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EZB drückt weiter auf das Gaspedal
05.05.17 12:15
Alte Leipziger Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Wie erwartet hat die EZB auf ihrer jüngsten Sitzung weder die Leitzinsen noch ihr Ankaufprogramm geändert, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Auch ihre "Forward Guidance" habe sie beibehalten. Die EZB trete fortgesetzt auf das Gaspedal und erwarte also weiterhin, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit und weit über den Horizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf dem aktuellen oder einem sogar noch niedrigeren Niveau bleiben würden als bisher.
Sollte sich der wirtschaftliche Ausblick in der Eurozone verschlechtern oder sollten sich die Finanzierungsbedingungen eintrüben, habe die EZB signalisiert, das Anleiheaufkaufprogramm im Hinblick auf Umfang oder Dauer sogar nochmals auszuweiten. EZB-Chef Draghi habe betont, dass die Erholung der Wirtschaft im Euroraum kontinuierlich fester werde. Dennoch habe die Notenbank ihre Einschätzung zu den Risiken der wirtschaftlichen Entwicklung nur leicht geändert. Mit Blick auf die Inflation bleibe die Einschätzung der EZB unverändert. Die EZB erwarte, dass sich die Inflationsrate nach einem temporären Anstieg im April etwa auf Höhe des aktuellen Niveaus seitwärts bewege.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei zuletzt leicht von 0,29% auf 0,32% geklettert. Gleichwohl sei in vielen Industrienationen in den letzten Wochen eher ein Renditerückgang zu beobachten gewesen. Ein kräftiger und nachhaltiger Anstieg der Inflationsrate auf absehbare Zeit bleibe deshalb unwahrscheinlich.
Die jüngsten Entwicklungen der Preissteigerungsraten in der Eurozone würden jedoch möglicherweise einen Trend hin zur Normalisierung der Inflation signalisieren. Dieser "Normalisierungsprozess" könnte jedoch Jahre beanspruchen. EZB-Chef Draghi habe zuletzt davon gesprochen, dass Deflationsgefahren nicht mehr zu sehen seien. Einige Marktteilnehmer würden dies als Hinweis darauf interpretieren, die monatlichen Anleihekäufe in nicht allzu ferner Zukunft weiter zu reduzieren und im ersten Halbjahr kommenden Jahres zu beenden. Eine erste Leitzinserhöhung in der Eurozone könnte dann im Herbst 2018 folgen.
Während ein Aktienaufschwung in Phasen steigender Zinsen oft beschleunigt werde, könnten in fernerer Zukunft auf die Anleihemärkte Probleme zukommen. So ginge im Falle eines - derzeit unwahrscheinlichen - Anstiegs der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von derzeit 0,32% auf 1% mit Kursverlusten von etwa 6% einher. (Ausgabe Mai 2017) (05.05.2017/alc/a/a)
Auch ihre "Forward Guidance" habe sie beibehalten. Die EZB trete fortgesetzt auf das Gaspedal und erwarte also weiterhin, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit und weit über den Horizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf dem aktuellen oder einem sogar noch niedrigeren Niveau bleiben würden als bisher.
Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei zuletzt leicht von 0,29% auf 0,32% geklettert. Gleichwohl sei in vielen Industrienationen in den letzten Wochen eher ein Renditerückgang zu beobachten gewesen. Ein kräftiger und nachhaltiger Anstieg der Inflationsrate auf absehbare Zeit bleibe deshalb unwahrscheinlich.
Die jüngsten Entwicklungen der Preissteigerungsraten in der Eurozone würden jedoch möglicherweise einen Trend hin zur Normalisierung der Inflation signalisieren. Dieser "Normalisierungsprozess" könnte jedoch Jahre beanspruchen. EZB-Chef Draghi habe zuletzt davon gesprochen, dass Deflationsgefahren nicht mehr zu sehen seien. Einige Marktteilnehmer würden dies als Hinweis darauf interpretieren, die monatlichen Anleihekäufe in nicht allzu ferner Zukunft weiter zu reduzieren und im ersten Halbjahr kommenden Jahres zu beenden. Eine erste Leitzinserhöhung in der Eurozone könnte dann im Herbst 2018 folgen.
Während ein Aktienaufschwung in Phasen steigender Zinsen oft beschleunigt werde, könnten in fernerer Zukunft auf die Anleihemärkte Probleme zukommen. So ginge im Falle eines - derzeit unwahrscheinlichen - Anstiegs der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von derzeit 0,32% auf 1% mit Kursverlusten von etwa 6% einher. (Ausgabe Mai 2017) (05.05.2017/alc/a/a)


