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EZB-Entscheidung entsprach weitgehend den Markterwartungen


27.10.17 12:40
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Die Ankündigung der EZB am 26. Oktober entspricht weitgehend dem, worauf sich der Markt in den letzten Wochen eingestellt hatte, so Brendan Lardner, Active Fixed Income Portfolio Manager bei State Street Global Advisors.

Allgemein sei eine längere Auslaufphase bei einem niedrigeren monatlichen Anleihenkaufvolumen erwartet worden. Die EZB habe sich um einen ausgewogenen Ausblick bemüht. Sie habe wiederholt betont, dass die wirtschaftliche Erholung im Euroraum zwar ausreiche, um die langfristige Normalisierung ihrer Geldpolitik in die Wege zu leiten, zur Unterstützung der weiteren wirtschaftlichen Erholung und zum Aufbau des gewünschten Inflationsdrucks jedoch weiterhin ein deutliches Maß an expansiver Geldpolitik notwendig sei. Von Januar bis September - bei Bedarf auch länger - würden daher Anleihen in Höhe von EUR 30 Mrd. pro Monat gekauft.

Zudem werde die EZB die Tilgungszahlungen aus fälligen Wertpapieren reinvestieren. Die Ankündigung könnte als leicht zurückhaltend angesehen werden, da dem Anleihenkaufprogramm kein festes Ende gesetzt worden sei und sich der EZB-Rat bemüht habe, die Zinsanstiegserwartungen in Schach zu halten: Er habe bekannt gegeben, dass mit Zinserhöhungen erst weit nach Abschluss der Anleihenkäufe zu rechnen sei. Dies sei das zentrale Szenario gewesen, das bereits im Vorfeld der Sitzung am Markt erwartet worden sei, weshalb der Markt für Staatsanleihen im Euroraum kaum auf das Ergebnis reagieren sollte. Das weiterhin offene Ende der Ankäufe könnte jedoch den Euro-Wechselkurs leicht dämpfen. Diese etwas längere Auslaufphase werde voraussichtlich höher verzinsten Vermögenswerten zugutekommen, z. B. peripheren Staatsanleihen und Unternehmenskrediten. (Ausgabe vom 26.10.2017) (27.10.2017/alc/a/a)