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EZB-Sitzung: Lagarde unterstreicht FED‑Unabhängigkeit


12.04.24 09:11
Columbia Threadneedle

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wie allgemein erwartet, hat die EZB auf ihrer heutigen Sitzung die Zinssätze unverändert gelassen, so Alexander Batten, Fund Manager Fixed Income bei Columbia Threadneedle Investments.

Heute sei es vor allem darum gegangen, die Weichen für den Beginn eines Zinssenkungszyklus im Juni zu stellen. Die Erklärung betone den bisherigen Beitrag der Geldpolitik zur Senkung der Inflation und nenne erstmals explizit Zinssenkungen als Option, falls es weitere Fortschritte bei der Bekämpfung der Inflation gebe. Dies deute ebenfalls auf den Juni als wahrscheinlichen Beginn eines Lockerungszyklus hin.

Die jüngsten Ausschläge bei der Inflationsentwicklung in Amerika hätten die Frage aufgeworfen, ob die Federal Reserve in diesem Jahr einen Lockerungszyklus einleiten werde. Zudem habe die Gefahr bestanden, dass andere Zentralbanken ihre Lockerungsprozesse nicht vor der FED beginnen wollten. Die jüngste Inflations-, Lohn- und Gewinndynamik in der Eurozone stehe jedoch im Einklang mit der Aufhebung der geldpolitischen Beschränkungen. Die EZB habe sich dafür entschieden, ihre Geldpolitik auf Grundlage europäischer Wirtschaftsdaten und nicht aufgrund internationaler Entwicklungen festzulegen.

Präsidentin Lagarde unterstrichen habe nicht nur die "FED-Unabhängigkeit" der EZB, sondern betone auch, dass der geldpolitische Kurs entscheidend von der Entwicklung der ökonomischen Daten bis Juni bestimmt werde. Dass Lagarde wiederholt auf die Einführung von Leitlinien für Zinssenkungen hingewiesen habe, bestärke Columbia Threadneedle Investments in der Ansicht, dass die erste Zinssenkung im Juni erfolgen werde. Columbia Threadneedle Investments gehe aktuell nicht davon aus, dass sich die Datenlage bis Juni so weit verschlechtere, dass es zu einer Kursänderung kommen könnte. (12.04.2024/alc/a/a)