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EZB: Zinssenkungen ab Juni möglich
08.03.24 10:27
MFS Investment Management
Boston (www.anleihencheck.de) - Die EZB lässt die Leitzinsen unverändert und wiederholt ihr Mantra der Datenabhängigkeit, so Annalisa Piazza, Fixed Income Research Analyst bei MFS Investment Management.
Lagarde habe betont, dass sich der disinflationäre Druck bestätigt habe. Bei der Lohnentwicklung sei jedoch weiterhin Vorsicht geboten: Erste Anzeichen dafür, dass der Druck nachlasse, müssten sich erst noch bestätigen, und auch die Gewinnmargen müsse man weiter beobachten.
Für eine Entwarnung sei es also noch zu früh. Allerdings würden auch frühere geldpolitische Maßnahmen weiter wirken und sorge für zusätzlichen Disinflationsdruck. Die monetären Rahmenbedingungen hätten sich stabilisiert; jedoch sei die Kreditvergabe an Unternehmen und private Haushalte nach wie vor äußerst schleppend. Zweifel seien daher angebracht, wie sich der Konsum und die Investitionen der privaten Haushalte erholen würden, falls die EZB keine Zinssenkungen vornehmen sollte, um die Leitzinsen auf ein neutrales Niveau zu bringen.
Insgesamt sei die EZB zuversichtlicher, was die Annäherung der Inflation an ihre Zielmarke angehe, wolle aber eine eindeutigere Datenlage abwarten, bevor sie handele. Lagarde habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bis zur Juni-Sitzung mehr Informationen zur Verfügung stehen würden, und habe damit implizit die Markterwartungen bestätigt, dass der Zinssenkungszyklus im Juni starten könnte. Was das Tempo der Zinssenkungen angehe, so sei die Kommunikation recht eindeutig gewesen. Die EZB habe kein vordefiniertes Muster für künftige Schritte. Noch wichtiger: Lagarde habe die Unabhängigkeit der EZB betont. Ihre Entscheidungen würden nicht von der FED beeinflusst.
Der Markt habe zunächst heftig reagiert, mit einem Anstieg um bis zu 7 bis 8 Basispunkte über die gesamte Kurve. Diese Bewegung habe teilweise wieder korrigiert, da sie auf eine weitere starke Rally in den letzten Tagen gefolgt sei. Die Experten würden an ihrer positiven Einschätzung europäischer Anleihen festhalten, die vor dem Hintergrund einer erwarteten allmählichen Rückkehr zu einer neutralen Geldpolitik unterstützt werden dürften. Größere negative Überraschungen für die Wirtschaft seien aus ihrer Sicht nicht zu erwarten. (08.03.2024/alc/a/a)
Lagarde habe betont, dass sich der disinflationäre Druck bestätigt habe. Bei der Lohnentwicklung sei jedoch weiterhin Vorsicht geboten: Erste Anzeichen dafür, dass der Druck nachlasse, müssten sich erst noch bestätigen, und auch die Gewinnmargen müsse man weiter beobachten.
Insgesamt sei die EZB zuversichtlicher, was die Annäherung der Inflation an ihre Zielmarke angehe, wolle aber eine eindeutigere Datenlage abwarten, bevor sie handele. Lagarde habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bis zur Juni-Sitzung mehr Informationen zur Verfügung stehen würden, und habe damit implizit die Markterwartungen bestätigt, dass der Zinssenkungszyklus im Juni starten könnte. Was das Tempo der Zinssenkungen angehe, so sei die Kommunikation recht eindeutig gewesen. Die EZB habe kein vordefiniertes Muster für künftige Schritte. Noch wichtiger: Lagarde habe die Unabhängigkeit der EZB betont. Ihre Entscheidungen würden nicht von der FED beeinflusst.
Der Markt habe zunächst heftig reagiert, mit einem Anstieg um bis zu 7 bis 8 Basispunkte über die gesamte Kurve. Diese Bewegung habe teilweise wieder korrigiert, da sie auf eine weitere starke Rally in den letzten Tagen gefolgt sei. Die Experten würden an ihrer positiven Einschätzung europäischer Anleihen festhalten, die vor dem Hintergrund einer erwarteten allmählichen Rückkehr zu einer neutralen Geldpolitik unterstützt werden dürften. Größere negative Überraschungen für die Wirtschaft seien aus ihrer Sicht nicht zu erwarten. (08.03.2024/alc/a/a)


