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EZB: Kommt jetzt das Ende der Zinssenkungen?


30.09.25 10:12
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Während in den USA die Diskussion entbrannt ist, wie schnell und wie tief die US-Notenbank die Leitzinsen senken kann, dreht sich in der Eurozone die Frage darum, ob das Tief im Leitzinszyklus schon erreicht ist, so die Analysten der Helaba.

Einige Ratsmitglieder hätten angedeutet, dass der Tiefpunkt "sehr nahe" sei. Andere würden sich bedeckt zeigen und teilweise auf Inflationsgefahren aufmerksam machen. Insgesamt scheine innerhalb des EZB-Rates keine Eile zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik verspürt zu werden.

Vor diesem Hintergrund seien die in dieser Woche anstehenden Preisdaten in der Eurozone von hohem Interesse. Den Auftakt habe es gestern in Spanien gegeben. Dort sei die Inflationsrate weiter gestiegen und liege auf harmonisierter Basis nun bei 3,0 %. Zwar sei der Preisanstieg teilweise hinter den Erwartungen zurückgeblieben und die Kerninflation habe sogar nachgegeben, beruhigend dürfte dies für die EZB-Vertreter aber nicht sein. Heute stünden die deutschen Verbraucherpreise an und mit einem Anstieg der Jahresteuerungsrate sei auch hierzulande zu rechnen. Die Benzin- und Dieselpreise hätten wohl zu einem Anstieg beigetragen. Gegenüber der Konsensschätzung sähen die Analysten sogar Überraschungspotenzial auf der Oberseite. Auch in Frankreich und Italien werde mit einer höheren Jahresveränderungsrate der Verbraucherpreise gerechnet. Per saldo sollten die EZB-Zinssenkungserwartungen gedämpft bleiben.

In den USA würden sich die Blicke auf das Verbrauchervertrauen des Conference Boards richten. Die Vorgaben vonseiten anderer Umfragen wie dem Michigan Sentiment seien negativ. Die Zinssenkungserwartungen würden daher wohl in der Tendenz verstärkt. Der Chicago-PMI gebe einen letzten Hinweis auf den morgen anstehenden ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes. (30.09.2025/alc/a/a)