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Draghi erhält einen Schuss vor den Bug - Brexit und Frexit dürfen kein Thema werden
11.12.15 11:31
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Hohe Erwartungen hatte er aufgebaut und am Ende doch enttäuscht - oder enttäuschen müssen? Jedenfalls schickten die Neuigkeiten, die Mario Draghi vergangene Woche an geldpolitischen Beschlüssen zu verkünden hatte, die Aktien- und Rentenmärkte zunächst auf Talfahrt, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Im Vorfeld habe der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) immer wieder angedeutet, dass es zum Einsatz einer großen geldpolitischen Finanzspritze kommen würde. Nun hätten die Euro-Währungshüter ihr vor allem in Deutschland umstrittenes Anleihekaufprogramm auf 1,5 Bill. EUR ausgeweitet. Außerdem setze die EZB den Einlagensatz für Geschäftsbanken auf minus 0,3% von bisher minus 0,2%. Die Märkte aber hätten mit erheblich stärkeren Lockerungen gerechnet.
Ursprünglich habe Draghi weitaus schwereres Geschütz auffahren wollen, habe damit aber - nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters - gravierende Meinungsverschiedenheiten an der Spitze der EZB ausgelöst. Am Ende habe sich der EZB-Rat dafür entschieden, die Märkte mit seinen Entscheidungen zu den Zinsen und zur Ausweitung des Anleihekaufprogramms zu enttäuschen, weil von der Wirtschaftsentwicklung und von der Inflationsfront zuletzt günstigere Nachrichten gekommen seien. Offenbar sei der Gegenwind, den Draghi nun erfahren habe, so stark gewesen, dass sich der Präsident im EZB-Rat nicht habe durchsetzen können. Ob dies den Auftakt zu einer Kursänderung der EZB bedeute, müsse abgewartet werden. Ein Schuss vor den Bug des Präsidenten und damit ein Stück Machtverlust bedeute die Entscheidung aber allemal.
Weiteren Ärger habe die EZB allerdings auch in Sachen Anfa-Abkommen (Agreement on net-financial assets). So weigere sich die Zentralbank noch standhaft, den Inhalt dieser Vereinbarung mit den nationalen Notenbanken öffentlich zu machen. Daraus, so würden mehrere Regierungspolitiker hoffen, würde hervorgehen, in welchem Umfang nationale Notenbanken im Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) Ankäufe von Staatsanleihen getätigt hätten. Das zuletzt im vergangenen Jahr aktualisierte Anfa-Abkommen regle die Spielräume, welche die Notenbanken des Euroraums für Käufe von Wertpapieren und auch Staatsanleihen auf eigene Rechnung hätten. Da auch die nationalen Notenbanken dem Verbot der monetären Staatsfinanzierung unterliegen würden, könnte eine Offenlegung darüber Aufschluss geben, inwieweit der aufgekommene Verdacht gerechtfertigt sein könnte.
Klartext habe dieser Tage die Mainzer Finanzökonomin Isabel Schnabel, Mitglied des Rats der Wirtschaftsweisen, gegenüber der FAZ geredet. "Das Anfa-Programm untergräbt aufgrund seiner Intransparenz die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik. Es ist beunruhigend, wenn das Programm selbst für Herrn Draghi sehr schwer zu verstehen ist, wie er letzte Woche bei der Pressekonferenz sagte", habe sie gemeint. EZB-Chef Mario Draghi habe auf Nachfrage gesagt, dass es "sehr schwer zu verstehen" sei, warum die nationalen Zentralbanken bestimmte Anleihen gekauft hätten. Was sie gekauft hätten, liege aber gänzlich in ihrer Autonomie und er wolle dazu keine Angaben machen. Besonders die italienische sowie die französische Notenbank sollten nach FAZ-Angaben das Anfa-Abkommen genutzt haben, um in dreistelliger Milliardenhöhe Papiere zu kaufen. Hinweis an die EZB: Transparenz sehe anders aus.
Zurückblickend könne man schon behaupten, dass ein turbulentes Jahr sich seinem Ende zuneige. Aber das kommende werde nicht minder spannend sein. In Euroland liege immer noch sehr viel im Argen und somit werde der mögliche Austritt Englands aus der EU ("Brexit") sicherlich eines der marktbewegenden Themen sein. Die Gründe für das dort geplante Referendum seien größtenteils von der EU selbst zu verantworten, da nicht viel an eine Staatengemeinschaft erinnere, sondern eher an eine Interessensgemeinschaft, die immer auf der Suche nach dem eigenen Vorteil sei. Dieses Prinzip hätten auch die Briten verinnerlicht und würden auf etliche Nachbesserungen und Sonderregelungen pochen, um weiterhin in der Gemeinschaft zu bleiben. Dennoch stehe in diesem Falle neben finanziellen Erleichterungen insbesondere die Eigenständigkeit im Vordergrund.
Doch nach den Anschlägen von Paris habe sich auch die Lage in Frankreich sehr stark gewandelt. Neben den Problemen bei den Sozialleistungen habe die Grande Nation bereits seit vielen Jahren wirtschaftliche Schwierigkeiten, die sich u.a. in immer neuen, rekordverdächtigen Arbeitslosenzahlen und fehlendem Wirtschaftswachstum ausdrücken würden. Dass in solchen Zeiten der Blick zum Nachbarn Deutschland schwer falle, sei logisch. Aber nicht nur die Wirtschaftsdaten würden für die französische Bevölkerung eine Belastung darstellen, sondern auch der damit verbundene Führungswechsel in Europa - und insbesondere in Euroland.
Seien in den vergangenen Jahren die deutsche Bundeskanzlerin und der französische Präsident als Tandem in Aktion getreten, so habe man inzwischen den Eindruck, dass das ursprüngliche Kernland des Euros zum Anhängsel Deutschlands geworden sei. Dadurch sei es auch nicht verwunderlich, dass die französischen Politiker verzweifelt versuchen würden, aus dem Windschatten Deutschlands herauszutreten. Doch das sei leichter gesagt als getan. Insbesondere nach dem IS-Terror versuche Francois Hollande den starken Feldherrn zu mimen und somit zumindest im Kampf gegen den "Islamischen Staat" seiner Führungsrolle gerecht zu werden.
Doch nach den Regionalwahlen und dem Stimmenzuwachs für den rechtsextremen Front National (FN) sei die Zukunft Frankreichs inmitten Europas verschwommener geworden. Zumal der FN für eine Abkehr von der bisherigen Europapolitik, einer Rückkehr zu vielen marxistischen Lehren und mehr Eigenstaatlichkeit stehe. Allein schon die Tatsache, dass der FN in sechs von 13 Regionen beim ersten Wahlausgang vorne gelegen habe, lasse aufhorchen. Aber noch interessanter werde der Ausgang der zweiten Wahlrunde am kommenden Sonntag sein. Dann werde sich zeigen, ob die französische Bevölkerung der amtierenden Regierung einen Denkzettel habe verpassen wollen oder man das Auseinanderbrechen Europas auch in Zukunft aktiv begleiten möchte. Der daraus resultierende "Frexit", der Austritt Frankreichs aus der EU, würde Deutschland in eine prekäre Situation bringen.
Europa auf nur einer Säule wäre dann zum Scheitern verurteilt. Daher dürfe Frexit und Brexit kein Thema werden.
Springe sie oder springe sie nicht? Wie die US-Notenbank-Chefin Janet Yellen selbst Anfang des Monats gesagt habe, könne sie sich durchaus eine Zinswende noch im Dezember 2015 vorstellen. Immerhin brumme die US-Wirtschaft wie schon lange nicht mehr. Und wenn Yellen dann auch noch vor einem Kongressausschuss erläutere, dass eine Zinsanhebung im Dezember "durchaus im Bereich des Möglichen" sei, könne man dies kaum anders deuten, als dass die Notenbank-Chefin den Boden für eine baldige Zinswende bereite. Die erste geldpolitische Straffung seit dem 17. August 2007 nahe!
Ja, und dennoch würden ein paar Restzweifel bleiben. Hätten die Märkte doch bereits in den vergangenen Monaten immer wieder Yellens Andeutungen als klare Signale für eine Zinserhöhung gedeutet und trotzdem sei die FED-Chefin am Ende nicht gesprungen. Unter anderem habe die Befürchtung im Raum gestanden, man könnte die Volkswirtschaften der schwächelnden Emerging Markets, die massiv unter dem Preisverfall bei Rohstoffen zu leiden hätten, vollends abwürgen. Doch Rücksicht nehmen sei ein Luxus, den sich Amerika und somit auch die FED nur für einen kurzen Moment leisten wolle. Zumal die FED sich wohlgemerkt keine konkreten Ziele - wie etwa die EZB mit ihrem Inflationsziel von 2% - vorgegeben habe, sondern sich am Ende immer daran ausrichte, was gut für die heimische Volkswirtschaft sein möge. Und diese Kriterien seien, allgemein beschrieben, Preisstabilität, ein Höchstmaß an Beschäftigung und moderate Langfristzinsen.
Daher sei es ein bisschen wie mit dem Blick in die berühmte Kristallkugel, wenn man die Entscheidungen der FED voraussagen möchte. Und so habe sich auch Yellen wieder eine Hintertür offen gelassen. "Höhere Zinsen sind gerechtfertigt, falls die Datenlage es hergibt", habe sie gesagt und lasse alle Fragen bis zum Schluss offen. Erst am 16. Dezember, wenn das FED-FOMC-Meeting beendet worden sei, wisse man mehr.
Warum sollte Griechenland auf das Geld des Internationalen Währungsfonds (IWF) verzichten? Wie Regierungschef Alexis Tsipras nun gesagt habe, brauche sein Land "weniger Geld" als erwartet. Daher sei die Hilfe des IWF vermutlich "nicht nötig". Athen würde damit seinen lästigsten Geldgeber loswerden, denn der Fonds habe stets auf härtere Reformanstrengungen als etwa die EU gepocht und die Schuldentragfähigkeit von Hellas verlangt. Oder, wie es Tsipras ausdrücke, die Position des IWF sei "nicht konstruktiv". Außerdem seien Kredite vom IWF für Griechenland etwas teurer als Kredite des Euro-Rettungsfonds. Allerdings müsse man auch sehen, dass der IWF bei den Geldgebern immer die Institution gewesen sei, die sich am ehesten für einen langfristigen Schuldenschnitt ausgesprochen habe und trotzdem habe insbesondere Deutschland stets auf eine Beteiligung des IWF am neuen Rettungspaket gepocht.
Im Gegenzug für Sparmaßnahmen und Reformen seien Griechenland im Juli Hilfen im Umfang von insgesamt 86 Mrd. EUR zugesagt worden, wovon Athen inzwischen 17,7 Mrd. EUR erhalten habe. Von den 86 Mrd. EUR seien 25 Mrd. EUR für die Stützung der Banken vorgesehen. Davon seien aber letztlich nur 5,7 Mrd. EUR benötigt worden.
Indessen dränge die Eurogruppe das hochverschuldete Griechenland dazu, ein neues Reformpaket bis Mitte Dezember auf den Weg zu bringen. Davon hänge schließlich die Auszahlung von 1 Mrd. EUR ab. Tspiras' Links-Rechts-Regierung reagiere offenbar auf den Druck der Geldgeber und wolle nun das neue Paket bis zum 18. Dezember durchs Parlament bringen. Wie knapp dies werden könnte, habe der kürzlich verabschiedete Haushalt gezeigt, dem eine äußerst knappe Mehrheit von 153 der 298 anwesenden Abgeordneten zugestimmt habe. Die Liste der Reformen umfasse 13 innenpolitisch teilweise höchst umstrittene Maßnahmen. Unter anderem solle eine unabhängige Einrichtung zur Privatisierung von Staatseigentum gegründet und das unterfinanzierte Sozialversicherungssystem umfassend reformiert werden.
Pünktlich zum Nikolausfest am vergangenen Wochenende und den unzähligen Weihnachtsmärkten, an denen reichlich Bier, Punsch und Glühwein getrunken werde, habe sich das international tätige niederländische Brauereiunternehmen Heineken NV entschieden, selbst den Zapfhahn zu öffnen, um den eigenen Kapitaldurst am Primärmarkt zu stillen.
So sei es gekommen, dass das Unternehmen 460 Mio. EUR als 9-jährige Anleihe (ISIN XS1330434389 / WKN A18VNW) habe refinanzieren können und dafür bis zum Laufzeitende am 07.12.2024 jährlich Zinsen in Höhe von 1,5% bezahle. Die Anleihe sei bei 98,978% gepreist worden, was einem Emissionsspread von +90 bps über Mid Swap entsprochen habe. Der Bond verfüge über ein optionales Sonderkündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Der Emittent habe sich bei dieser Anleihe für eine Mindeststückelung von 100.000 EUR entschieden.
Ebenso sei die Commerzbank AG am Primärmarkt aktiv geworden. Die zweitgrößte deutsche Bank habe 500 Mio. EUR mittels einer 4-jährigen Nachrang-Anleihe (ISIN DE000CZ40K31 / WKN CZ40K3) refinanziert und zahle dafür jährlich bis zum 14.03.2019 einen Kupon von 0,625%. Die Anleihe sei mit +60 bps über Mid Swap gepreist worden, was einen Emissionspreis von 99,955% ergeben habe. Durch die gewählte Stückelung von 1.000 EUR solle der Kauf dieses Wertpapiers auch für Retail-Investoren ermöglicht werden.
In dieser Woche würden die Freunde des runden Leders auf ihre Kosten kommen. In der Champions League würden die finalen Tickets für das Achtelfinale ausgespielt und zudem finde am Wochenende die EM-Auslosung für das kommende Turnier in Frankreich statt.
Die vergangene Woche habe für die Fußballfans allerdings nicht so viel zu bieten gehabt, dafür aber umso mehr für die Finanzakteure. Mit diesen Kurskapriolen und Marktturbulenzen hätten wohl die wenigsten Fachleute gerechnet, aber Mario Draghi mache es möglich. Die bei den Marktteilnehmern enttäuschend aufgefassten Beschlüsse der EZB zur künftigen Geldpolitik hätten am Rentenmarkt für einen erdrutschartigen Kursverfall gesorgt. Innerhalb kürzester Zeit habe der richtungsweisende Euro-Bund-Future (März-Kontrakt) mehr als 3 Prozentpunkte auf 156,42% verloren. Die zehnjährige Bundrendite habe entsprechend reagiert und einen unglaublichen Satz nach oben gemacht. Sie sei von 0,45% bis auf einen Spitzenwert von 0,74% gestiegen.
Der Start in die neue Handelswoche sei für die deutschen Staatsanleihen ziemlich erfreulich verlaufen. Nach den überaus deutlichen Verlusten an den Handelstagen zuvor sei es beim Rentenbarometer zu einer überfälligen Gegenbewegung bis auf 158,94% gekommen. Im weiteren Handelsverlauf hätten sich die deutschen Bundesanleihen auf erhöhtem Niveau stabilisieren können und der Bondmarkt sei wieder zur Normalität zurückgekehrt. Die hohe Volatilität der jüngeren Tage scheine also vorerst vorbei zu sein. Heute Morgen starte das Zinsbarometer gut behauptet in den Handel. Der März-Kontrakt notiere zur Stunde bei ca. 158,50% und die Bundrendite habe sich nunmehr um die Marke von 0,60% eingependelt.
Charttechnisch betrachtet - nach dem Rollover (+ ca. 160 BP) - stelle der Bereich bei 156,42% (Tief vom 04.12.) eine erste Unterstützung dar und bei 158,94% (Tief vom 23.11.) verlaufe eine erste Widerstandslinie.
In dieser Handelswoche seien zwar am Geldmarkt noch u.a. die Niederlande, Frankreich, Spanien, Griechenland und Italien aktiv gewesen und hätten ca. 21 Mrd. EUR refinanziert, aber am Kapitalmarkt habe sich die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland ganz alleine austoben können. Dabei sei das Emissionsvolumen der 2-jährigen Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001104628 / WKN 110462) um 3 Mrd. EUR auf insgesamt 8 Mrd. EUR erhöht worden. Die Zuteilung sei bei einer 1,8-fachen Zeichnung mit einer Durchschnittsrendite von -0,32% erfolgt.
In den USA mit dem XXL-Geld- und Kapitalmarkt seien im gleichen Zeitraum am Geldmarkt 45 Mrd. USD für vier Wochen, 28 Mrd. USD für drei sowie 26 Mrd. USD für sechs Monate und 14 Mrd. USD für 52 Wochen als T-Bills refinanziert worden. Aber auch T-Notes mit einer Laufzeit von drei (24 Mrd. USD) und zehn Jahren (21 Mrd. USD) sowie 30 Jahre T-Bonds im Volumen von 13 Mrd. USD seien den Investoren zum Kauf angeboten worden. Amerika sei eben schon immer etwas Besonderes gewesen.
Vergangene Woche haben wir die Frage gestellt, ob die Marktteilnehmer nach den Großereignissen von EZB und FED wohl Nüsse, Mandarinen und Lebkuchen oder nur ein Stück Kohle in ihren Nikolausstiefeln vorfinden werden, so die Analysten der Baader Bank. Zwar habe der Nikolaus, in Form von EZB-Chef Mario Draghi, den Marktteilnehmern etwas mitgebracht, aber vor dem Hintergrund der hohen Erwartungen habe dies eher einer verkohlten Esskastanie geglichen.
Erwartet worden sei eine Reduzierung des Einlagenzinssatzes um 20 Basispunkte, lediglich die Hälfte habe die EZB in ihrem Maßnahmensack gehabt. Außerdem sei von einer sofortigen Ausweitung der monatlichen Anleihekäufe ausgegangen, geschenkt worden sei jedoch nur eine Verlängerung um sechs Monate. Grundsätzlich würden diese Maßnahmen für eine Verbilligung des Euros gegenüber dem US-Dollar sprechen. Aber nachdem die genannten Erwartungen wohl schon größtenteils eingepreist gewesen seien, habe sich eine kräftige und so nicht erwartete Gegenreaktion ergeben. Die Gemeinschaftswährung habe von 1,0538 bis auf 1,0980 USD angezogen.
Auch sei die Äußerung von Janet Yellen nach diesem Kursfeuerwerk verpufft, dass die Tür für eine Zinserhöhung weit offen stehe und auch nach dem positiven US-Arbeitsmarktbericht sei der Euro lediglich auf 1,0794 USD zurückgefallen. Aber das sei nur ein kurzes Intermezzo gewesen und so notiere die Währung der Euroländer heute Morgen sogar bei ca. 1,10 USD.
Aufgrund des erneuten Preisrückgangs am Ölmarkt habe sich der Euro gegenüber den Währungen der erdölexportierenden Länder auf der Überhohlspur befunden. Exemplarisch sei er gegenüber der Norwegischen Krone von 9,1352 auf 9,6072 NOK gestiegen und habe sich seinem bisherigen Jahres-Höchstkurs vom 29.09. bei 9,6273 NOK angenähert.
Den größten Gefallen hätten die Privatanleger in dieser Handelswoche an Anleihen auf Südafrikanische Rand, US-Dollar und Brasilianische Real gefunden.
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Baader Bank AG ist eine Aktiengesellschaft nach dem Recht der Bundesrepublik Deutschland mit Hauptgeschäftssitz in München. Baader Bank AG ist beim Amtsgericht in München unter der Nummer HRB 121537 eingetragen und wird beaufsichtigt von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Straße 24-28, 60439 Frankfurt am Main und Graurheindorfer Straße 108, 53117 Bonn. Die Umsatzsteueridentifikationsnummer von Baader Bank AG ist DE 114123893.
Vorstand: Nico Baader (Vors.), Dieter Brichmann (stv. Vors.), Christian Bacherl, Oliver Riedel
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dr. Horst Schiessl (11.12.2015/alc/a/a)
Im Vorfeld habe der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) immer wieder angedeutet, dass es zum Einsatz einer großen geldpolitischen Finanzspritze kommen würde. Nun hätten die Euro-Währungshüter ihr vor allem in Deutschland umstrittenes Anleihekaufprogramm auf 1,5 Bill. EUR ausgeweitet. Außerdem setze die EZB den Einlagensatz für Geschäftsbanken auf minus 0,3% von bisher minus 0,2%. Die Märkte aber hätten mit erheblich stärkeren Lockerungen gerechnet.
Ursprünglich habe Draghi weitaus schwereres Geschütz auffahren wollen, habe damit aber - nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters - gravierende Meinungsverschiedenheiten an der Spitze der EZB ausgelöst. Am Ende habe sich der EZB-Rat dafür entschieden, die Märkte mit seinen Entscheidungen zu den Zinsen und zur Ausweitung des Anleihekaufprogramms zu enttäuschen, weil von der Wirtschaftsentwicklung und von der Inflationsfront zuletzt günstigere Nachrichten gekommen seien. Offenbar sei der Gegenwind, den Draghi nun erfahren habe, so stark gewesen, dass sich der Präsident im EZB-Rat nicht habe durchsetzen können. Ob dies den Auftakt zu einer Kursänderung der EZB bedeute, müsse abgewartet werden. Ein Schuss vor den Bug des Präsidenten und damit ein Stück Machtverlust bedeute die Entscheidung aber allemal.
Weiteren Ärger habe die EZB allerdings auch in Sachen Anfa-Abkommen (Agreement on net-financial assets). So weigere sich die Zentralbank noch standhaft, den Inhalt dieser Vereinbarung mit den nationalen Notenbanken öffentlich zu machen. Daraus, so würden mehrere Regierungspolitiker hoffen, würde hervorgehen, in welchem Umfang nationale Notenbanken im Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) Ankäufe von Staatsanleihen getätigt hätten. Das zuletzt im vergangenen Jahr aktualisierte Anfa-Abkommen regle die Spielräume, welche die Notenbanken des Euroraums für Käufe von Wertpapieren und auch Staatsanleihen auf eigene Rechnung hätten. Da auch die nationalen Notenbanken dem Verbot der monetären Staatsfinanzierung unterliegen würden, könnte eine Offenlegung darüber Aufschluss geben, inwieweit der aufgekommene Verdacht gerechtfertigt sein könnte.
Klartext habe dieser Tage die Mainzer Finanzökonomin Isabel Schnabel, Mitglied des Rats der Wirtschaftsweisen, gegenüber der FAZ geredet. "Das Anfa-Programm untergräbt aufgrund seiner Intransparenz die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik. Es ist beunruhigend, wenn das Programm selbst für Herrn Draghi sehr schwer zu verstehen ist, wie er letzte Woche bei der Pressekonferenz sagte", habe sie gemeint. EZB-Chef Mario Draghi habe auf Nachfrage gesagt, dass es "sehr schwer zu verstehen" sei, warum die nationalen Zentralbanken bestimmte Anleihen gekauft hätten. Was sie gekauft hätten, liege aber gänzlich in ihrer Autonomie und er wolle dazu keine Angaben machen. Besonders die italienische sowie die französische Notenbank sollten nach FAZ-Angaben das Anfa-Abkommen genutzt haben, um in dreistelliger Milliardenhöhe Papiere zu kaufen. Hinweis an die EZB: Transparenz sehe anders aus.
Zurückblickend könne man schon behaupten, dass ein turbulentes Jahr sich seinem Ende zuneige. Aber das kommende werde nicht minder spannend sein. In Euroland liege immer noch sehr viel im Argen und somit werde der mögliche Austritt Englands aus der EU ("Brexit") sicherlich eines der marktbewegenden Themen sein. Die Gründe für das dort geplante Referendum seien größtenteils von der EU selbst zu verantworten, da nicht viel an eine Staatengemeinschaft erinnere, sondern eher an eine Interessensgemeinschaft, die immer auf der Suche nach dem eigenen Vorteil sei. Dieses Prinzip hätten auch die Briten verinnerlicht und würden auf etliche Nachbesserungen und Sonderregelungen pochen, um weiterhin in der Gemeinschaft zu bleiben. Dennoch stehe in diesem Falle neben finanziellen Erleichterungen insbesondere die Eigenständigkeit im Vordergrund.
Doch nach den Anschlägen von Paris habe sich auch die Lage in Frankreich sehr stark gewandelt. Neben den Problemen bei den Sozialleistungen habe die Grande Nation bereits seit vielen Jahren wirtschaftliche Schwierigkeiten, die sich u.a. in immer neuen, rekordverdächtigen Arbeitslosenzahlen und fehlendem Wirtschaftswachstum ausdrücken würden. Dass in solchen Zeiten der Blick zum Nachbarn Deutschland schwer falle, sei logisch. Aber nicht nur die Wirtschaftsdaten würden für die französische Bevölkerung eine Belastung darstellen, sondern auch der damit verbundene Führungswechsel in Europa - und insbesondere in Euroland.
Seien in den vergangenen Jahren die deutsche Bundeskanzlerin und der französische Präsident als Tandem in Aktion getreten, so habe man inzwischen den Eindruck, dass das ursprüngliche Kernland des Euros zum Anhängsel Deutschlands geworden sei. Dadurch sei es auch nicht verwunderlich, dass die französischen Politiker verzweifelt versuchen würden, aus dem Windschatten Deutschlands herauszutreten. Doch das sei leichter gesagt als getan. Insbesondere nach dem IS-Terror versuche Francois Hollande den starken Feldherrn zu mimen und somit zumindest im Kampf gegen den "Islamischen Staat" seiner Führungsrolle gerecht zu werden.
Doch nach den Regionalwahlen und dem Stimmenzuwachs für den rechtsextremen Front National (FN) sei die Zukunft Frankreichs inmitten Europas verschwommener geworden. Zumal der FN für eine Abkehr von der bisherigen Europapolitik, einer Rückkehr zu vielen marxistischen Lehren und mehr Eigenstaatlichkeit stehe. Allein schon die Tatsache, dass der FN in sechs von 13 Regionen beim ersten Wahlausgang vorne gelegen habe, lasse aufhorchen. Aber noch interessanter werde der Ausgang der zweiten Wahlrunde am kommenden Sonntag sein. Dann werde sich zeigen, ob die französische Bevölkerung der amtierenden Regierung einen Denkzettel habe verpassen wollen oder man das Auseinanderbrechen Europas auch in Zukunft aktiv begleiten möchte. Der daraus resultierende "Frexit", der Austritt Frankreichs aus der EU, würde Deutschland in eine prekäre Situation bringen.
Europa auf nur einer Säule wäre dann zum Scheitern verurteilt. Daher dürfe Frexit und Brexit kein Thema werden.
Springe sie oder springe sie nicht? Wie die US-Notenbank-Chefin Janet Yellen selbst Anfang des Monats gesagt habe, könne sie sich durchaus eine Zinswende noch im Dezember 2015 vorstellen. Immerhin brumme die US-Wirtschaft wie schon lange nicht mehr. Und wenn Yellen dann auch noch vor einem Kongressausschuss erläutere, dass eine Zinsanhebung im Dezember "durchaus im Bereich des Möglichen" sei, könne man dies kaum anders deuten, als dass die Notenbank-Chefin den Boden für eine baldige Zinswende bereite. Die erste geldpolitische Straffung seit dem 17. August 2007 nahe!
Ja, und dennoch würden ein paar Restzweifel bleiben. Hätten die Märkte doch bereits in den vergangenen Monaten immer wieder Yellens Andeutungen als klare Signale für eine Zinserhöhung gedeutet und trotzdem sei die FED-Chefin am Ende nicht gesprungen. Unter anderem habe die Befürchtung im Raum gestanden, man könnte die Volkswirtschaften der schwächelnden Emerging Markets, die massiv unter dem Preisverfall bei Rohstoffen zu leiden hätten, vollends abwürgen. Doch Rücksicht nehmen sei ein Luxus, den sich Amerika und somit auch die FED nur für einen kurzen Moment leisten wolle. Zumal die FED sich wohlgemerkt keine konkreten Ziele - wie etwa die EZB mit ihrem Inflationsziel von 2% - vorgegeben habe, sondern sich am Ende immer daran ausrichte, was gut für die heimische Volkswirtschaft sein möge. Und diese Kriterien seien, allgemein beschrieben, Preisstabilität, ein Höchstmaß an Beschäftigung und moderate Langfristzinsen.
Daher sei es ein bisschen wie mit dem Blick in die berühmte Kristallkugel, wenn man die Entscheidungen der FED voraussagen möchte. Und so habe sich auch Yellen wieder eine Hintertür offen gelassen. "Höhere Zinsen sind gerechtfertigt, falls die Datenlage es hergibt", habe sie gesagt und lasse alle Fragen bis zum Schluss offen. Erst am 16. Dezember, wenn das FED-FOMC-Meeting beendet worden sei, wisse man mehr.
Warum sollte Griechenland auf das Geld des Internationalen Währungsfonds (IWF) verzichten? Wie Regierungschef Alexis Tsipras nun gesagt habe, brauche sein Land "weniger Geld" als erwartet. Daher sei die Hilfe des IWF vermutlich "nicht nötig". Athen würde damit seinen lästigsten Geldgeber loswerden, denn der Fonds habe stets auf härtere Reformanstrengungen als etwa die EU gepocht und die Schuldentragfähigkeit von Hellas verlangt. Oder, wie es Tsipras ausdrücke, die Position des IWF sei "nicht konstruktiv". Außerdem seien Kredite vom IWF für Griechenland etwas teurer als Kredite des Euro-Rettungsfonds. Allerdings müsse man auch sehen, dass der IWF bei den Geldgebern immer die Institution gewesen sei, die sich am ehesten für einen langfristigen Schuldenschnitt ausgesprochen habe und trotzdem habe insbesondere Deutschland stets auf eine Beteiligung des IWF am neuen Rettungspaket gepocht.
Im Gegenzug für Sparmaßnahmen und Reformen seien Griechenland im Juli Hilfen im Umfang von insgesamt 86 Mrd. EUR zugesagt worden, wovon Athen inzwischen 17,7 Mrd. EUR erhalten habe. Von den 86 Mrd. EUR seien 25 Mrd. EUR für die Stützung der Banken vorgesehen. Davon seien aber letztlich nur 5,7 Mrd. EUR benötigt worden.
Indessen dränge die Eurogruppe das hochverschuldete Griechenland dazu, ein neues Reformpaket bis Mitte Dezember auf den Weg zu bringen. Davon hänge schließlich die Auszahlung von 1 Mrd. EUR ab. Tspiras' Links-Rechts-Regierung reagiere offenbar auf den Druck der Geldgeber und wolle nun das neue Paket bis zum 18. Dezember durchs Parlament bringen. Wie knapp dies werden könnte, habe der kürzlich verabschiedete Haushalt gezeigt, dem eine äußerst knappe Mehrheit von 153 der 298 anwesenden Abgeordneten zugestimmt habe. Die Liste der Reformen umfasse 13 innenpolitisch teilweise höchst umstrittene Maßnahmen. Unter anderem solle eine unabhängige Einrichtung zur Privatisierung von Staatseigentum gegründet und das unterfinanzierte Sozialversicherungssystem umfassend reformiert werden.
Pünktlich zum Nikolausfest am vergangenen Wochenende und den unzähligen Weihnachtsmärkten, an denen reichlich Bier, Punsch und Glühwein getrunken werde, habe sich das international tätige niederländische Brauereiunternehmen Heineken NV entschieden, selbst den Zapfhahn zu öffnen, um den eigenen Kapitaldurst am Primärmarkt zu stillen.
So sei es gekommen, dass das Unternehmen 460 Mio. EUR als 9-jährige Anleihe (ISIN XS1330434389 / WKN A18VNW) habe refinanzieren können und dafür bis zum Laufzeitende am 07.12.2024 jährlich Zinsen in Höhe von 1,5% bezahle. Die Anleihe sei bei 98,978% gepreist worden, was einem Emissionsspread von +90 bps über Mid Swap entsprochen habe. Der Bond verfüge über ein optionales Sonderkündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Der Emittent habe sich bei dieser Anleihe für eine Mindeststückelung von 100.000 EUR entschieden.
Ebenso sei die Commerzbank AG am Primärmarkt aktiv geworden. Die zweitgrößte deutsche Bank habe 500 Mio. EUR mittels einer 4-jährigen Nachrang-Anleihe (ISIN DE000CZ40K31 / WKN CZ40K3) refinanziert und zahle dafür jährlich bis zum 14.03.2019 einen Kupon von 0,625%. Die Anleihe sei mit +60 bps über Mid Swap gepreist worden, was einen Emissionspreis von 99,955% ergeben habe. Durch die gewählte Stückelung von 1.000 EUR solle der Kauf dieses Wertpapiers auch für Retail-Investoren ermöglicht werden.
In dieser Woche würden die Freunde des runden Leders auf ihre Kosten kommen. In der Champions League würden die finalen Tickets für das Achtelfinale ausgespielt und zudem finde am Wochenende die EM-Auslosung für das kommende Turnier in Frankreich statt.
Der Start in die neue Handelswoche sei für die deutschen Staatsanleihen ziemlich erfreulich verlaufen. Nach den überaus deutlichen Verlusten an den Handelstagen zuvor sei es beim Rentenbarometer zu einer überfälligen Gegenbewegung bis auf 158,94% gekommen. Im weiteren Handelsverlauf hätten sich die deutschen Bundesanleihen auf erhöhtem Niveau stabilisieren können und der Bondmarkt sei wieder zur Normalität zurückgekehrt. Die hohe Volatilität der jüngeren Tage scheine also vorerst vorbei zu sein. Heute Morgen starte das Zinsbarometer gut behauptet in den Handel. Der März-Kontrakt notiere zur Stunde bei ca. 158,50% und die Bundrendite habe sich nunmehr um die Marke von 0,60% eingependelt.
Charttechnisch betrachtet - nach dem Rollover (+ ca. 160 BP) - stelle der Bereich bei 156,42% (Tief vom 04.12.) eine erste Unterstützung dar und bei 158,94% (Tief vom 23.11.) verlaufe eine erste Widerstandslinie.
In dieser Handelswoche seien zwar am Geldmarkt noch u.a. die Niederlande, Frankreich, Spanien, Griechenland und Italien aktiv gewesen und hätten ca. 21 Mrd. EUR refinanziert, aber am Kapitalmarkt habe sich die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland ganz alleine austoben können. Dabei sei das Emissionsvolumen der 2-jährigen Bundesschatzanweisung (ISIN DE0001104628 / WKN 110462) um 3 Mrd. EUR auf insgesamt 8 Mrd. EUR erhöht worden. Die Zuteilung sei bei einer 1,8-fachen Zeichnung mit einer Durchschnittsrendite von -0,32% erfolgt.
In den USA mit dem XXL-Geld- und Kapitalmarkt seien im gleichen Zeitraum am Geldmarkt 45 Mrd. USD für vier Wochen, 28 Mrd. USD für drei sowie 26 Mrd. USD für sechs Monate und 14 Mrd. USD für 52 Wochen als T-Bills refinanziert worden. Aber auch T-Notes mit einer Laufzeit von drei (24 Mrd. USD) und zehn Jahren (21 Mrd. USD) sowie 30 Jahre T-Bonds im Volumen von 13 Mrd. USD seien den Investoren zum Kauf angeboten worden. Amerika sei eben schon immer etwas Besonderes gewesen.
Vergangene Woche haben wir die Frage gestellt, ob die Marktteilnehmer nach den Großereignissen von EZB und FED wohl Nüsse, Mandarinen und Lebkuchen oder nur ein Stück Kohle in ihren Nikolausstiefeln vorfinden werden, so die Analysten der Baader Bank. Zwar habe der Nikolaus, in Form von EZB-Chef Mario Draghi, den Marktteilnehmern etwas mitgebracht, aber vor dem Hintergrund der hohen Erwartungen habe dies eher einer verkohlten Esskastanie geglichen.
Erwartet worden sei eine Reduzierung des Einlagenzinssatzes um 20 Basispunkte, lediglich die Hälfte habe die EZB in ihrem Maßnahmensack gehabt. Außerdem sei von einer sofortigen Ausweitung der monatlichen Anleihekäufe ausgegangen, geschenkt worden sei jedoch nur eine Verlängerung um sechs Monate. Grundsätzlich würden diese Maßnahmen für eine Verbilligung des Euros gegenüber dem US-Dollar sprechen. Aber nachdem die genannten Erwartungen wohl schon größtenteils eingepreist gewesen seien, habe sich eine kräftige und so nicht erwartete Gegenreaktion ergeben. Die Gemeinschaftswährung habe von 1,0538 bis auf 1,0980 USD angezogen.
Auch sei die Äußerung von Janet Yellen nach diesem Kursfeuerwerk verpufft, dass die Tür für eine Zinserhöhung weit offen stehe und auch nach dem positiven US-Arbeitsmarktbericht sei der Euro lediglich auf 1,0794 USD zurückgefallen. Aber das sei nur ein kurzes Intermezzo gewesen und so notiere die Währung der Euroländer heute Morgen sogar bei ca. 1,10 USD.
Aufgrund des erneuten Preisrückgangs am Ölmarkt habe sich der Euro gegenüber den Währungen der erdölexportierenden Länder auf der Überhohlspur befunden. Exemplarisch sei er gegenüber der Norwegischen Krone von 9,1352 auf 9,6072 NOK gestiegen und habe sich seinem bisherigen Jahres-Höchstkurs vom 29.09. bei 9,6273 NOK angenähert.
Den größten Gefallen hätten die Privatanleger in dieser Handelswoche an Anleihen auf Südafrikanische Rand, US-Dollar und Brasilianische Real gefunden.
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