Erweiterte Funktionen
EZB-Sitzung: 3 Prozent werden wohl nicht ausreichen
16.12.22 08:30
M&G Investments
London (www.anleihencheck.de) - Die EZB-Sitzung mit einer Zinsanhebung um 50 Basispunkte war eindeutig von den Falken geprägt, so die Experten von M&G Investments.
Und die Botschaften seien glasklar gewesen: Die EZB rechne mit einer Rezession in der Eurozone, die Inflationsaussichten seien deutlich nach oben korrigiert worden, die Zinssätze müssten deutlich und stetig steigen - es seien mehrere weitere Anhebungen um 50 Basispunkte zu erwarten - und sie müssten ausreichend restriktiv sein. In der Fragerunde zum letztgenannten Punkt habe Christine Lagarde im Wesentlichen eingeräumt, dass das vom Markt bisher angenommene höchste Zinsniveau von 3% zu niedrig sein werde. Das Programm zur Quantitativen Straffung solle ab März 2023 mit 15 Mrd. EUR pro Monat beginnen. Details dazu würden aber erst im Februar bekannt, sodass diese Botschaft heute im Vergleich weniger Aufmerksamkeit erhalten habe.
Warum also nicht einfach eine Anhebung um 75 Basispunkte vornehmen, wie es einige Mitglieder des EZB-Rats, beispielsweise Isabel Schnabel, befürwortet hätten? Nach Meinung der Experten sei es vor allem darum gegangen, die Zinskurve zu kontrollieren und den Markt von seiner Besessenheit rund um die nächsten Schritte der Zentralbanken zu befreien. Deshalb habe die EZB heute mithilfe der Forward Guidance einen falkenhaften Ton angeschlagen, um den Blick auch auf die langfristigeren Zinssätze zu lenken.
Diese Kehrtwende gegenüber der Tonalität der November-Sitzung sei eine deutliche Botschaft an die Märkte, dass die Inflationsrisiken im gesamten Euroraum trotz der niedrigeren Energiepreisinflation weiterhin sehr real seien. Nicht das Wachstum sei die Hauptsorge; die jüngste Rally bei den Risikoanlagen sei zu verfrüht gewesen. "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns", so die Experten von M&G Investments. (Ausgabe vom 15.12.2022) (16.12.2022/alc/a/a)
Und die Botschaften seien glasklar gewesen: Die EZB rechne mit einer Rezession in der Eurozone, die Inflationsaussichten seien deutlich nach oben korrigiert worden, die Zinssätze müssten deutlich und stetig steigen - es seien mehrere weitere Anhebungen um 50 Basispunkte zu erwarten - und sie müssten ausreichend restriktiv sein. In der Fragerunde zum letztgenannten Punkt habe Christine Lagarde im Wesentlichen eingeräumt, dass das vom Markt bisher angenommene höchste Zinsniveau von 3% zu niedrig sein werde. Das Programm zur Quantitativen Straffung solle ab März 2023 mit 15 Mrd. EUR pro Monat beginnen. Details dazu würden aber erst im Februar bekannt, sodass diese Botschaft heute im Vergleich weniger Aufmerksamkeit erhalten habe.
Warum also nicht einfach eine Anhebung um 75 Basispunkte vornehmen, wie es einige Mitglieder des EZB-Rats, beispielsweise Isabel Schnabel, befürwortet hätten? Nach Meinung der Experten sei es vor allem darum gegangen, die Zinskurve zu kontrollieren und den Markt von seiner Besessenheit rund um die nächsten Schritte der Zentralbanken zu befreien. Deshalb habe die EZB heute mithilfe der Forward Guidance einen falkenhaften Ton angeschlagen, um den Blick auch auf die langfristigeren Zinssätze zu lenken.
Diese Kehrtwende gegenüber der Tonalität der November-Sitzung sei eine deutliche Botschaft an die Märkte, dass die Inflationsrisiken im gesamten Euroraum trotz der niedrigeren Energiepreisinflation weiterhin sehr real seien. Nicht das Wachstum sei die Hauptsorge; die jüngste Rally bei den Risikoanlagen sei zu verfrüht gewesen. "Wir haben noch einen weiten Weg vor uns", so die Experten von M&G Investments. (Ausgabe vom 15.12.2022) (16.12.2022/alc/a/a)


