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EZB: Kaum neue Hinweise hinsichtlich einer Veränderung der Geldpolitik


25.01.18 17:14
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Auf der heutigen Sitzung hat die EZB kaum neue Hinweise gegeben, wann sie ihr Anleihekaufprogramm beenden oder die Leitzinsen ein erstes Mal erhöhen wird, so Brendan Lardner, Active Fixed Income Portfolio Manager bei State Street Global Advisors.

Während die Konjunktur- und Umfragedaten unverändert stark seien, bleibe der zugrundeliegende Inflationstrend gemäßigt. Vor diesem Hintergrund werde die EZB vermutlich erst auf der Ratssitzung im März Hinweise für die Marktteilnehmer hinsichtlich einer Veränderung ihrer künftigen Orientierung geben - dann würden auch neue Wirtschaftsprognosen vorliegen. Zwar habe Mario Draghi das Risiko der anhaltenden Währungsvolatilität hervorgehoben, doch seine heutigen Aussagen würden vermutlich nicht ausreichen, um eine bedeutende Wendung dieser Stärke hervorzurufen. Trotz mancher Zweifel bei einigen Teilen des geldpolitischen Rats, ob eine Fortsetzung der Anleihekäufe über den September hinaus notwendig sei, sei dies von Mario Draghi heruntergespielt worden, sodass sich die Marktteilnehmer wohl noch etwas länger gedulden müssten, bis die EZB eine Anpassung ihres gegenwärtigen geldpolitischen Kurses andeute.

Die EZB wird sich mehr Wachstumsdynamik und einen klaren Inflationsanstieg, sowohl bei den zugrundeliegenden Preisen als auch bei der Lohninflation wünschen, bevor sie eine aggressivere Haltung annehmen und ihren geldpolitischen Kurs anpassen wird, so Antoine Lesné, Leiter der ETF-Strategie & Research für EMEA bei SPDR ETFs. Bis auf weiteres kaufe die EZB nach wie vor Anleihen, wenn auch in einem geringeren Ausmaß als zuvor. (25.01.2018/alc/a/a)