Deutlicher Renditeanstieg bei Staatsanleihen


11.11.19 09:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach einem bislang ausgezeichneten Rentenjahr dreht an den Staatsanleihemärkten die Stimmung, so die Experten von Union Investment.

Die Erleichterung über die Fortschritte im Handelsstreit rücke die risikoarmen Kern-Staatsanleihen in den Hintergrund, Sicherheit sei weniger gefragt. Angesichts des im Jahresverlauf zu beobachtenden starken Renditeverfalls werde der eine oder andere Investor kurz vor Jahresende geneigt sein, Kasse zu machen und Gewinne mitzunehmen. So beispielsweise in Italien. Dort sei die Zehnjahresrendite erstmals seit Anfang September wieder über die Ein-Prozentmarke gestiegen. Schlechte Nachrichten habe es dort nicht gegeben. Der italienische Anleihefuture habe für einen recht liquiden Handel gesorgt und entsprechende Transaktionen erleichtert. Die Zehnjahresrendite habe um 18 Basispunkte auf 1,16 Prozent angezogen. Damit hätten sich zehnjährige italienische und griechische Staatsbonds nunmehr deutlich angenähert. Die Rendite griechischer Papiere liege mit 1,3 Prozent nur noch 14 Basispunkte über jener der italienischen Pendants.

Deutlich unter Druck geraten seien am Donnerstag die Bundesanleihen. Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) habe stark geschwankt und sei im Tief fast bis auf 169 Punkte gefallen. Von Kapitulationsverkäufen der Anleger sei die Rede gewesen. Zehnjährige Bundesanleihen hätten zuletzt mit minus 26 Basispunkten rentiert, was einem Renditeanstieg von 13 Basispunkten gleichgekommen sei. Die deutsche Zinskurve habe im Bereich von einem bis zu zehn Jahren Laufzeit etwas steiler tendiert. Die langen Laufzeiten (zehn bis 30 Jahre) hätten gleichsam Renditeanstiege von 13 Basispunkten aufgewiesen. Auf Indexebene (iBoxx Sovereign) habe der Euro-Gesamtmarkt bis Donnerstagabend 0,9 Prozent verloren.

Am US-Staatsanleihemarkt habe sich die Zinskurve ebenfalls nach oben verschoben, der Renditeanstieg habe bis zu 20 Basispunkte umfasst. Die richtungsweisenden zehnjährigen US-Treasuries hätten sich mit 1,92 Prozent in Richtung Zwei-Prozentmarke bewegt. Zum Vergleich: Noch Ende August habe dort die Zehnjahresrendite knapp unter 1,5 Prozent gelegen.

Dem allgemeinen Renditeanstieg hätten sich Euro-Unternehmensanleihen nicht entziehen können. Dem hätten im Rahmen der Risikofreude der Anleger und mit Unterstützung der EZB-Ankäufe rückläufige Risikoprämien gegenübergestanden.

Der Markt für Anleihen aus den Schwellenländern habe sich im Spannungsfeld zwischen der Erleichterung im Handelskonflikt und deutlich anziehenden Renditen bei den US-Treasuries befunden. Aber auch dort hätten die US-Dollar und Euro notierten EM-Hartwährungsanleihen rückläufige Risikoprämien aufgewiesen. Zudem seien dem Marktsegment wieder umfangreiche Anlagegelder zugeflossen (780 Millionen Euro). (Ausgabe vom 08.11.2019) (11.11.2019/alc/a/a)





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