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EZB im Fokus der Märkte
24.01.19 10:45
Deutsche Bank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Eine Änderung der Leitzinsen ist heute unwahrscheinlich - die Deutsche Bank erwartet für ganz 2019 keine Änderung bei den Leitzinsen der EZB, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
In Zeiten von "forward guidance", in denen Zentralbanken ihre nächsten Schritte von langer Hand planen und diese auch transparent kommunizieren würden, werde allerdings morgen erneut jedes Wort auf die Waagschale gelegt werden. Daten und Stimmungsindikatoren hätten zuletzt eine konjunkturelle Schwäche in der Eurozone angezeigt, dies dürfte sich in der Tonalität des morgigen Kommuniqués widerspiegeln. Besonders von Interesse könnten dabei zwei Themen sein. Erstens würden im nächsten Jahr sogenannte Langfristtender auslaufen, mit denen sich Banken über vier Jahre mit Zentralbankliquidität hätten eindecken können. Hier könnte es bereits in diesem Jahr eine Neuauflage geben, Kommentare dazu dürften auf Beachtung treffen.
Des Weiteren scheine es möglich, dass die EZB den Einlagenzinssatz, der sich momentan bei -0,4 Prozent befinde und maßgeblichen Einfluss auf das allgemeine Zinsniveau habe, perspektivisch anheben könnte. Bei einer momentan bestehenden Überschussliquidität von rund 1,8 Billionen Euro zahle der Bankensektor jedes Jahr mehr als 7 Milliarden an "Strafzinsen" an die EZB, was den Sektor schwäche und die Kreditvergabe negativ beeinflusse. Andeutungen, die EZB könnte einen solchen Schritt in Betracht ziehen, dürften zu deutlichen Bewegungen am Markt führen, da dieser das Risiko einer solchen Maßnahme momentan nicht einpreise.
Noch bevor die EZB ihre Entscheidung verkünde, kämen heute bereits Stimmungsindikatoren für Frankreich, Deutschland und die Eurozone in Form von Schnellschätzungen der Einkaufsmanagerindices. Insbesondere in Frankreich werde nach einem deutlichen Rückgang im Dezember mit einem Wiederanstieg des Index über die Expansionsschwelle von 50 gerechnet. Aufgrund der bereits erwähnten aktuellen Konjunkturschwäche im Euroraum dürften die Zahlen eine noch höhere Aufmerksamkeit erhalten, als das normalerweise der Fall sei.
Nachmittags werde dann der Einkaufsmanagerindex für die USA veröffentlicht. Dieser werde zwar auf einem höheren Niveau, allerdings auch mit einer schwächeren Dynamik erwartet. Gestern habe sich der Stimmungsindikator der Richmond in den USA nach dem sehr deutlichen Rückgang im Dezember zwar leicht erholen können, sei mit -2 aber im negativen Bereich geblieben. Um den EUR/USD-Wechselkurs allerdings aus seinem momentanen Band herauszuholen, müsste es schon eine größere Überraschung geben. Für die dürfte höchstens die EZB sorgen. (24.01.2019/alc/a/a)
In Zeiten von "forward guidance", in denen Zentralbanken ihre nächsten Schritte von langer Hand planen und diese auch transparent kommunizieren würden, werde allerdings morgen erneut jedes Wort auf die Waagschale gelegt werden. Daten und Stimmungsindikatoren hätten zuletzt eine konjunkturelle Schwäche in der Eurozone angezeigt, dies dürfte sich in der Tonalität des morgigen Kommuniqués widerspiegeln. Besonders von Interesse könnten dabei zwei Themen sein. Erstens würden im nächsten Jahr sogenannte Langfristtender auslaufen, mit denen sich Banken über vier Jahre mit Zentralbankliquidität hätten eindecken können. Hier könnte es bereits in diesem Jahr eine Neuauflage geben, Kommentare dazu dürften auf Beachtung treffen.
Noch bevor die EZB ihre Entscheidung verkünde, kämen heute bereits Stimmungsindikatoren für Frankreich, Deutschland und die Eurozone in Form von Schnellschätzungen der Einkaufsmanagerindices. Insbesondere in Frankreich werde nach einem deutlichen Rückgang im Dezember mit einem Wiederanstieg des Index über die Expansionsschwelle von 50 gerechnet. Aufgrund der bereits erwähnten aktuellen Konjunkturschwäche im Euroraum dürften die Zahlen eine noch höhere Aufmerksamkeit erhalten, als das normalerweise der Fall sei.
Nachmittags werde dann der Einkaufsmanagerindex für die USA veröffentlicht. Dieser werde zwar auf einem höheren Niveau, allerdings auch mit einer schwächeren Dynamik erwartet. Gestern habe sich der Stimmungsindikator der Richmond in den USA nach dem sehr deutlichen Rückgang im Dezember zwar leicht erholen können, sei mit -2 aber im negativen Bereich geblieben. Um den EUR/USD-Wechselkurs allerdings aus seinem momentanen Band herauszuholen, müsste es schon eine größere Überraschung geben. Für die dürfte höchstens die EZB sorgen. (24.01.2019/alc/a/a)


