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EZB dürfte abermals expansiver werden
17.06.19 11:30
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Aus unserer Sicht spricht derzeit aus der ökonomischen Perspektive wenig für eine Zinssenkung in den USA, so die Analysten der National-Bank AG.
Der Arbeitsmarkt sei bei Rekordbeschäftigung im (aus der Sicht einer Notenbank) tiefroten Bereich angekommen und ungeachtet des globalen Gegenwindes verweise das Gros der Frühindikatoren auch weiterhin auf eine mindestens durchschnittliche konjunkturelle Dynamik - und dies trotz eines Rekordaufschwungs der US-Volkswirtschaft. Nach wie vor bleibe der Ausblick für den privaten Konsum - dem Nukleus der US-Wirtschaft - sehr gut: Das global niedrige Zinsniveau dürfte hier abermals positive Impulse für die finanziell ohnehin bereits robust situierten privaten Haushalt beinhalten. Wenn man so wolle, finanziere die durch den Handelskonflikt ausgelöste globale Schwächeperiode einen dann umso lebhafteren US-Konsum.
Blicke man auf die Entwicklung der US-Treasuries, habe der Zinsrutsch in den USA mit der Verschärfung des Handelskonfliktes seitens Präsident Trumps begonnen. Insofern handle es sich bei möglichen expansiveren Maßnahmen der FED nicht um Maßnahmen, die sich aus der binnenwirtschaftlichen Konstellation der USA ergeben würden. Ein solcher Schritt wäre - wenn er denn käme - eine Absicherung gegenüber einer politik-induzierten zukünftigen Abschwächung der Weltwirtschaft. Selten zuvor hätten die Finanzmärkte so klar auf eine Leitzinswende verwiesen - zumindest die Historie zeige allerdings, dass die Märkte hier systematisch eher auf der falschen Seite gelegen hätten.
Die US-Notenbank dürfte ihre Rhetorik auf ihrer Pressekonferenz in der kommenden Woche in Richtung Zinssenkungen verschieben. Sie dürfte sich aber naturgemäß einen erheblichen Interpretationsspielraum offen halten. Im Ergebnis würden die Analysten der National-Bank AG davon ausgehen, dass die FED ihr aktuelles Zinsniveau bis auf weiteres beibehalte, eine Zinssenkung würden die Analysten nach wie vor für weniger wahrscheinlich halten als eine Beibehaltung des aktuellen Niveaus. Vor dem Hintergrund der veränderten Wahrscheinlichkeitsverteilung für den weiteren Zinspfad der US-Notenbank würden die Analysten der National-Bank AG ihre Einschätzung für die Zinsentwicklung in den USA senken: Die zehnjährigen Staatsanleihen in den USA sollten auf Jahressicht um 2,6% rentieren.
Nach wie vor nehme die Wahrscheinlichkeit weiter zu, dass die EZB abermals expansiver werde. Dahinter stehe maßgeblich, dass sich die Inflationserwartungen weit unter der gesetzlich intendierten Zielgröße von 2% bewegen würden: Die EZB habe - wie von den Analysten der National-Bank AG erwartet - darauf reagiert und ihre Forward Guidance für die Kapitalmärkte angepasst, die Leitzinsen bis zur Jahresmitte 2020 auf den aktuellen Niveaus zu belassen. Zudem schließe die Bank weitere expansive Maßnahmen nicht aus. Insgesamt würden die Analysten davon ausgehen, dass eine Veränderung des Inflationsbildes in Europa ein wesentlich höheres Wachstum in Europa voraussetze. Solange also der Handelskonflikt so viele Risiken berge und der weiterhin latente Brexit als weiterer Belastungsfaktor hinzukomme, habe die EZB kaum Anreiz, ihren Kurs zu verändern.
Die Analysten der National-Bank AG würden ihre Einschätzung für die Zinsentwicklung in Deutschland und Europa bei Renditen für die zehnjährigen Bundesanleihen um 0,2% auf Jahressicht belassen (Bloomberg-Konsensus 0,45%). Gerade vor dem Hintergrund spürbar niedriger US-Sätze hat das Abwärtsbias bei unseren Prognosen aber weiter zugenommen, so die Analysten der National-Bank AG. (Ausgabe vom 14.06.2019) (17.06.2019/alc/a/a)
Der Arbeitsmarkt sei bei Rekordbeschäftigung im (aus der Sicht einer Notenbank) tiefroten Bereich angekommen und ungeachtet des globalen Gegenwindes verweise das Gros der Frühindikatoren auch weiterhin auf eine mindestens durchschnittliche konjunkturelle Dynamik - und dies trotz eines Rekordaufschwungs der US-Volkswirtschaft. Nach wie vor bleibe der Ausblick für den privaten Konsum - dem Nukleus der US-Wirtschaft - sehr gut: Das global niedrige Zinsniveau dürfte hier abermals positive Impulse für die finanziell ohnehin bereits robust situierten privaten Haushalt beinhalten. Wenn man so wolle, finanziere die durch den Handelskonflikt ausgelöste globale Schwächeperiode einen dann umso lebhafteren US-Konsum.
Die US-Notenbank dürfte ihre Rhetorik auf ihrer Pressekonferenz in der kommenden Woche in Richtung Zinssenkungen verschieben. Sie dürfte sich aber naturgemäß einen erheblichen Interpretationsspielraum offen halten. Im Ergebnis würden die Analysten der National-Bank AG davon ausgehen, dass die FED ihr aktuelles Zinsniveau bis auf weiteres beibehalte, eine Zinssenkung würden die Analysten nach wie vor für weniger wahrscheinlich halten als eine Beibehaltung des aktuellen Niveaus. Vor dem Hintergrund der veränderten Wahrscheinlichkeitsverteilung für den weiteren Zinspfad der US-Notenbank würden die Analysten der National-Bank AG ihre Einschätzung für die Zinsentwicklung in den USA senken: Die zehnjährigen Staatsanleihen in den USA sollten auf Jahressicht um 2,6% rentieren.
Nach wie vor nehme die Wahrscheinlichkeit weiter zu, dass die EZB abermals expansiver werde. Dahinter stehe maßgeblich, dass sich die Inflationserwartungen weit unter der gesetzlich intendierten Zielgröße von 2% bewegen würden: Die EZB habe - wie von den Analysten der National-Bank AG erwartet - darauf reagiert und ihre Forward Guidance für die Kapitalmärkte angepasst, die Leitzinsen bis zur Jahresmitte 2020 auf den aktuellen Niveaus zu belassen. Zudem schließe die Bank weitere expansive Maßnahmen nicht aus. Insgesamt würden die Analysten davon ausgehen, dass eine Veränderung des Inflationsbildes in Europa ein wesentlich höheres Wachstum in Europa voraussetze. Solange also der Handelskonflikt so viele Risiken berge und der weiterhin latente Brexit als weiterer Belastungsfaktor hinzukomme, habe die EZB kaum Anreiz, ihren Kurs zu verändern.
Die Analysten der National-Bank AG würden ihre Einschätzung für die Zinsentwicklung in Deutschland und Europa bei Renditen für die zehnjährigen Bundesanleihen um 0,2% auf Jahressicht belassen (Bloomberg-Konsensus 0,45%). Gerade vor dem Hintergrund spürbar niedriger US-Sätze hat das Abwärtsbias bei unseren Prognosen aber weiter zugenommen, so die Analysten der National-Bank AG. (Ausgabe vom 14.06.2019) (17.06.2019/alc/a/a)


