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Draghi lässt Anlegerherzen höher schlagen


19.06.19 13:00
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Inflation im Euroraum verharrt auf einem sehr niedrigen Niveau, so die Experten von "FONDS professionell".

Damit sich das ändere, wolle EZB-Chef Mario Draghi die Geldpolitik weiter lockern. Börsianer würden ihm fleißig Applaus spenden. Nur einem gefalle die Ankündigung überhaupt nicht.

Die Europäische Zentralbank (EZB) versuche schon lange, das Inflationsziel von etwa zwei Prozent zu erreichen. Bleibe es bei der aktuell niedrigen Teuerungsrate und den mauen Aussichten für die Wirtschaft im Euroraum, wolle EZB-Chef Mario Draghi nun stärker eingreifen. Auf der Notenbankkonferenz im portugiesischen Sintra habe Draghi gestern (18. Juni) eine weitere Lockerung der Geldpolitik angekündigt, wie mehrere Medien übereinstimmend berichten würden.

Der EZB-Chef könne sich weitere Zinssenkungen und sogar neue Anleihekäufe vorstellen. "Wir werden alle Flexibilität innerhalb unseres Mandats nutzen, um unseren Auftrag zu erfüllen", habe Draghi auf der Konferenz gesagt. Die Worte des EZB-Chefs hätten prompt ihre Wirkung entfaltet. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei auf ein Rekordtief von minus 0,33 Prozent gesunken. Die Aktienmärkte habe die Meldung in Kaufrausch versetzt: Der DAX sei wieder auf über 12.000 Punkte gestiegen.

Dass der Euro nach der Ansprache Draghis unter die Marke von 1,12 US-Dollar gesunken sei, habe US-Präsident Donald Trump verärgert. "Mario Draghi hat gerade angekündigt, dass weiterer Stimulus kommen könnte, was den Euro gegenüber dem Dollar sofort fallen ließ", habe Trump nach der Ansprache getwittert. Das mache es "ihnen" - vermutlich den Euroländern - zu Unrecht leichter, gegen die USA im Wettbewerb anzutreten, habe der US-Präsident weiter gewettert. (19.06.2019/alc/a/a)