterdrücken könnte, ohne dass ein Land zunächst Teil eines umfassenden Rettungspakets wird. Auch gibt es keine ausdrücklichen Hinweise auf mögliche Änderungen bei der EZB-Wiederanlagepolitik. Was immer nötig ist, steht jedenfalls kurz bevor."
"Nachdem sich die EZB bereits zu einem geordneten Abbau der quantitativen Lockerung verpflichtet hatte und in Bezug auf die Leitzinsen bis nach dem Sommer 2019 keine Maßnahmen ergreifen wollte, läuft sie derzeit auf Autopilot", habe McAndrew gesagt. "Die jüngsten Turbulenzen in Italien haben daran nichts geändert, und man sieht die Risiken nach wie vor als weitgehend ausgewogen an. Auch wenn die Inflationserwartungen immer noch unter den Zielvorgaben liegen, sieht die EZB kleine Bereiche des Lohndrucks, was ihr ein gewisses Maß an Zuversicht gibt, ihre Politik weniger entgegenkommend zu gestalten. Allerdings bewahrt man sich jede weitere Aussage über das wahrscheinliche Tempo der Aufhebung bis zum nächsten Jahr auf."
"Wie allgemein erwartet, hat die EZB die Zinsen unverändert gelassen", habe Lesné gesagt. "Neben der Spread-Volatilität Italiens wurden potenzielle Wachstumsrisiken aufgrund von Handelskriegen und zunehmenden geopolitischen Bedenken festgestellt. Die Inflation bleibt auf Kurs, und da sich das Risiko offenbar nicht auf andere Peripheriestaaten ausgedehnt hat, war auch nicht zu erwarten, dass die EZB den Kurs für Italien ändert. Somit ist zu erwarten, dass die Auswirkungen auf die Zinsen gedämpft werden und der Euro im Vergleich zum Dollar weiterhin schwächeln wird." (Ausgabe vom 25.10.2018) (26.10.2018/alc/a/a)
"Bei den derzeitigen Marktbedingungen, bei denen es erste Anzeichen dafür gibt, dass die Probleme Italiens nach Spanien durchdringen, ist das, was die EZB nicht sagt oder tut, vielleicht das Interessanteste", habe Metcalfe gesagt. "Es gibt nur wenig Anhaltspunkte dafür, dass die EZB die Outright Monetary Transactions (OMTs - geldpolitische Outright-Geschäfte) oder ein vergleichbares politisches Instrument wieder einführen wird, mit dem sie eine Verwerfung auf den Märkten für festverzinsliche Wertpapiere unterdrücken könnte, ohne dass ein Land zunächst Teil eines umfassenden Rettungspakets wird. Auch gibt es keine ausdrücklichen Hinweise auf mögliche Änderungen bei der EZB-Wiederanlagepolitik. Was immer nötig ist, steht jedenfalls kurz bevor."
"Nachdem sich die EZB bereits zu einem geordneten Abbau der quantitativen Lockerung verpflichtet hatte und in Bezug auf die Leitzinsen bis nach dem Sommer 2019 keine Maßnahmen ergreifen wollte, läuft sie derzeit auf Autopilot", habe McAndrew gesagt. "Die jüngsten Turbulenzen in Italien haben daran nichts geändert, und man sieht die Risiken nach wie vor als weitgehend ausgewogen an. Auch wenn die Inflationserwartungen immer noch unter den Zielvorgaben liegen, sieht die EZB kleine Bereiche des Lohndrucks, was ihr ein gewisses Maß an Zuversicht gibt, ihre Politik weniger entgegenkommend zu gestalten. Allerdings bewahrt man sich jede weitere Aussage über das wahrscheinliche Tempo der Aufhebung bis zum nächsten Jahr auf."
"Wie allgemein erwartet, hat die EZB die Zinsen unverändert gelassen", habe Lesné gesagt. "Neben der Spread-Volatilität Italiens wurden potenzielle Wachstumsrisiken aufgrund von Handelskriegen und zunehmenden geopolitischen Bedenken festgestellt. Die Inflation bleibt auf Kurs, und da sich das Risiko offenbar nicht auf andere Peripheriestaaten ausgedehnt hat, war auch nicht zu erwarten, dass die EZB den Kurs für Italien ändert. Somit ist zu erwarten, dass die Auswirkungen auf die Zinsen gedämpft werden und der Euro im Vergleich zum Dollar weiterhin schwächeln wird." (Ausgabe vom 25.10.2018) (26.10.2018/alc/a/a)


