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EZB-Sitzung: Tapering, aber langsam
13.12.21 14:00
ETHENEA
Munsbach (www.anleihencheck.de) - Die EZB bereitet sich derzeit auf ihre letzte Sitzung für das Jahr 2021 vor, so Dr. Volker Schmidt, Senior Portfolio Manager bei ETHENEA Independent Investors S.A.
Dabei spiele die Entwicklung der Teuerungsrate für die weitere Ausgestaltung der geldpolitischen Maßnahmen eine wichtige Rolle, denn die jährliche Inflationsrate in der Eurozone habe im November mit 4,9% einen neuen Höchstwert erklommen. Optimistisch dürfte der wirtschaftliche Ausblick für 2022 stimmen - die EZB habe im September ein Wachstum von 4,6% für das kommende Jahr prognostiziert. Diese beiden Faktoren hätten Rufe nach einem Ende des Anleiheankaufprogramms PEPP zurecht lauter werden lassen, auch wenn sich angesichts neuerlicher Beschränkungen aufgrund deutlich steigender Corona-Fallzahlen und der neuen Omikron-Variante Angst verbreitet habe.
Ein weiteres wichtiges Argument neben den ökonomischen Rahmendaten sei die immer deutlicher zu Tage tretende Knappheit deutscher Staatsanleihen. Laut Berechnungen von Bloomberg liege die Menge an im Umlauf befindlichen Deutschen Bundesanleihen (definiert als Anleihen im Besitz nicht preissensitiver Investoren) bei nur noch 11 Prozent. Somit würden sich deren Preise zunehmend ökonomischen Erklärungsversuchen entziehen.
Die Experten würden damit rechnen, dass die EZB auf der nun anstehenden Sitzung das planmäßige Ende des Ankaufsprogramms PEPP für Ende März 2022 verkünden werde. Klare Aussagen zu der zukünftigen Ausgestaltung der weiteren, kleineren Ankaufsprogramme (APP) werde die Zentralbank wohl auf ihre nächste Sitzung Anfang Februar verschieben. Damit werde die EZB Zeit und mehr Klarheit über die zukünftige Inflationsentwicklung gewinnen wollen. Die Erwartung, dass die Novemberinflationszahlen die Spitze des aktuellen Zyklus gewesen seien, werde durch stetig steigende Preise für Gas und Strom gefährdet.
Die Ergebnisse der Untersuchungen der Omikron-Variante würden vorerst auf einen milden Verlauf hoffen lassen, aber diese Aussagen seien noch nicht gesichert. Auch darüber sollte bis zur nächsten Sitzung der EZB mehr Klarheit herrschen. Die Verwerfungen bei den Bundesanleihen könnten sich wieder abschwächen, sobald die Investoren mit dem Beginn des neuen Jahres bereit seien, sich von besonders sicheren Investments zu trennen. Auch plane die neue Bundesregierung, in den kommenden Tagen einen Nachtragshaushalt zu verabschieden und der bereits von der Vorgängerregierung beschlossene Haushalt 2022 sehe zudem eine Nettoneuverschuldung von ungefähr EUR 80 Mrd. vor. Schließlich sei die Schuldenbremse noch für 2022 ausgesetzt.
Die mit der Zinsentscheidung präsentierten neuen Prognosen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und insbesondere die Vorhersage über die zukünftige Inflationsentwicklung werde von zentraler Bedeutung sein. Im September habe die EZB noch Inflationsraten von 1,7% in 2022 und 1,5% in 2023 prognostiziert. Diese Werte werde sie anheben müssen. Aussagen von Frau Lagarde, dass aber Zinserhöhungen in 2022 unwahrscheinlich seien, würden vermuten lassen, dass die Prognosen für die Zukunft weiter unter 2% bleiben würden. Erst wenn sich die Erwartung einer dauerhaften Inflation von 2% oder leicht darüber in den Köpfen der Konsumenten verfestigt habe, dann sei die Zentralbank bereit, ihre Zinsen zu erhöhen. (13.12.2021/alc/a/a)
Dabei spiele die Entwicklung der Teuerungsrate für die weitere Ausgestaltung der geldpolitischen Maßnahmen eine wichtige Rolle, denn die jährliche Inflationsrate in der Eurozone habe im November mit 4,9% einen neuen Höchstwert erklommen. Optimistisch dürfte der wirtschaftliche Ausblick für 2022 stimmen - die EZB habe im September ein Wachstum von 4,6% für das kommende Jahr prognostiziert. Diese beiden Faktoren hätten Rufe nach einem Ende des Anleiheankaufprogramms PEPP zurecht lauter werden lassen, auch wenn sich angesichts neuerlicher Beschränkungen aufgrund deutlich steigender Corona-Fallzahlen und der neuen Omikron-Variante Angst verbreitet habe.
Die Experten würden damit rechnen, dass die EZB auf der nun anstehenden Sitzung das planmäßige Ende des Ankaufsprogramms PEPP für Ende März 2022 verkünden werde. Klare Aussagen zu der zukünftigen Ausgestaltung der weiteren, kleineren Ankaufsprogramme (APP) werde die Zentralbank wohl auf ihre nächste Sitzung Anfang Februar verschieben. Damit werde die EZB Zeit und mehr Klarheit über die zukünftige Inflationsentwicklung gewinnen wollen. Die Erwartung, dass die Novemberinflationszahlen die Spitze des aktuellen Zyklus gewesen seien, werde durch stetig steigende Preise für Gas und Strom gefährdet.
Die Ergebnisse der Untersuchungen der Omikron-Variante würden vorerst auf einen milden Verlauf hoffen lassen, aber diese Aussagen seien noch nicht gesichert. Auch darüber sollte bis zur nächsten Sitzung der EZB mehr Klarheit herrschen. Die Verwerfungen bei den Bundesanleihen könnten sich wieder abschwächen, sobald die Investoren mit dem Beginn des neuen Jahres bereit seien, sich von besonders sicheren Investments zu trennen. Auch plane die neue Bundesregierung, in den kommenden Tagen einen Nachtragshaushalt zu verabschieden und der bereits von der Vorgängerregierung beschlossene Haushalt 2022 sehe zudem eine Nettoneuverschuldung von ungefähr EUR 80 Mrd. vor. Schließlich sei die Schuldenbremse noch für 2022 ausgesetzt.
Die mit der Zinsentscheidung präsentierten neuen Prognosen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung und insbesondere die Vorhersage über die zukünftige Inflationsentwicklung werde von zentraler Bedeutung sein. Im September habe die EZB noch Inflationsraten von 1,7% in 2022 und 1,5% in 2023 prognostiziert. Diese Werte werde sie anheben müssen. Aussagen von Frau Lagarde, dass aber Zinserhöhungen in 2022 unwahrscheinlich seien, würden vermuten lassen, dass die Prognosen für die Zukunft weiter unter 2% bleiben würden. Erst wenn sich die Erwartung einer dauerhaften Inflation von 2% oder leicht darüber in den Köpfen der Konsumenten verfestigt habe, dann sei die Zentralbank bereit, ihre Zinsen zu erhöhen. (13.12.2021/alc/a/a)


