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Credit Suisse: Ära fallender Zinsen ist vorbei
27.03.17 12:34
FONDS professionell
Wien (www.anleihencheck.de) - Credit Suisse erläuterte vor Investoren in Wien ihre aktuelle Markteinschätzung und erklärte, wo Anleger trotz vielfach hoher Bewertungen derzeit noch Positionen eingehen können, so die Experten von "FONDS professionell".
Erwin Busch sei zukunftsfroh. "Die wichtigsten Einkaufsmanagerindices zeigen nach oben, die global Wirtschaft wächst weiter", habe der Credit Suisse-Director anlässlich seines Marktausblicks auf dem "Fondsforum" vor professionellen Marktteilnehmern in Wien erklärt. Anlass für Buschs Bestlaune sei unter anderem die Aufbruchstimmung, die der wirtschaftsfreundlich gesinnte US-Präsident Donald Trump mit seiner Wahl ausgelöst habe.
"Börsianer müssten Trump fast dankbar sein", habe Busch eingeräumt, aber gleich darauf aufmerksam gemacht, dass die zahlreichen Pläne der neuen US-Administration den bereits von Barack Obama hinterlassenen Schuldenberg noch weiter erhöhen würden. "Investoren sollten die steigende Verschuldung in den USA in ihre Investmentüberlegungen einbeziehen." Immerhin habe die US-Bruttostaatsverschuldung gemessen am BIP etwas mehr als 100 Prozent betragen. "Nicht umsonst verkaufen Russen und Chinesen US-Treasuries im großen Stil", habe Busch gemeint.
Aber nicht nur höhere Schuldenberge und damit zunehmende Kreditrisiken sollten Renteninvestoren im Hinterkopf behalten, auch die zahlreichen politischen Weichenstellungen 2017 könnten für höhere Volatilitäten im Fixed Income Universum sorgen. Beispiele dafür seien Wahlen in Frankreich und Deutschland, aber auch 19. Nationalkongress der Kommunistischen Partei Chinas im Herbst 2017.
Die Konsumenten in Europa würden sich davon derzeit nicht die gute Laune vermiesen lassen, die Einzelhandelsumsätze der Eurozone würden ein Allzeithoch erreichen. "Im Vergleich dazu bleibt das Kreditwachstum trotz Finanzspritzen der EZB weiterhin schwach", erkläre Busch und sehe bei der Kreditvergabe noch viel Potenzial nach oben - zumindest im Vergleich zur Vorkrisenära. Positiv sei hingegen, dass Bankkredite an den privaten Sektor seit Mitte 2015 wieder im positiven Bereich seien und damit die jahrelange Stagnation in der Eurozone langsam aber sicher zu Ende gehe. Diese Entwicklung sorge zusammen mit einem wiedererstarkten Ölpreis dafür, dass auch die Inflationsraten im Euroraum einen Boden ausbilden würden.
Damit stelle sich die Frage, wie es dabei Bonds weitergehe. "Die Ära fallender Zinsen ist vorbei", habe Busch betont. Vor allem in den USA sei die Trendwende bereits vollzogen.
"Aktien sind nicht mehr günstig", habe Busch erklärt, aber nicht ausgeschlossen, dass Dividendenwerte noch länger haussieren könnten. Investoren sollten stärker auf einzelne, wachstumsstarke Branchen setzen. Interessant finde Credit Suisse derzeit - abgesehen von Technologieaktien - den Pharma- und Gesundheitssektor. Aber auch Aktien, die von globalen Infrastrukturinvestitionen profitieren würden, sowie die Börsen der Schweiz, Australien und China seien einen genaueren Blick wert.
"Es ist an der Zeit, Assets beizumischen, die keine oder nur eine niedrige Korrelation zu Aktien haben", habe Busch erklärt und beispielhaft Hedgefonds, japanische REITs, aber auch Private Equity genannt, sofern Investoren über einen langen Anlagehorizont sowie ausreichend dotierte Risikobudgets verfügen würden. Auf der Währungsseite sehe Credit Suisse Potenzial beim US-Dollar sowie dem Japanischen Yen und der Norwegischen Krone. Aber auch stark gefallene und mittlerweile wieder steigende Schwellenländerwährungen wie der Russische Rubel, der Brasilianische Real oder der Südafrikanische Rand seien noch immer interessant. (27.03.2017/alc/a/a)
Erwin Busch sei zukunftsfroh. "Die wichtigsten Einkaufsmanagerindices zeigen nach oben, die global Wirtschaft wächst weiter", habe der Credit Suisse-Director anlässlich seines Marktausblicks auf dem "Fondsforum" vor professionellen Marktteilnehmern in Wien erklärt. Anlass für Buschs Bestlaune sei unter anderem die Aufbruchstimmung, die der wirtschaftsfreundlich gesinnte US-Präsident Donald Trump mit seiner Wahl ausgelöst habe.
"Börsianer müssten Trump fast dankbar sein", habe Busch eingeräumt, aber gleich darauf aufmerksam gemacht, dass die zahlreichen Pläne der neuen US-Administration den bereits von Barack Obama hinterlassenen Schuldenberg noch weiter erhöhen würden. "Investoren sollten die steigende Verschuldung in den USA in ihre Investmentüberlegungen einbeziehen." Immerhin habe die US-Bruttostaatsverschuldung gemessen am BIP etwas mehr als 100 Prozent betragen. "Nicht umsonst verkaufen Russen und Chinesen US-Treasuries im großen Stil", habe Busch gemeint.
Die Konsumenten in Europa würden sich davon derzeit nicht die gute Laune vermiesen lassen, die Einzelhandelsumsätze der Eurozone würden ein Allzeithoch erreichen. "Im Vergleich dazu bleibt das Kreditwachstum trotz Finanzspritzen der EZB weiterhin schwach", erkläre Busch und sehe bei der Kreditvergabe noch viel Potenzial nach oben - zumindest im Vergleich zur Vorkrisenära. Positiv sei hingegen, dass Bankkredite an den privaten Sektor seit Mitte 2015 wieder im positiven Bereich seien und damit die jahrelange Stagnation in der Eurozone langsam aber sicher zu Ende gehe. Diese Entwicklung sorge zusammen mit einem wiedererstarkten Ölpreis dafür, dass auch die Inflationsraten im Euroraum einen Boden ausbilden würden.
Damit stelle sich die Frage, wie es dabei Bonds weitergehe. "Die Ära fallender Zinsen ist vorbei", habe Busch betont. Vor allem in den USA sei die Trendwende bereits vollzogen.
"Aktien sind nicht mehr günstig", habe Busch erklärt, aber nicht ausgeschlossen, dass Dividendenwerte noch länger haussieren könnten. Investoren sollten stärker auf einzelne, wachstumsstarke Branchen setzen. Interessant finde Credit Suisse derzeit - abgesehen von Technologieaktien - den Pharma- und Gesundheitssektor. Aber auch Aktien, die von globalen Infrastrukturinvestitionen profitieren würden, sowie die Börsen der Schweiz, Australien und China seien einen genaueren Blick wert.
"Es ist an der Zeit, Assets beizumischen, die keine oder nur eine niedrige Korrelation zu Aktien haben", habe Busch erklärt und beispielhaft Hedgefonds, japanische REITs, aber auch Private Equity genannt, sofern Investoren über einen langen Anlagehorizont sowie ausreichend dotierte Risikobudgets verfügen würden. Auf der Währungsseite sehe Credit Suisse Potenzial beim US-Dollar sowie dem Japanischen Yen und der Norwegischen Krone. Aber auch stark gefallene und mittlerweile wieder steigende Schwellenländerwährungen wie der Russische Rubel, der Brasilianische Real oder der Südafrikanische Rand seien noch immer interessant. (27.03.2017/alc/a/a)


