Erweiterte Funktionen

EZB: Erst nach Banken-Stresstest wird sich Wirksamkeit der Geldpolitik zeigen


22.10.14 12:40
Swiss & Global AM

Zürich (www.anleihencheck.de) - Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) Anfang der Woche begonnen hat, verbriefte Kredite aufzukaufen, um so die Geldmenge weiter zu erhöhen, halten sich die Banken weiterhin zurück, so die Experten von Swiss & Global Asset Management.

"Ob die Aktion langfristig gelingt, hängt stark von der Kreditnachfrage der Banken ab", erkläre Reto Hintermann, Head of Multi Asset Class Solutions der Fondsgesellschaft Swiss & Global Asset Management. Die Kreditnachfrage sei zuletzt bei den zielgerichteten langfristigen Refinanzierungsgeschäften, so genannten TLTRO-Geschäften der EZB Mitte September sehr zögerlich verlaufen: Die Banken hätten gerade einmal Papiere mit bedingter Langfristliquidität in Höhe von 82,6 Milliarden Euro nachgefragt.

Einen Grund für die insgesamt zögerliche Haltung der europäischen Kreditinstitute sehe Hintermann im noch andauernden Banken-Stresstest (Asset Quality Review) der EZB, dessen Ergebnisse Ende des Monats vorgestellt werden sollten. "Erst nach Veröffentlichung der Ergebnisse dürfte mehr Klarheit über den Gesundheitszustand des europäischen Finanzsystems herrschen und die Planungssicherheit für die Banken zunehmen", erwarte Hintermann. Der Experte gehe davon aus, dass dies auch die Kreditnachfrage der Banken beeinflussen werde.

Doch auch nach der Vorstellung der Ergebnisse rechne Hintermann nicht mit einer schlagartigen Änderung der Situation: "Die Umsetzung der beschlossenen geldpolitischen Maßnahmen dürfte noch weitere Zeit in Anspruch nehmen." "Gleichwohl hat die EZB bereits allein mit der Ankündigung weiterer Maßnahmen ein wichtiges Ziel erreicht", sage Hintermann. "Der Euro hat sich gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen drei Monaten signifikant abgeschwächt, womit die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen gestiegen ist." (22.10.2014/alc/a/a)