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EZB bleibt auf Kurs, FED-Leitzinserhöhung im September auf der Kippe
02.09.15 10:22
Postbank Research
Bonn (www.anleihencheck.de) - Seit unserer letzten Ausgabe von "Zinsen und Währungen" hat keine Sitzung des EZB-Rates stattgefunden, so die Analysten von Postbank Research.
Auch darüber hinaus hätten sich die Ratsmitglieder mit Äußerungen zur Geldpolitik auffallend zurückgehalten. Dies deute darauf hin, dass die EZB derzeit keinen sonderlichen Kommunikationsbedarf bezüglich ihres künftigen Kurses sehe, was wiederum ein klares Anzeichen sei, dass auf der kommenden Ratssitzung nicht mit einer Adjustierung der Geldpolitik zu rechnen sei.
Im Rahmen der Pressekonferenz dürfte EZB-Präsident Draghi zwar einerseits auf die gestiegenen Wachstumsrisiken durch die Sorgen um die chinesische Konjunktur sowie die jüngsten Finanzmarktturbulenzen hinweisen. Auf der anderen Seite sollte er aber auch eine gewisse Genugtuung zeigen, dass sich das Kreditwachstum im Euroraum zuletzt beschleunigt habe. Die EZB dürfte sich dadurch in ihrer Geldpolitik bestätigt sehen. Insofern sollte sie auch klar kommunizieren, dass sie an ihrem Anleiheankaufprogramm unbeirrt festhalte und falls erforderlich auch bereit wäre, ihre Geldpolitik nochmals expansiver zu gestalten. Einen aktuellen Anlass hierfür dürfte sie aber nicht sehen.
Von größerer Relevanz sei derzeit die Frage, wann die US-Notenbank beginne, ihre Geldpolitik zu straffen. Hinsichtlich einer ersten Anhebung im September habe es in den letzten Wochen widersprüchliche Signale gegeben. So habe die FED im Pressestatement zu ihrer geldpolitischen Sitzung Ende Juli ausgeführt, dass sie eine Anhebung der Leitzinsen für angemessen halte, wenn sich die Lage am Arbeitsmarkt noch etwas weiter verbessere, was durch den soliden Arbeitsmarktbericht für Juli durchaus bestätigt worden sei.
Das später veröffentlichte Protokoll zu der erwähnten Sitzung wiederum habe einerseits gezeigt, dass eine Zinserhöhung zwar näher rücke. Andererseits habe es aber keine konkreten Hinweise auf den wahrscheinlichen Zeitpunkt eines ersten Zinsschrittes enthalten. Die Interpretationen der Entwicklungen am Arbeitsmarkt und insbesondere auch der Aussichten für die Inflation seien zwischen den FOMC-Mitgliedern doch deutlich auseinandergeklafft, was schon für sich genommen auf eine knappe Entscheidung hindeute.
Die jüngsten Entwicklungen mit den Turbulenzen an den Finanzmärkten auf der einen und der deutlichen Aufwärtsrevision des BIP-Wachstum für das 2. Quartal auf der anderen Seite sollten die Entscheidungsfindung nicht gerade vereinfacht haben. Das Zünglein an der Waage könnte der bevorstehende Arbeitsmarktbericht für August bilden. Da die Analysten bislang keine Anzeichen einer nachlassenden Beschäftigungsdynamik erkennen könnten, würden sie weiterhin davon ausgehen, dass die FED ihren Leitzins im September erstmals anhebe und diesem Schritt in den kommenden Quartalen weitere folgen lasse. (Ausgabe September 2015) (02.09.2015/alc/a/a)
Auch darüber hinaus hätten sich die Ratsmitglieder mit Äußerungen zur Geldpolitik auffallend zurückgehalten. Dies deute darauf hin, dass die EZB derzeit keinen sonderlichen Kommunikationsbedarf bezüglich ihres künftigen Kurses sehe, was wiederum ein klares Anzeichen sei, dass auf der kommenden Ratssitzung nicht mit einer Adjustierung der Geldpolitik zu rechnen sei.
Von größerer Relevanz sei derzeit die Frage, wann die US-Notenbank beginne, ihre Geldpolitik zu straffen. Hinsichtlich einer ersten Anhebung im September habe es in den letzten Wochen widersprüchliche Signale gegeben. So habe die FED im Pressestatement zu ihrer geldpolitischen Sitzung Ende Juli ausgeführt, dass sie eine Anhebung der Leitzinsen für angemessen halte, wenn sich die Lage am Arbeitsmarkt noch etwas weiter verbessere, was durch den soliden Arbeitsmarktbericht für Juli durchaus bestätigt worden sei.
Das später veröffentlichte Protokoll zu der erwähnten Sitzung wiederum habe einerseits gezeigt, dass eine Zinserhöhung zwar näher rücke. Andererseits habe es aber keine konkreten Hinweise auf den wahrscheinlichen Zeitpunkt eines ersten Zinsschrittes enthalten. Die Interpretationen der Entwicklungen am Arbeitsmarkt und insbesondere auch der Aussichten für die Inflation seien zwischen den FOMC-Mitgliedern doch deutlich auseinandergeklafft, was schon für sich genommen auf eine knappe Entscheidung hindeute.
Die jüngsten Entwicklungen mit den Turbulenzen an den Finanzmärkten auf der einen und der deutlichen Aufwärtsrevision des BIP-Wachstum für das 2. Quartal auf der anderen Seite sollten die Entscheidungsfindung nicht gerade vereinfacht haben. Das Zünglein an der Waage könnte der bevorstehende Arbeitsmarktbericht für August bilden. Da die Analysten bislang keine Anzeichen einer nachlassenden Beschäftigungsdynamik erkennen könnten, würden sie weiterhin davon ausgehen, dass die FED ihren Leitzins im September erstmals anhebe und diesem Schritt in den kommenden Quartalen weitere folgen lasse. (Ausgabe September 2015) (02.09.2015/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


