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ESG und Fixed Income - Klimasensitivität von Euro Unternehmensanleihen


28.06.21 16:40
Candriam

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Die Kedge Business School präsentiert in Zusammenarbeit mit Candriam die Studie - ESG und Fixed Income - Klimasensitivität von Euro Unternehmensanleihen, so die Experten von Candriam.

Dieses Forschungspapier der Kedge Business School und Kedge/Candriam zeige einen Zusammenhang zwischen der Anfälligkeit für den Klimawandel und den Renditen von Unternehmensanleihen in der Eurozone.

- Ein einzigartiger neuer Climate Awareness Index schätze das Klimarisiko eines Vermögenswertes durch eine Reihe von nachrichtengetriebenen Klimawandel-Signalen für Anleihen-Portfolios.

- Die Untersuchung bediene sich einer sektorübergreifenden Analyse, um Anleihen zu identifizieren, die empfindlicher auf Klimarisiken reagieren würden, und stelle eine Verbindung zwischen aufkommenden Klimanachrichten und Anleiherenditen her.

- Die Untersuchung habe gezeigt, dass Anleihen mit längerer Laufzeit stärker von Klimanachrichten betroffen seien, da die globalen Klimatermine vor ihrer Fälligkeit stattfinden würden.

Die Studie zeige auch auf, welche Anleihen regulatorischen Klimarisiken am besten standhalten würden. Ein Beispiel sei etwa die EU Offenlegungsverordnung SFDR und die grüne Taxonomie als Teil des europaweiten Plans für nachhaltige Finanzen. Das Ergebnis: Anlagen, die empfindlicher auf die Klimaregulierung reagieren würden, seien den üblichen Risikofaktoren (Liquiditäts-, Ausfall- und Abwärtsrisiko) stärker ausgesetzt, da der Anleihenmarkt Klimarisiken noch nicht vollständig in die Anleihenpreise integriert habe.

Zudem seien ESG-Bewertungen von externen Anbietern oft inkonsistent und würden auf die Unternehmensebene und nicht auf die Anleiheebene zugeschnitten. Während Credit-Ratings wertvoll seien, erfordere die wachsende Nachfrage nach ESG und verantwortungsvollen Investitionen ein zusätzliches maßgenschneidertes Angebot, um die nicht-finanziellen Informationen zu verbessern, die Investoren zur Bewertung von Anleihen zur Verfügung stünden.

Um das Klimarisiko einer Anleihe zu bewerten, sei daher ein Climate Awareness Index erstellt worden. Der Index integriere klimabezogene Nachrichtenartikel als externe Quelle für Klimainformationen. Er verwende das Media and Climate Change Observatory, das 120 Nachrichtenquellen in 54 Ländern, darunter 31 europäische Publikationen, bewerte.

Die Studie habe ein Climate Change Beta konstruiert, das die Klimarisikosensitivität von 3.100 europäischen Anleihen über einen Fünfjahreszeitraum von 2015 bis 2020 widerspiegele.

Die Studie habe herausgefunden:

- Anleihen mit einer höheren Sensitivität gegenüber Nachrichten zum Klimawandel (Climate Change Beta) seien mit niedrigeren Renditen verbunden.

- Der Klimarisiko-Effekt sei in Zeiten, in denen der Klimawandel in den Schlagzeilen sei, wie z.B. während globaler Klimakonferenzen, stärker ausgeprägt. Dies sei besonders wichtig, da die COP26 nur noch wenige Monate entfernt sei.

- Anleihen mit einem längeren Fälligkeitsdatum seien stärker von Klimanachrichten betroffen. Zum Beispiel würden Anleihen, die vor den von der EU auferlegten Klimazielen 2030 und 2050 fällig würden, eine geringere Sensibilität als solche zeigen, die nach diesen beiden Fristen fällig würden.

Mit dieser Untersuchung hoffe Candriam, nachhaltig motivierte Investoren dabei zu unterstützen, zu verstehen, wie sich Nachrichten über den Klimawandel auf allgemeine Risikofaktoren für die Performance von Anleihen auswirken würden, einschließlich Kreditqualität, Marktliquidität und Abwärtsrisiko. (28.06.2021/alc/a/a)