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Der EZB fehlt es im Wirtschaftsabschwung an Engagement


13.03.20 08:45
Vontobel Asset Management

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die gestrige Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) war für die Anleger eine Enttäuschung, so Frank Häusler, Chefanlagestratege von Vontobel Asset Management.

Auch wenn eine Zinssenkung der Wirtschaft nicht direkt geholfen hätte, wäre sie doch zumindest ein unterstützendes Signal gewesen und hätte wahrscheinlich die finanziellen Bedingungen verbessert. Dies gelte insbesondere angesichts der Tatsache, dass Christine Lagarde eingeräumt habe, dass sich das Zinsniveau noch nicht in der Nähe vom unteren Band bewege, was letztendlich bedeute, dass es Handlungsspielraum gegeben hätte.

Die zusätzlichen Wertpapierkäufe von 120 Milliarden US-Dollar bis zum Ende des Jahres seien einfach nur mehr vom Gleichen. Dazu komme, dass die EZB den Kapitalschlüssel nicht wesentlich überdenke, was Wertpapierkäufe in den Märkten ermöglicht hätte, die gerade am meisten Unterstützung brauchen würden. Günstigere LTROs und TLTROs würden sicherlich indirekt kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) unterstützen, indem sie die Banken der Eurozone mit besseren Refinanzierungsbedingungen versorgen würden.

Der allgemeine Eindruck des Handelns der EZB und der Pressekonferenz von Frau Lagarde sei jedoch der eines gespaltenen EZB-Rats, dem es an Engagement inmitten eines schweren Wirtschaftsabschwungs fehle. (Ausgabe vom 12.03.2020) (13.03.2020/alc/a/a)