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EZB-Kurs bleibt vorgezeichnet
09.05.17 09:00
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Gestern hielt die Freude über den Wahlsieg von Emmanuel Macron nur kurz an, berichten die Analysten der National-Bank AG.
Schließlich seien dadurch, dass er am kommenden Sonntag offiziell das Amt des französischen Präsidenten übernehme, die Probleme Frankreichs nicht kleiner geworden. Nun müsse er relativ bald mit der Lieferung seiner Versprechen beginnen. Dazu fehle ihm derzeit jedoch noch etwas ganz Entscheidendes: Eine Mehrheit im französischen Parlament, und das werde sich aller Voraussicht nach auch nach den Wahlen am 11. bzw. 18. Juni nicht geändert haben. Er werde auf Koalitionen und Kompromisse angewiesen sein, um letztlich einen Teil seiner Agenda umzusetzen.
Immerhin sei Macron beispielsweise anders als der US-Präsident politisch nicht ganz unerfahren, sodass er eine Vorstellung haben werde, was auf ihn zukommen werde. Ähnlich wie in UK, das in Brexit-Befürworter und -Gegner gespalten sei, sehe es auch in Frankreich aus. Dazu seien die Abstimmungsergebnisse beider Wahlgänge zum französischen Präsidentenamt zu stark von Extremen geprägt gewesen. Und ähnlich wie vor nicht allzu langer Zeit in Matteo Renzi würden nun auch in Macron große Hoffnungen gesetzt, die es sehr schwer werde, auch nur annähernd zu erfüllen.
Dass beispielsweise die EZB nun ihre Geldpolitik schneller anpassen könnte, als es bisher vielleicht angedacht gewesen sei, sei nicht zu erwarten, auch wenn die Kapitalmärkte das mit Blick auf die steigenden Renditen für Staatsanleihen aus der Peripherie zeitweise gespielt hätten. Der EZB-Kurs bleibe vorgezeichnet. Als nächstes dürfte die Forward Guidance angepasst werden, und im Herbst dürfte dann das allmähliche Auslaufen des QE-Programms im ersten Halbjahr 2018 angekündigt werden. Obwohl die Euroländer das Niedrigzinsumfeld dazu genutzt hätten, ihre Zinslast zu senken, dürfe zum einen nicht vergessen werden, dass fast alle Euroländer Haushaltsdefizite fahren würden, die refinanziert werden müssten und zum anderen dass die Zinslast insgesamt zwar kleiner, aber immer noch sehr hoch sei. Deutlich steigende Zinsen oder gar eine Normalisierung des Zinsniveaus könne sich kaum ein Euroland leisten.
Datenseitig sei heute nicht viel los: Die deutschen Außenhandelsdaten dürften schon das Highlight des Tages sein. Abgesehen von den inzwischen üblichen Anfeindungen aufgrund der hohen Überschüsse werde es keine neuen Erkenntnisse bringen. Das werde für die Aussagen der US-Notenbanker ebenfalls der Fall sein. Eine deutliche Mehrheit werde sich für baldige Leitzinsanhebungen aussprechen, obwohl es auch andere Stimmengebe, die jedoch in der Minderheit seien. Neue Informationen zur Durchführung des Bilanzabbaus der FED würden die Investoren nicht erhalten. Immerhin seien sich die Notenbanker darüber einig, dass dieser Bilanzabbau bald kommen solle.
Als Belastungsfaktor könnten sich die zahlreichen Neuemissionen und Aufstockungen aus dem Staatsanleihebereich bemerkbar machen, wobei beispielsweise die Staatsanleihen aus Österreich den Markt vor kein Aufnahmeproblem stellen sollten. Und die Aufstockung des deutschen Linkers sollte ebenfalls problemlos verlaufen.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum verändert in den Tag starten. Er sollte sich im Tagesverlauf zwischen 159,75 und 161,15 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,30% und 2,44% schwanken, wobei es am Abend spannend werde, wie gut die 3-jährigen T-Notes aufgenommen würden. (09.05.2017/alc/a/a)
Schließlich seien dadurch, dass er am kommenden Sonntag offiziell das Amt des französischen Präsidenten übernehme, die Probleme Frankreichs nicht kleiner geworden. Nun müsse er relativ bald mit der Lieferung seiner Versprechen beginnen. Dazu fehle ihm derzeit jedoch noch etwas ganz Entscheidendes: Eine Mehrheit im französischen Parlament, und das werde sich aller Voraussicht nach auch nach den Wahlen am 11. bzw. 18. Juni nicht geändert haben. Er werde auf Koalitionen und Kompromisse angewiesen sein, um letztlich einen Teil seiner Agenda umzusetzen.
Immerhin sei Macron beispielsweise anders als der US-Präsident politisch nicht ganz unerfahren, sodass er eine Vorstellung haben werde, was auf ihn zukommen werde. Ähnlich wie in UK, das in Brexit-Befürworter und -Gegner gespalten sei, sehe es auch in Frankreich aus. Dazu seien die Abstimmungsergebnisse beider Wahlgänge zum französischen Präsidentenamt zu stark von Extremen geprägt gewesen. Und ähnlich wie vor nicht allzu langer Zeit in Matteo Renzi würden nun auch in Macron große Hoffnungen gesetzt, die es sehr schwer werde, auch nur annähernd zu erfüllen.
Datenseitig sei heute nicht viel los: Die deutschen Außenhandelsdaten dürften schon das Highlight des Tages sein. Abgesehen von den inzwischen üblichen Anfeindungen aufgrund der hohen Überschüsse werde es keine neuen Erkenntnisse bringen. Das werde für die Aussagen der US-Notenbanker ebenfalls der Fall sein. Eine deutliche Mehrheit werde sich für baldige Leitzinsanhebungen aussprechen, obwohl es auch andere Stimmengebe, die jedoch in der Minderheit seien. Neue Informationen zur Durchführung des Bilanzabbaus der FED würden die Investoren nicht erhalten. Immerhin seien sich die Notenbanker darüber einig, dass dieser Bilanzabbau bald kommen solle.
Als Belastungsfaktor könnten sich die zahlreichen Neuemissionen und Aufstockungen aus dem Staatsanleihebereich bemerkbar machen, wobei beispielsweise die Staatsanleihen aus Österreich den Markt vor kein Aufnahmeproblem stellen sollten. Und die Aufstockung des deutschen Linkers sollte ebenfalls problemlos verlaufen.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum verändert in den Tag starten. Er sollte sich im Tagesverlauf zwischen 159,75 und 161,15 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries dürfte zwischen 2,30% und 2,44% schwanken, wobei es am Abend spannend werde, wie gut die 3-jährigen T-Notes aufgenommen würden. (09.05.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,717 € | 125,3577 € | 0,3593 € | +0,29% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |


