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Deutsche Staatsanleihen sehr fest
21.02.14 13:00
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Würde Sie ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr positiv überraschen oder sogar beeindrucken? Uns schon! Genau dieser Wert konnte aktuell der Eurozone für das vierte Quartal vermeldet werden, so die Analysten der Weberbank.
Das sei der erste positive Wert nach sieben negativen Quartalen. Der rezessive Bereich sei somit verlassen. Der Erholungstrend, den die Frühindikatoren seit dem Spätsommer letzten Jahres zunehmend signalisiert hätten, werde nun also auch in der Realwirtschaft sichtbar.
Besonders erfreulich sei, dass die Erholung auf breiter Basis erfolgt sei und auch von den südlichen Mitgliedsländern mitgetragen worden sei. Portugal habe mit einem Wachstum von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr sogar deutlich zulegen können. Gehe dieser Trend so weiter? Sei die Krise endgültig vorbei?
Die positive Nachricht zuerst: Die Aussichten seien nach Meinung der Analysten nicht schlecht, sodass auch im Gesamtjahr 2014 ein positives Wirtschaftswachstum innerhalb der Eurozone erreicht werden könne. Nun leider die Einschränkung: Dynamische, kräftige Zuwächse im BIP, wie durch IFO- oder ZEW-Index angedeutet, würden wahrscheinlich nicht erreicht werden können.
Zu groß seien noch die Bremseffekte aus den Folgen der Finanz- und Staatsschuldenkrise. Stattdessen werden wir uns mit einem Wachstum von ca. 1 Prozent in der Eurozone und 2 bis 3 Prozent in Deutschland begnügen müssen, so die Analysten der Weberbank. Mit Blick auf die letzten Jahre seien solche Wachstumsraten aber als erfreuliche Erholung einzustufen.
Fest, fester, deutsche Staatsanleihe sei man geneigt zu sagen, wenn man auf die Kursentwicklung deutscher öffentlicher Anleihen seit Jahresbeginn schaue. So hätten beispielsweise festverzinsliche deutsche Staatspapiere mit längerer Restlaufzeit in diesem Jahr schon über 3% dazugewinnen können. Das sei ungefähr das Doppelte der aktuellen Rendite der Papiere. Hier zeige sich erneut eindrucksvoll, dass die zumeist viel niedriger ausgewiesene Rendite nicht als alleiniges Argument für den Kauf oder Verkauf einer Anleihe herhalten sollte.
Während Ende Januar noch die Turbulenzen in den Schwellenländern die Anleger für die vermeintlich sicheren deutschen Anlagehäfen begeistert hätten, seien es zuletzt leicht schwächere Frühindikatoren in Amerika und Europa gewesen, die eine Fortsetzung des Niedrigzinsniveaus angedeutet hätten. Das weitere Aufwärtspotenzial würden die Analysten hingegen als begrenzt einschätzen.
Die Aktienmärkte hätten sich in den letzten Wochen deutlich erholen können, nachdem auch hier Sorgen bezüglich Stabilität und Währungsentwicklung der Schwellenländer in den Hintergrund gerückt seien. Es scheine, als hätten viele Investoren nur auf einen Kursrückgang gewartet. Das reduzierte Kursniveau sei für Käufe genutzt worden und habe die Aktienindices schnell wieder an ihre Höchststände geführt.
Die Unternehmensberichte für das vierte Quartal 2013 seien gemischt ausgefallen: Japanische Unternehmen hätten, durch Währungseffekte bedingt, die stärksten Gewinnzuwächse ausweisen können. Die Aktienkurse in Japan hätten jedoch viel davon schon im vergangenen Jahr vorweggenommen. Auch amerikanische Unternehmen hätten ihre Gewinne zweistellig steigern können. Schlusslicht seien europäische Aktien, die ein sehr heterogenes Bild zeigen würden.
In der Summe sei es den Unternehmen schwer gefallen, höhere Gewinne zu erzielen. Das größte Potenzial schlummere nach Meinung der Analysten dennoch in europäischen Aktien. Diese seien über die Jahre der europäischen Staatsschuldenkrise von vielen Investoren gemieden worden. Nachdem nun vielversprechende Keime für eine Konjunkturerholung sprießen würden, würden auch die Anlegergelder langsam zurückkommen.
Gleichzeitig seien europäische Aktien im internationalen Vergleich attraktiv bewertet. Einziges Manko würden die Gewinne in Europa bleiben, die noch nicht so sprudeln würden wie erhofft. Aber das sei nicht untypisch für die aktuelle Phase innerhalb des Konjunkturzyklus. Historisch sei es regelmäßig zu beobachten gewesen, dass erst die Aktienkurse angezogen hätten und mit zeitlicher Verzögerung die Unternehmensgewinne.
Im letzten Jahr stark von Anlegern verschmäht seien Rohstoffe gewesen, speziell Gold. Im Jahr 2013 habe das Edelmetall einen Kursrückgang von über 30 Prozent in Euro hinnehmen müssen. Gold sei vor allem in den etablierten Volkswirtschaften nicht mehr gefragt gewesen, weder als Krisenwährung noch als Finanzanlage. So seien aus physisch unterlegten Goldfonds circa ein Drittel der investierten Gelder abgeflossen. Aktuell helle sich das Bild nach Meinung der Analysten jedoch auf.
Zudem sei eine Bodenbildung bei den Verkäufen von mit Gold unterlegten Wertpapieren festzustellen. Die Nachfrage aus den Schwellenländern bleibe hoch, und auch die internationalen Notenbanken würden ihre Bestände weiter aufstocken. Für langfristig orientierte Investoren könnte das Segment nach der deutlichen Korrekturphase nun wieder interessant sein. (21.02.2014/alc/a/a)
Das sei der erste positive Wert nach sieben negativen Quartalen. Der rezessive Bereich sei somit verlassen. Der Erholungstrend, den die Frühindikatoren seit dem Spätsommer letzten Jahres zunehmend signalisiert hätten, werde nun also auch in der Realwirtschaft sichtbar.
Besonders erfreulich sei, dass die Erholung auf breiter Basis erfolgt sei und auch von den südlichen Mitgliedsländern mitgetragen worden sei. Portugal habe mit einem Wachstum von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr sogar deutlich zulegen können. Gehe dieser Trend so weiter? Sei die Krise endgültig vorbei?
Die positive Nachricht zuerst: Die Aussichten seien nach Meinung der Analysten nicht schlecht, sodass auch im Gesamtjahr 2014 ein positives Wirtschaftswachstum innerhalb der Eurozone erreicht werden könne. Nun leider die Einschränkung: Dynamische, kräftige Zuwächse im BIP, wie durch IFO- oder ZEW-Index angedeutet, würden wahrscheinlich nicht erreicht werden können.
Zu groß seien noch die Bremseffekte aus den Folgen der Finanz- und Staatsschuldenkrise. Stattdessen werden wir uns mit einem Wachstum von ca. 1 Prozent in der Eurozone und 2 bis 3 Prozent in Deutschland begnügen müssen, so die Analysten der Weberbank. Mit Blick auf die letzten Jahre seien solche Wachstumsraten aber als erfreuliche Erholung einzustufen.
Fest, fester, deutsche Staatsanleihe sei man geneigt zu sagen, wenn man auf die Kursentwicklung deutscher öffentlicher Anleihen seit Jahresbeginn schaue. So hätten beispielsweise festverzinsliche deutsche Staatspapiere mit längerer Restlaufzeit in diesem Jahr schon über 3% dazugewinnen können. Das sei ungefähr das Doppelte der aktuellen Rendite der Papiere. Hier zeige sich erneut eindrucksvoll, dass die zumeist viel niedriger ausgewiesene Rendite nicht als alleiniges Argument für den Kauf oder Verkauf einer Anleihe herhalten sollte.
Die Aktienmärkte hätten sich in den letzten Wochen deutlich erholen können, nachdem auch hier Sorgen bezüglich Stabilität und Währungsentwicklung der Schwellenländer in den Hintergrund gerückt seien. Es scheine, als hätten viele Investoren nur auf einen Kursrückgang gewartet. Das reduzierte Kursniveau sei für Käufe genutzt worden und habe die Aktienindices schnell wieder an ihre Höchststände geführt.
Die Unternehmensberichte für das vierte Quartal 2013 seien gemischt ausgefallen: Japanische Unternehmen hätten, durch Währungseffekte bedingt, die stärksten Gewinnzuwächse ausweisen können. Die Aktienkurse in Japan hätten jedoch viel davon schon im vergangenen Jahr vorweggenommen. Auch amerikanische Unternehmen hätten ihre Gewinne zweistellig steigern können. Schlusslicht seien europäische Aktien, die ein sehr heterogenes Bild zeigen würden.
In der Summe sei es den Unternehmen schwer gefallen, höhere Gewinne zu erzielen. Das größte Potenzial schlummere nach Meinung der Analysten dennoch in europäischen Aktien. Diese seien über die Jahre der europäischen Staatsschuldenkrise von vielen Investoren gemieden worden. Nachdem nun vielversprechende Keime für eine Konjunkturerholung sprießen würden, würden auch die Anlegergelder langsam zurückkommen.
Gleichzeitig seien europäische Aktien im internationalen Vergleich attraktiv bewertet. Einziges Manko würden die Gewinne in Europa bleiben, die noch nicht so sprudeln würden wie erhofft. Aber das sei nicht untypisch für die aktuelle Phase innerhalb des Konjunkturzyklus. Historisch sei es regelmäßig zu beobachten gewesen, dass erst die Aktienkurse angezogen hätten und mit zeitlicher Verzögerung die Unternehmensgewinne.
Im letzten Jahr stark von Anlegern verschmäht seien Rohstoffe gewesen, speziell Gold. Im Jahr 2013 habe das Edelmetall einen Kursrückgang von über 30 Prozent in Euro hinnehmen müssen. Gold sei vor allem in den etablierten Volkswirtschaften nicht mehr gefragt gewesen, weder als Krisenwährung noch als Finanzanlage. So seien aus physisch unterlegten Goldfonds circa ein Drittel der investierten Gelder abgeflossen. Aktuell helle sich das Bild nach Meinung der Analysten jedoch auf.
Zudem sei eine Bodenbildung bei den Verkäufen von mit Gold unterlegten Wertpapieren festzustellen. Die Nachfrage aus den Schwellenländern bleibe hoch, und auch die internationalen Notenbanken würden ihre Bestände weiter aufstocken. Für langfristig orientierte Investoren könnte das Segment nach der deutlichen Korrekturphase nun wieder interessant sein. (21.02.2014/alc/a/a)


