Erweiterte Funktionen

Dim-Sum-Anleihen: auf dem Sprung


12.07.12 10:33
FOCUS-MONEY

München (www.anleihencheck.de) - Die Experten von "FOCUS-MONEY" haben in ihrer aktuellen Ausgabe das Segment der Dim-Sum-Anleihen unter die Lupe genommen.

Dim-Sum seien eigentlich regionale chinesische Menü-Spezialitäten. Inzwischen werde der Begriff als Synonym für Anleihen verwendet, die auf die chinesische Volkswährung Renminbi lauten und in Hongkong emittiert würden. Anlegern, die dem Euro nicht mehr trauen würden, böten solche Anleihen die Chance, vom Renminbi-Aufstieg zu profitieren.

Bei der Fragestellung, warum denn auf Renminbi-Anleihen setzen, liege die Antwort in der Aufwertung der chinesischen Staatswährung. Wenngleich sich Chinas Wirtschaftswachstum verlangsamt habe, seien die Zahlen im Vergleich zu anderen Industriestaaten immer noch beeindruckend. Von Analystenseite werde der Währung auf lange Sicht Aufwertungspotenzial zugesprochen. Gesetzt den Fall, dass der Renminbi zur Reservewährung avanciere, würden die Zuflüsse letztlich zu einer Aufwertung führen.

Insofern könnten Dim-Sum-Bonds das Band zwischen Privatanlegern und der chinesischen Währung werden. Das Volumen der Schuldverschreibungen in Hongkong habe 2011 bei umgerechnet etwa 13,5 Mrd. EUR und damit doppelt so hoch wie im Jahr zuvor gelegen. Zu den Emittenten würden aber nicht nur chinesische Staats- und Privatunternehmen zählen, sondern auch Weltkonzerne wie bspw. McDonald's und Unilever. Durch die Platzierung solcher Anleihen könnten sich die in China tätigen Konzerne Zugang zum lokalen Kapitalmarkt verschaffen, müssten keine Kredite aufnehmen und könnten mögliche Währungsverluste vermeiden.

Der Markt an Dim-Sum-Anleihen sei zwar noch jung, habe aber nach Ansicht des Analysten Stefan Scheuer von Allianz Global Investors ein enormes Wachstumspotenzial. Risiken seien aber nicht außer Acht zu lassen, denn der kleine Zinsvorteil biete nur einen geringen Puffer für Währungsverluste.

Der direkte Zugang zu Dim-Sum-Anleihen werde Privatanlegern allerdings durch die Mindeststückelung von einer Million Renminbi erschwert, wie bspw. bei der Unternehmensanleihe (ISIN XS0628622622/ WKN A1GRKR) von Volkswagen International Finance N.V., die mit einem Zinssatz von 2,15% und einem Kurs von 98,8% bei Fälligkeit per 23.05.2016 mit 2,49% rentiere. Gleiches gelte für die Unternehmensanleihe (ISIN HK0000086279/ WKN A1GVD2) von BP Capital Markets, die mit einem Zinssatz von 1,7% und einem Kurs von 98,63% bei Fälligkeit per 15.09.2014 mit 2,36% rentiere. Auch die Unternehmensanleihe (ISIN XS0683641756/ WKN A1K0VD) von BSH Bosch und Siemens Hausgeräte sei nur in Stückelungen zu 1 Mio. Renminbi erhältlich. Das Papier laufe bis zum 28.09.2016, trage einen Kupon von 3,375% und bei einem Kurs von 100,93% ergebe sich eine Rendite von 3,16%.

Als Alternative böten sich für Privatanleger Fondslösungen von DWS, HSBC, Allianz Global Investors, Berenberg oder Barclays. Einerseits würden Geldmarktfonds und andererseits Rentenfonds auf Renminbi-Papiere angeboten. Zu beachten ist aber nach Ansicht der Experten von "FOCUS-MONEY", dass die meisten Fonds noch relativ neu und deshalb noch nicht geratet sind. (Ausgabe 29) (12.07.2012/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.