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EZB: Keine Leitzinssenkung erwartet
05.02.14 17:03
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Einen Tag vor der nächsten EZB-Ratssitzung dürften bei dem einen oder anderen Marktteilnehmer die Deflationssorgen wieder zurück sein, so die Analysten der Nord LB.
Nachdem die bislang vorliegenden Inflationsdaten einen nochmals nachlassenden Preisdruck zum Jahresauftakt signalisiert hätten, würden einige Beobachter schon mit entsprechenden geldpolitischen Maßnahmen seitens der EZB rechnen. So habe sich die Teuerungsrate im Währungsraum im Januar der Schnellschätzung von Eurostat folgend auf 0,7% Y/Y verringert (Vormonat: 0,8% Y/Y).
Von diesem leichten Rückgang habe man ausgehen müssen, nachdem bereits das Statistische Bundesamt einen Inflationsrückgang für Deutschland vermeldet habe. Hier liege der Verbraucherpreisanstieg nur noch bei 1,3% Y/Y (Vormonat: 1,4% Y/Y). Nun könne man lange darüber diskutieren, dass diese Entwicklung absehbar gewesen sei, in weiten Teilen auf die rückläufige bzw. seitwärts gerichtete Energie- und Rohstoffpreisentwicklung zurückzuführen sei und darüber hinaus derzeit keine echten Indikationen für eine Deflation vorlägen.
Allein die Entwicklung der "harten Zahlen" scheine in diesen Tagen zu genügen, um das Deflationsgespenst wieder aus der Kiste zu holen. Es bleibe nun allerdings zu hoffen, dass die Notenbanker der EZB am Donnerstag jenes Deflationsgespenst nicht mit am Tisch würden sitzen lassen - sonst drohe tatsächlich eine erneute Leitzinssenkung, wie sie einige Häuser in ihren aktuellen Prognosen mittlerweile sogar erwarten würden.
Die Analysten würden allerdings davon ausgehen, dass den Ratsmitgliedern die Gründe für die aktuelle Preisentwicklung durchaus bewusst seien und sie - wie sie immer sagen würden - ihr Tun an den mittelfristig ausgerichteten Inflationserwartungen fest machen würden. Wenn dem so sei, spreche wenig für eine erneute Leitzinssenkung: Die Geldmarktsätze hätten sich auf einem "normalen" Niveau stabilisiert. Von der Krise einmal abgesehen sei es nicht ungewöhnlich, dass der 3M-EURIBOR leicht über dem Tendersatz der EZB notiere.
Die Stimmungsindikatoren würden nach wie vor eine Aufhellung der konjunkturellen Lage im Währungsraum andeuten und die verbesserte gesamtwirtschaftliche Situation werde zudem mehr und mehr auch durch die Daten aus der Realwirtschaft untermauert. Einzig die Preisentwicklungen würden für eine noch expansivere geldpolitische Ausrichtung sprechen.
Hinzu komme, dass die Argumente der "Tauben" unter den Ratsmitgliedern sogar noch zunehmen dürften. Für die kommenden Monate würden die Analysten mit einer Seitwärtsbewegung der Inflationsrate rechnen - im März sogar mit einem nochmaligen Rückgang. In diesem Jahr wirke der Ostereffekt dämpfend, was in den März-Daten zum Ausdruck kommen sollte, aber naturgemäß im April auch wieder durch einen gegenläufigen Effekt ausgeglichen werde. Es bleibe zu hoffen, dass dies in der Interpretation seitens der EZB Berücksichtigung finde.
Aber auch ohne Leitzinssenkung sei der Instrumentenkasten der EZB nach wie vor gut bestückt. Den Notenbankern bliebe die Option, mittels weiterer langfristiger Refinanzierungsoperationen Liquidität in die Märkte zu geben und damit die Geldmarktentwicklung nach oben hin zu begrenzen. Die Wiederbelebung des Securities Markets Programme bleibe jedoch das letzte Mittel der Wahl - auch weil sich das Bundesverfassungsgericht mit der Prüfung der Verfassungsmäßigkeit noch immer Zeit lasse.
Allerdings rücke eine weitere - direkt in Verbindung zum SMP stehende - Maßnahme mehr und mehr in den Mittelpunkt der Beobachtung. Bislang habe die EZB die über die Ankäufe von Staatsanleihen in den Markt gespülte Liquidität mittels Absorbtionstender stets wieder entzogen. Im Kern sei dem Markt somit kein zusätzlicher Euro an Liquidität zur Verfügung gestellt worden. Dieser Umstand habe immer wieder Betonung gefunden, wenn es darum gegangen sei, die Inflationsgefahren, die aus dem Ankaufprogramm entstehen könnten, kleinzureden.
Angesichts der derzeitigen Preisentwicklung würden Inflationsgefahren allerdings in den Hintergrund rücken. Entsprechend könnte man auf die Absorbtionsgeschäfte verzichten und würde damit ca. 175 Milliarden Euro an zusätzlicher Liquidität in die Märkte geben, was dem Restbestand der noch in den Büchern der EZB befindlichen Staatsanaleihen entspreche. Dies wäre ökonomisch vielleicht sogar opportun, politisch berge ein solches Vorgehen aber sicher ein gehöriges Maß an Sprengstoff. (05.02.2014/alc/a/a)
Nachdem die bislang vorliegenden Inflationsdaten einen nochmals nachlassenden Preisdruck zum Jahresauftakt signalisiert hätten, würden einige Beobachter schon mit entsprechenden geldpolitischen Maßnahmen seitens der EZB rechnen. So habe sich die Teuerungsrate im Währungsraum im Januar der Schnellschätzung von Eurostat folgend auf 0,7% Y/Y verringert (Vormonat: 0,8% Y/Y).
Von diesem leichten Rückgang habe man ausgehen müssen, nachdem bereits das Statistische Bundesamt einen Inflationsrückgang für Deutschland vermeldet habe. Hier liege der Verbraucherpreisanstieg nur noch bei 1,3% Y/Y (Vormonat: 1,4% Y/Y). Nun könne man lange darüber diskutieren, dass diese Entwicklung absehbar gewesen sei, in weiten Teilen auf die rückläufige bzw. seitwärts gerichtete Energie- und Rohstoffpreisentwicklung zurückzuführen sei und darüber hinaus derzeit keine echten Indikationen für eine Deflation vorlägen.
Allein die Entwicklung der "harten Zahlen" scheine in diesen Tagen zu genügen, um das Deflationsgespenst wieder aus der Kiste zu holen. Es bleibe nun allerdings zu hoffen, dass die Notenbanker der EZB am Donnerstag jenes Deflationsgespenst nicht mit am Tisch würden sitzen lassen - sonst drohe tatsächlich eine erneute Leitzinssenkung, wie sie einige Häuser in ihren aktuellen Prognosen mittlerweile sogar erwarten würden.
Die Stimmungsindikatoren würden nach wie vor eine Aufhellung der konjunkturellen Lage im Währungsraum andeuten und die verbesserte gesamtwirtschaftliche Situation werde zudem mehr und mehr auch durch die Daten aus der Realwirtschaft untermauert. Einzig die Preisentwicklungen würden für eine noch expansivere geldpolitische Ausrichtung sprechen.
Hinzu komme, dass die Argumente der "Tauben" unter den Ratsmitgliedern sogar noch zunehmen dürften. Für die kommenden Monate würden die Analysten mit einer Seitwärtsbewegung der Inflationsrate rechnen - im März sogar mit einem nochmaligen Rückgang. In diesem Jahr wirke der Ostereffekt dämpfend, was in den März-Daten zum Ausdruck kommen sollte, aber naturgemäß im April auch wieder durch einen gegenläufigen Effekt ausgeglichen werde. Es bleibe zu hoffen, dass dies in der Interpretation seitens der EZB Berücksichtigung finde.
Aber auch ohne Leitzinssenkung sei der Instrumentenkasten der EZB nach wie vor gut bestückt. Den Notenbankern bliebe die Option, mittels weiterer langfristiger Refinanzierungsoperationen Liquidität in die Märkte zu geben und damit die Geldmarktentwicklung nach oben hin zu begrenzen. Die Wiederbelebung des Securities Markets Programme bleibe jedoch das letzte Mittel der Wahl - auch weil sich das Bundesverfassungsgericht mit der Prüfung der Verfassungsmäßigkeit noch immer Zeit lasse.
Allerdings rücke eine weitere - direkt in Verbindung zum SMP stehende - Maßnahme mehr und mehr in den Mittelpunkt der Beobachtung. Bislang habe die EZB die über die Ankäufe von Staatsanleihen in den Markt gespülte Liquidität mittels Absorbtionstender stets wieder entzogen. Im Kern sei dem Markt somit kein zusätzlicher Euro an Liquidität zur Verfügung gestellt worden. Dieser Umstand habe immer wieder Betonung gefunden, wenn es darum gegangen sei, die Inflationsgefahren, die aus dem Ankaufprogramm entstehen könnten, kleinzureden.
Angesichts der derzeitigen Preisentwicklung würden Inflationsgefahren allerdings in den Hintergrund rücken. Entsprechend könnte man auf die Absorbtionsgeschäfte verzichten und würde damit ca. 175 Milliarden Euro an zusätzlicher Liquidität in die Märkte geben, was dem Restbestand der noch in den Büchern der EZB befindlichen Staatsanaleihen entspreche. Dies wäre ökonomisch vielleicht sogar opportun, politisch berge ein solches Vorgehen aber sicher ein gehöriges Maß an Sprengstoff. (05.02.2014/alc/a/a)
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