Draghi hält sich alle Hintertüren offen


31.01.19 13:15
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Nach seiner routinemäßigen Pressekonferenz in der vergangenen Woche hielt Mario Draghi dieser Tage eine Rede vor einem Ausschuss des EU-Parlaments, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG.

Und wie immer habe man bei dem Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) zwischen den Zeilen lesen müssen, um seine Botschaft zu verstehen. Dabei habe er gesagt, dass die EZB "in any event" bereit sei, alle ihr zur Verfügung stehenden Instrumente anzuwenden, um ihr Inflationsziel zu erreichen. Auf Nachfrage habe Draghi schließlich gesagt, dass die Notenbank bei einer dramatischen Verschlechterung der Konjunkturlage und/oder einem Absacken der Inflation auch wieder Werkzeuge wie den neuerlichen Ankauf von Bonds einsetzen könne.

Für das laufende Jahr aber gehe Draghi nicht davon aus, auf dieses Instrument zurückgreifen zu müssen. 2019 sei es unwahrscheinlich, dass solche Umstände eintreten würden, habe er gesagt. Dennoch werde damit klar, dass sich die EZB in alter Manier alle Hintertüren offenhalte. Bekanntlich hätten die Währungshüter Ende 2018 den Neuankauf von Anleihen gestoppt. Seitdem investiere die Notenbank die Gelder aus endfälligen Titeln und Zinszahlungen im Sinne einer Kreislaufwirtschaft immer wieder neu. Solange dies nicht beendet werde, könne man das Ankaufprogramm im Volumen von 2,6 Billionen Euro getrost als Dauereinrichtung bezeichnen, woran sich die Märkte im Stil eines Süchtigen gewöhnt hätten. Früher oder später werde allerdings kein Weg daran vorbeiführen, die Droge "billiges Geld" den Finanzmärkten zu entziehen. Es sei denn, man möchte den Fehler der Bank of Japan (BoJ) wiederholen.

Draghi habe vergangenen Donnerstag nach der Zinssitzung in Frankfurt auch angedeutet, dass es im laufenden Jahr zu keiner Zinsanhebung kommen könnte, sollte sich die Konjunktur weiter abschwächen. Außerdem habe er gesagt, bei den Perspektiven für das Wirtschaftswachstum würden inzwischen die Risiken überwiegen. Bisher habe die EZB die Einschätzung vertreten, Gefahren und Chancen würden sich weitestgehend die Waage halten.

Aber auch in anderer Hinsicht habe anscheinend ein Umdenken bei den europäischen Notenbankern stattgefunden. So sei angedacht, zukünftig unter noch auszuwählenden Mitgliedern der Marktkontaktgruppe die Erwartungen bezüglich geldpolitischer Maßnahmen zu erfragen. Diese Pilotphase solle voraussichtlich im ersten Quartal 2020 enden und lasse erkennen, wie schwierig es für den EZB-Rat werden könnte, den richtigen Kurs zu bestimmen. Denn ähnlich wie bei der Schifffahrt, bestehe auch in der Geldpolitik die Gefahr auf Grund zu laufen und das versuche man mit zusätzlichen Lotsen an Bord zu verhindern. Möge der Plan gelingen.

Wie nicht anders zu erwarten, sei am gestrigen Abend bei der US-amerikanischen Notenbank FED beschlossen worden, den Leitzins unverändert bei 2,25% bis 2,50% zu belassen. Dies habe angesichts der unsicheren Konjunkturaussichten nicht wirklich überraschen können. Dazu passend sei auch eine Passage gestrichen worden, nach der die Risiken für den wirtschaftlichen Ausblick als ungefähr ausgeglichen zu bezeichnen wären, da das wirklich nicht mehr behauptet werden könne. Diese Botschaft werde Donald Trump zwar nicht gerne vernehmen, aber er werde sicherlich wie Pontius Pilatus seine Hände in Unschuld waschen wollen. Schuld seien nämlich immer die Anderen.

Bereits in den vergangenen Wochen hätten hochrangige Notenbanker bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit eine Zinspause angedeutet und somit sei das einstimmige Votum des Gremiums nachvollziehbar gewesen. Zugleich habe der FED-Präsident Jerome Powell signalisiert, dass man durchaus in der Lage sei, bei Entscheidungen über künftige Zinsschritte geduldig zu agieren. Damit sei das Ende des Zinserhöhungszyklus in den USA fast erreicht. Denn seitens der Finanzmarkt-Experten werde mit maximal noch einer Zinsanhebung (gegen Jahresende) gerechnet und andere würden sogar schon zu Beginn des Jahres 2020 die Notwendigkeit einer Zinssenkung im Bereich des Möglichen sehen.

Mit Spannung erwartet worden sei jedoch auch eine Aussage zum Abbau der Zentralbankbilanz in den kommenden Monaten. Hierzu habe der FED-Chef erklärt, dass man durchaus an dem erklärten Ziel festhalten wolle. Ob dies allerdings im Umfeld schwächelnder Konjunkturaussichten umsetzbar sei, werde sich erst im Laufe des Jahres zeigen.

Für Theresa May, die inzwischen unzählige Niederlagen und Attacken im Parlament überstanden habe, habe es zumindest am Dienstagabend einen Grund zum Lächeln gegeben. Denn die Abgeordneten des britischen Unterhauses hätten ihr mit 317 zu 301 Stimmen das Mandat erteilt, die komplizierte Irland-Frage mit Brüssel nochmals nachzuverhandeln. Einen Aspekt wohlgemerkt, den sie in ihrem selbst ernannten besten aller Abkommen schon einmal mit der EU ausgehandelt habe. Doch was solle zur Diskussion gestellt werden, wenn von den Auftraggebern kein vorformulierter Gegenvorschlag vorliege? Die Frage sei somit, was May zum Lächeln gebracht habe. Inzwischen habe man den Eindruck, dass sie ganz bewusst auf Zeit spiele und auf ein Einknicken ihrer Gegenspieler kurz vor Schluss setze.

Sowohl Brüssel als auch Dublin hätten immer wieder klargemacht, dass die sogenannte Backstop-Lösung einer Quadratur des Kreises gleiche. Mit ihrem neuen Verhandlungsmandat aus dem Unterhaus habe May lediglich etwas Zeit gewonnen, bevor ihr das Parlament womöglich das Heft des Handelns aus der Hand nehmen werde. Denn das Unterhaus habe damit im Kern einer Gesetzesergänzung zugestimmt, die einen harten No-Deal-Brexit ablehne, gleichzeitig jedoch eine Änderung des Nordirland-Backstops zur Voraussetzung für eine Annahme des Abkommens mache.

Doch was solle passieren, wenn May wieder mit leeren Händen aus Brüssel zurückkehre? Immerhin habe EU-Ratspräsident Donald Tusk prompt signalisiert, dass das Abkommen nicht nachverhandelbar sei und auch EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker habe dies abgelehnt. Obwohl klargeworden sei, dass eine Mehrheit in Westminster - nach einem unverbindlichen Beschluss - keinen Brexit ohne Deal wolle, könne es durchaus sein, dass Großbritannien ungewollt und sehenden Auges in eine solche Situation hineinschlittere.

Das Ringen um den Brexit mache sich auch an den Kapitalmärkten bemerkbar, an denen das Britische Pfund während der Parlamentsdebatte unter Druck geraten sei. Unterm Strich aber habe das Pfund im Januar sowohl gegenüber dem USD als auch dem Euro aufgewertet. Am Bondmarkt sei die Rendite für zehnjährige britische Staatsanleihen auf 1,262% gesunken, was allerdings einen Anstieg des Risikospreads auf ca. 110 BP gegenüber deutschen "Bunds" bedeute. Die Hoffnung auf einen weichen Brexit lebe dennoch an den Kapitalmärkten weiter. So taxiere Goldman Sachs das Risiko eines ungeordneten EU-Austritts von Großbritannien immer noch auf lediglich 10%. Ähnlich würden dies einige von Bloomberg befragte Ökonomen sehen, die das Pfund per Ende 2019 gegenüber dem Dollar um 5% höher sehen würden, was mit einem ungeordneten Brexit nicht vorstellbar wäre.

Wie dieser verhindert werden könne, sei im Moment nicht erkennbar. Denn es gelte als weiterhin ungewiss, ob May selbst bei kleinsten Zugeständnissen seitens der EU insbesondere die Hardliner in ihrer eigenen Partei werde umstimmen können. Vielleicht sei der einzige Ausweg aus dieser Sackgasse, den Schulterschluss mit der oppositionelle Labour-Party zu wagen. Aber dazu müsste die Regierungschefin wohl über ihren eigenen Schatten springen und dazu sei sie noch nicht bereit.

Der durch die hohe Liquidität an den Märkten verursachte Anlagenotstand habe in dieser Woche für eine starke Nachfrage nach Neuemissionen aus Griechenland, Österreich und Belgien gesorgt. Nachdem sich Athen erstmals nach Ende des EU-Stabilitätsprogramms wieder an den Kapitalmarkt gewagt habe, hätten sich die Anleger förmlich um die neuen Hellas-Titel gerissen. Die Nachfrage sei mit 10 Mrd. Euro rund fünfmal so hoch gewesen wie das Angebot von 2 Mrd. Euro, woraufhin Athen das Emissionsvolumen auf 2,5 Mrd. Euro erhöht habe.

Der neue Hellas-Bond (ISIN GR0114031561 / WKN A2RXBM) sei mit einem Kupon von 3,45% ausgestattet und sei im April 2024 endfällig. Damit habe der Kupon etwas unter den Erwartungen von 3,5% bis 3,7% gelegen, aber die Emissionsrendite habe sich auf 3,6% belaufen. Noch im Juli 2017 habe Athen eine fünfjährige Anleihe mit einem Kupon von 4,375% ausstatten müssen, um die Refinanzierung in trockene Tücher zu bekommen. Bemerkenswert sei die aktuell hohe Nachfrage auch vor dem Hintergrund, dass alle großen Ratingagenturen griechische Staatsanleihen mit Non-Investment Grade einstufen werden. Somit würden zehnjährige griechische Staatsanleihen aktuell einen Renditespread gegenüber deutschen "Bunds" von ca. 372 BP aufweisen. Was wiederum bedeute, dass Athen im Euroraum die mit Abstand höchsten Zinsen zahlen müsse.

Anders stelle sich die Situation für Österreich dar. Das Land weise im zehnjährigen Bereich gegenüber deutschen Bundestiteln einen Risikoaufschlag von lediglich 21,4 BP auf und durfte sich über eine rekordhohe Nachfrage in Höhe von 28 Mrd. Euro freuen. Die Anleihe (ISIN AT0000A269M8 / WKN A2RXDK) mit einem Volumen von 5 Mrd. Euro sei mit einem Kupon von 0,50% ausgestattet und die Emissionsrendite des am Dienstag platzierten Titels habe 0,545% betragen.

Ebenfalls erfolgreich habe Belgien eine Anleihe (ISIN BE0000348574 / WKN A2RXCS) mit einem Volumen von 5 Mrd. Euro platzieren können. Der sogar erst im Juni 2050 endfällige Titel sei mit einem Kupon von 1,7% ausgestattet.

Der bisher längste Government Shutdown in der Geschichte der USA, von dem 800.000 Beschäftigte betroffen gewesen seien, sei beendet - zumindest vorläufig. Und glaube man der Agentur S&P Global Ratings, so habe er mindestens 6 Mrd. USD gekostet - also mehr als der 5,7 Mrd. USD teure, umstrittene Bau der Grenzmauer zu Mexiko. Das parteiübergreifend tätige Haushaltsbüro des Kongresses komme für die Dauer der Haushaltssperre sogar auf eine um 11 Mrd. USD verminderte Wirtschaftsleistung, wovon allerdings ein Teil im Lauf des Jahres wieder kompensiert werden könnte.

Und dabei sei die Kuh längst noch nicht vom Eis. Denn bekanntlich sei der Regierungsstillstand mithilfe eines Übergangshaushalts nur bis zum 15. Februar ausgesetzt. Bis dahin solle ein Vermittlungsausschuss über Maßnahmen zur Grenzsicherung verhandeln. D. T., der Unberechenbare, habe bereits angedeutet, die Mauer auch ohne Plazet des Kongresses zu bauen, indem er den "Nationalen Notstand" ausrufe. Ein solches Vorgehen wäre allerdings äußerst umstritten und dürfte vor Gericht angefochten werden. In diesem Zusammenhang sei es immer wieder verwunderlich, dass kein Demokrat den amtierenden Präsidenten mit seiner damaligen Aussage konfrontiere, die Mexikaner dafür bezahlen zu lassen.

Für die Kapitalmärkte, die ohnehin unter geopolitischen Spannungen zu leiden hätten, sei mit der hausgemachten Lähmung der USA durch den Shutdown ein innenpolitisches Risiko hinzugekommen. Denn wie die US-Großbank J.P. Morgan vorrechne, koste eine Woche Shutdown bis zu 0,2 PP an Wirtschaftswachstum. Nicht von Ungefähr habe die Ratingagentur Fitch ja schon gewarnt, die USA könnten ihr "AAA"-Rating verlieren, hätte der Shutdown bis März angedauert und dann womöglich mit einem Streit über die Schuldenobergrenze zusammenzufallen. Aber was nicht sei, könne ja noch werden.

In dieser Berichtswoche hätten der Volkswagen-Konzern sowie der US-amerikanische Konzern IBM die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Wolfsburger sowie der IT-Dienstleister hätten jeweils vier Bonds begeben und sich mit frischem Geld am Kapitalmarkt refinanziert. Des Weiteren habe Accor einen Doppelpack mit einer siebenjährigen Anleihe sowie einem Perpetual Bond aufgelegt. Alle Emittenten hätten hierbei die Mindeststückelung von 100.000 Euro gewählt und ihre Anleihen seien daher eher für institutionelle Kunden interessant.

Die Volkswagen Bank, ein Finanzierungsunternehmen des Konzerns, habe einen dreijährigen, 300 Mio. Euro schweren Floater (ISIN XS1944384350 / WKN A1X3P6) begeben, der am 01.08.2022 fällig werde. Der Zinssatz richte sich nach dem vierteljährlichen Euribor +1,47 PP. Begeben worden sei das Papier zu 100%. Die weiteren drei Tranchen (ISIN XS1944388856 / WKN A1X3P7, ISIN XS1944390241 / WKN A1X3P8, ISIN XS1944390597 / WKN A1X3P9) hätten Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren. Die erste Tranche mit 500 Mio. Euro sei am 01.08.2022 fällig und habe einen Zinssatz von jährlich 1,25%. Begeben worden sei das Papier zu 99,646%, was einem Spread von +137 BP über Mid Swap gleichgekommen sei.

Der zweite, 850 Mio. Euro schwere Bond mit Fälligkeit am 31.01.2024 zahle den Investoren jährlich 1,875% Zinsen und sei zu 99,981% (+172 BP über Mid Swap) begeben worden. Die letzte Anleihe im Bunde sei mit einem Kupon in Höhe von jährlich 2,5% ausgestattet und werde am 31.07.2026 fällig. Der Reoffer habe bei diesem Bond bei 99,819% gelegen, was +207 BP über Mid Swap entsprochen habe. Das Emissionsvolumen habe sich ebenfalls auf 850 Mio. Euro belaufen.

IBM habe es den Wolfsburgern gleichgetan und ebenfalls mittels vier neuer Anleihen Geld am Kapitalmarkt eingesammelt. Darunter ein 1,75 Mrd. Euro schwerer, vierjähriger Bond (ISIN XS1944456018 / WKN A2RW4P), der am 31.01.2023 fällig werde. Der Zinssatz sei mit jährlich 0,375% in den Anleihebedingungen festgeschrieben. Begeben worden sei das Papier zu 99,55%, was einen Spread von +45 BP bedeutet habe. Die zweite Tranche (ISIN XS1944456109 / WKN A2RW4Q) habe eine Laufzeit von sechs Jahren und die 1 Mrd. Euro schwere Emission sei am 31.01.2025 fällig. Der IT-Dienstleister bezahle den Investoren jährlich 0,875% Zinsen. Begeben worden sei das Papier zu 99,397%, was einem Emissionsspread von +70 BP über Mid Swap gleichgekommen sei.

Der dritte ebenfalls 1 Mrd. Euro schwere Bond (ISIN XS1945110606 / WKN A2RW4R) mit Fälligkeit am 29.01.2027 werde mit jährlich 1,25% verzinst und sei zu 99,495% (+80 BP über Mid Swap) emittiert worden. Die letzte Anleihe (ISIN XS1945110861 / WKN A2RW4S) im Bunde sei mit einem Kupon in Höhe von jährlich 1,75% ausgestattet und am 31.01.2031 endfällig. Der Reoffer habe bei diesem Bond bei 98,954% gelegen, was +95 BP über Mid Swap entsprochen habe. Das Emissionsvolumen des zwölfjährigen Bonds betrage 1,25 Mrd. Euro. Bei allen Anleihen habe sich IBM je eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufnehmen lassen.

Zu guter Letzt habe Accor die Investoren mit einem Doppelpack erfreut. Zunächst habe die Hotelkette einen siebenjährigen Bond (ISIN FR0013399029 / WKN A2RW58) mit einem Emissionsvolumen von 600 Mio. Euro platziert. Das Papier sei am 04.02.2026 fällig und zahle den Investoren bis zum Laufzeitende jährlich 1,75% Zinsen. Emittiert worden sei zu 99,661%, was einen Spread von +140 BP über Mid Swap bedeutet habe. Zudem habe sich das französische Unternehmen neben einer Make Whole Option einen optionalen Kündigungstermin drei Monate vor Endfälligkeit (ab dem 04.11.2025) jederzeit zu 100% eingeräumt.

Die zweite Tranche (ISIN FR0013399177 / WKN A2RW7R) sei als Perpetual Bond mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro begeben worden. Das Unternehmen zahle für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt bis zum 30.04.2024 einen festen Zins in Höhe von 4,375% p.a. an die Gläubiger. Im Anschluss richte sich der Zinssatz jeweils nach dem 5-Jahres-Swap. Bis zum 30.04.2044 gebe es einen Aufschlag auf den Swap in Höhe von +4,561 PP und ab 2044 werde dann mit +7,311 PP gerechnet. Die Anleihe sei ab dem 30.04.2024 jährlich zu jedem Zinstermin zu 100% kündbar. Der Emissionspreis habe sich auf 99,445% (+431,1 BP über Mid Swap) belaufen.

Für einen steigenden Euro-Bund-Future benötige man nicht unbedingt fallende Aktienmärkte. In dieser Woche seien für die positive Entwicklung des Rentenbarometers die Ausführungen Mario Draghis auf der Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag verantwortlich gewesen. Investoren, die immer noch an eine baldige Normalisierung der Leitzinsen in der Eurozone geglaubt hätten, seien eines Besseren belehrt worden. Denn nach den Erläuterungen von Super-Mario zur konjunkturellen Entwicklung in der Eurozone und in Erwartung einer Zinspause in den USA sei die psychologische Marke von 165% übersprungen worden.

Charttechnisch sei somit der seit Oktober 2018 intakte Aufwärtstrend bestätigt worden und die ersten Widerstandslinien würden aktuell bei ca. 165,30% und ca. 165,54% verlaufen. Ein nachhaltiges Durchstoßen dieser beiden Linien führe zu einem Test der 165,80%-Marke, was einer Rendite von ca. 0,14% entspreche. Sollte dieser Trend vorübergehend nicht weiter fortgesetzt werden können, so sei eine Reaktion bis ca. 164,56% möglich.

Aktuell notiere der Euro-Bund-Future bei ca. 165,45%, was einer Rendite bei der zehnjährigen Bundesanleihe von ca. 0,17% entspreche.

In den USA hätten die Investoren in dieser Woche die Qual der Wahl. Im Angebot hätten sich zum einen T-Bills im Wert von insgesamt 192 Mrd. USD mit Laufzeiten von vier, acht und 52 Wochen sowie drei und sechs Monaten befunden. Zum anderen seien nominal 133 Mrd. USD als T-Notes mit Fälligkeiten in zwei, fünf und sieben Jahren begeben worden.

Auch in der Eurozone sei die Nachfrage sehr groß gewesen. Zu den bereits genannten Euroländern Belgien, Österreich und Griechenland hätten zusätzlich noch Italien und Deutschland frisches Geld am Kapitalmarkt aufgenommen. Dabei habe sich Italien mittels zweier Altemissionen (ISIN IT0005344335 / WKN A195C9/ 2023; ISIN IT0005340929 / WKN A19387/ 2028) refinanziert.

Aber auch die Bundesrepublik Deutschland habe laut Emissionskalender in dieser Woche gleich zwei Anleihen aufgestockt. Am Dienstag sei das aktuelle Volumen der Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001104743 / WKN 110474) um 5 Mrd. Euro auf insgesamt 12 Mrd. Euro erhöht worden. Die Zuteilung von rund 3,98 Mrd. Euro sei bei einer Durchschnittsrendite von -0,58% erfolgt und der Rest von ca. 1,02 Mrd. Euro sei zur Marktpflege umgebucht worden. Zur Wochenmitte sei zusätzlich die Aufstockung der zehnjährigen Benchmarkanleihe (ISIN DE0001102465 / WKN 110246) um 3 Mrd. Euro auf insgesamt 7 Mrd. Euro angesetzt worden. Hierbei seien Orders für 3,614 Mrd. Euro aufgegeben worden, von denen rund 2,334 Mrd. Euro bei einer Durchschnittsrendite von 0,20% zugeteilt worden seien. Der Bund habe zur Marktpflege ca. 666 Mio. Euro in den eigenen Büchern zurückbehalten.

Die Handball-WM sei zu Ende und das leider ohne ein zweites deutsches Wintermärchen. Dieses habe sich diesmal in Skandinavien ereignet, denn Weltmeister Dänemark und der Vizemeister Norwegen hätten sich in beeindruckender Verfassung präsentiert.

Anders als im WM-Finale habe die Währung Norwegens am Devisenmarkt klar die Oberhand. Habe der Devisenkurs am 27. Dezember 2018 noch bei 10,0581 NOK notiert, habe dieser seither deutlich zulegen können. Mit 9,6658 NOK habe die Währung zur Wochenmitte auf ihrem bisherigen Jahreshoch gehandelt. Die Dänische Krone hingegen bewege sich seit Jahresbeginn in einer sehr engen Tradingrange zwischen 7,4558 DKK und 7,4690 DKK. Daran habe auch der Titelgewinn nichts ändern können.

Auch wenn es in Sachen Brexit keine bahnbrechenden Neuigkeiten gebe, habe das Britische Pfund am vergangenen Freitag mit 0,86177 GBP vorübergehend ein neues Jahreshoch erklimmen können und notiere zur Stunde bei ca. 0,8760 GBP.

Das Währungspaar EUR/USD präsentiere sich beim aktuellen Marktgeschehen weiterhin in seiner liebgewonnenen Tradingrange. Sei der Euro am Tag der EZB-Sitzung noch kurzzeitig bis auf 1,1290 USD zurückgefallen, so habe er in weiteren Handelsverlauf die Verluste nahezu komplett wettmachen können. Nach der gestrigen FED-Sitzung handle der Euro heute Morgen bei ca. 1,1490 USD.

In der vergangenen Berichtswoche hätten Fremdwährungsanleihen lautend auf US-Dollar, Türkische Lira, Norwegische Kronen sowie Russische Rubel zu den favorisierten Bonds gehört.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich. Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (31.01.2019/alc/a/a)





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