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EZB: Neue Chefin - neue Richtung?
24.09.19 11:30
AB
München (www.anleihencheck.de) - Das Europäische Parlament hat zugestimmt, dass Christine Lagarde Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) werden und damit die Nachfolge von Mario Draghi antreten soll, so John Taylor, Co-Head European Fixed Income beim Asset Manager AllianceBernstein (AB).
Sie werde die erste Frau in dieser Position sein. Zudem sei sie Juristin - im Gegensatz zum Großteil ihrer Vorgänger, von denen die meisten Ökonomen gewesen seien. Bedeute dieser Führungswechsel also einen Kurswechsel in der Geldpolitik? Wahrscheinlich nicht...
Erstens habe auch Mario Draghi schon gefordert, stärkere fiskalpolitische Maßnahmen einzusetzen, um die Wachstums- und Inflationsaussichten in Europa zu verbessern. Bislang sei dies auf taube Ohren gestoßen. Tatsächlich seien die jüngsten Stimulus-Maßnahmen heftig kritisiert worden und hätten sogar zu Zerwürfnissen innerhalb der höchsten politischen Ebenen geführt. Mit ihrem Hintergrund in der Weltpolitik habe Christine Lagarde vielleicht mehr Erfolg und könne zumindest jene Regierungen von einer expansiven Fiskalpolitik überzeugen, die zwar den Spielraum dafür besitzen würden, bislang jedoch nicht dazu gewillt gewesen seien. Ihr stärkstes Argument dürfte das Versprechen sein, die Finanzierung der dafür benötigten Schulden historisch günstig zu halten. Die Experten würden fiskalpolitische Maßnahmen als den entscheidenden Faktor für eine nachhaltige Verbesserung bei Wachstum und Inflation sehen.
Zweitens sei die Bedeutung des Chefökonomen nunmehr wichtiger denn je, da mit Draghi ein Präsident ausscheide, dessen Karriere sich innerhalb von Zentralbanken abgespielt habe. Philip Lane habe sich als Befürworter einer lockeren Geldpolitik erwiesen. Das habe sich in seiner Rede im Juli gezeigt: In dieser habe er betont, wie wirksam sich die historische Lockerung der EZB (negative Zinssätze, Forward Guidance, Quantitative Lockerung) auf die Inflation erwiesen habe. Auch habe er mit Nachdruck die Lockerungsmaßnahmen unterstützt, die in der vergangenen Woche beschlossen worden seien. Im starken Widerspruch zu den Ratsmitgliedern, die eine Straffung befürwortet hätten, habe er die "unerschütterliche" und "bedingungslose" Verpflichtung der EZB bekräftigt, "alles zu tun, was nötig ist, um unser Inflationsziel zu erreichen".
Das Bekenntnis zur Erreichung des Inflationsziels sei nach wie vor stark - und die EZB erscheine dazu bereit, falls nötig weitere Maßnahmen zu ergreifen. (24.09.2019/alc/a/a)
Sie werde die erste Frau in dieser Position sein. Zudem sei sie Juristin - im Gegensatz zum Großteil ihrer Vorgänger, von denen die meisten Ökonomen gewesen seien. Bedeute dieser Führungswechsel also einen Kurswechsel in der Geldpolitik? Wahrscheinlich nicht...
Zweitens sei die Bedeutung des Chefökonomen nunmehr wichtiger denn je, da mit Draghi ein Präsident ausscheide, dessen Karriere sich innerhalb von Zentralbanken abgespielt habe. Philip Lane habe sich als Befürworter einer lockeren Geldpolitik erwiesen. Das habe sich in seiner Rede im Juli gezeigt: In dieser habe er betont, wie wirksam sich die historische Lockerung der EZB (negative Zinssätze, Forward Guidance, Quantitative Lockerung) auf die Inflation erwiesen habe. Auch habe er mit Nachdruck die Lockerungsmaßnahmen unterstützt, die in der vergangenen Woche beschlossen worden seien. Im starken Widerspruch zu den Ratsmitgliedern, die eine Straffung befürwortet hätten, habe er die "unerschütterliche" und "bedingungslose" Verpflichtung der EZB bekräftigt, "alles zu tun, was nötig ist, um unser Inflationsziel zu erreichen".
Das Bekenntnis zur Erreichung des Inflationsziels sei nach wie vor stark - und die EZB erscheine dazu bereit, falls nötig weitere Maßnahmen zu ergreifen. (24.09.2019/alc/a/a)


