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EZB-Hausse am Laufen gehalten


11.06.14 15:21
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Nun hat die liebe Investorenseele endlich ihre Ruhe - nach mehreren Anläufen ist die 10.000er DAX-Marke endlich gefallen, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Und der Index habe schon mehrfach darüber geschlossen und scheine sich daher auf diesem Niveau festsetzen zu wollen. Dies sei auch verständlich, denn die überraschende Wendung der EZB hin zu einer sehr expansiven Geldpolitik beflügele die Aktienanlegerfantasie ein weiteres Mal. Die EZB habe damit den geldpolitischen Stab von der Bank of Tokyo übernommen, die im Anschluss an die überbordende Liquiditätsversorgung durch die US-amerikanische Notenbank FED und die Bank of England nach der Lehman-Krise mit schier unglaublichen Geldbergen die internationalen Märkte stimuliert habe.

Dabei erstaunt die EZB-Maßnahme etwas, denn aufgrund des Draghi-Versprechens, alles für den Erhalt des Euro zu tun und klammen Staaten notfalls mit Anleihekäufen zur Seite zu stehen, schien die Euro-Schuldenkrise eigentlich ad acta gelegt, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger. Die südeuropäischen Peripheriestaaten könnten sich derzeit sogar günstiger als vor der Schuldenkrise refinanzieren. Offensichtlich scheine aber im Hintergrund noch das ein oder andere Feuerchen zu schwelen. Die Arbeitslosigkeit sei in diesen Ländern nach wie vor unerträglich hoch und die Kreditvergabe gehe Monat für Monat zurück. Die Förderung der Kreditvergabe sei auch das vorrangige Ziel der jüngst beschlossenen EZB-Maßnahmen.

Wenn das mit einem schwächeren Euro einhergehe, was zusätzlich die exportorientierte europäische Wirtschaft stütze, sei das in den Augen des EZB-Präsidenten Draghi hochwillkommen. Deshalb lasse das EZB-Präsidium keinen Zweifel daran, dass weitere Maßnahmen anstünden. Dies halte die Zentralbank-Hausse am Laufen. Deflation dürfte in absehbarer Zeit kein Problem darstellen, Inflation eher auch nicht. Problematisch erscheine dagegen das Phänomen der "Asset Price Inflation". Der Anstieg der Vermögenspreise erklimme nach jedem "Zentralbank-Stab-Wechsel" eine neue Stufe. Die Grenze von rationalem Investorenverhalten und möglichen Blasenbildungen verschwimme dabei zusehends. (11.06.2014/alc/a/a)