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Chinesische Anleihen bleiben 2018 auf dem Vormarsch


26.02.18 12:50
UBS Asset Management

Frankfurt am Main (www.anleihencheck.de) - Die Zugangsbedingungen für Investoren auf den chinesischen Rentenmarkt haben sich seit 2017 stark verändert: Der Zugang auf Staatfonds und Zentralbanken ist nicht länger beschränkt, so die Experten von UBS Asset Management (UBS AM).

Damit seien die Türen für institutionelle Investoren unter anderem auf die chinesischen Anleihemärkte weit geöffnet. Was diese Märkte aktuell besonders attraktiv mache: Langfristig gesehen hätten sich 10-jährige Staatsanleihen aus China stabiler entwickelt als vergleichbare Papiere aus weiter entwickelten Märkten.

Im internationalen Vergleich würden chinesische Staatsanleihen zurzeit eine sehr vorteilhafte Rendite von knapp 3,9 Prozent bieten und hätten damit einen erheblichen Renditeanstieg gezeigt. Die Renditen auf 10-jährige Anleihen seien von rund 2,7 Prozent Ende September 2016 auf aktuell knapp 3,9 Prozent gestiegen (Stand: Februar 2018). Hinzu komme, dass chinesische Staatsanleihen eine hohe nominale Rendite mit A-Rating im weltweit drittgrößten Rentenmarkt bieten würden. Der Onshore-Markt sei liquide und stelle ein sicheres Investment dar, da China die zweitgrößte Gläubigernation der Welt sei.

"China spielt für das globale Wachstum 2018 eine zentrale Rolle. Zwischen 2017 und 2019 wird das Land nach Schätzungen der Weltbank 35,2 Prozent zum Gesamtwachstum beitragen, verglichen mit 17,9 Prozent für die USA und 7,9 Prozent für die Europäische Union. Investoren können sich schon jetzt darauf einstellen, dass der Renminbi (RMB), die Währung der Volksrepublik China, in den globalen Währungs- und Handelsmärkten eine größere Rolle spielen wird als bislang", kommentiere Hayden Briscoe, Head of Fixed Income Asia Pacific bei UBS Asset Management.

"Die Internationalisierung des RMB ist lediglich eine Frage des 'Wann', nicht des 'Ob'. Wichtige Grundsteine sind dafür gelegt: Die kontinuierlichen Fortschritte bei der Öffnung der Aktienund Rentenmärkte für ausländische Investoren durch die Connect-Programme, die Einführung eines RMB-denominierten internationalen Zahlungssystems, die Ausweitung von Freihandelszonen in ganz China, neue Auslandszentren für das RMB-Clearing und neue Währungsswap-Vereinbarungen. Ausländische institutionelle Investoren bereiten sich schon auf die künftigen Realitäten vor. Sie haben ihre Positionen in RMB-denominierten Onshore-Anleihen kontinuierlich und in erheblichem Umfang ausgeweitet, wodurch sich deren Gesamtbestand in den letzten 18 Monaten fast verdoppelt hat."

Der Schuldenabbau sei Teil von Chinas politischem Konjunkturzyklus und Xi Jinping, Staatspräsident der Volksrepublik China, sei fest entschlossen, das Thema anzugehen. Wesentliche Risiken abzuwenden und zu entschärfen stelle eine der drei Kernaufgaben für 2018 dar. Es seien Personal und politische Richtlinien bereitgestellt worden, um das Kreditwachstum zu zügeln und Chinas Schuldenberg abzubauen. Neue Einrichtungen wie das Komitee für finanzielle Stabilität und Entwicklung seien gegründet worden, um beim nachhaltigen Schuldenabbau 2018 eine Führungsrolle zu übernehmen.

"Bis jetzt haben Investoren Einschränkungen bei Wealth-Management-Produkten und Kontrollen bei Anleiheemissionen von Lokalregierungen gesehen. In jüngster Zeit veröffentlichte Richtlinien dienten dazu, den Vermögensverwaltungssektor zu regulieren, Banken zu einer Verbesserung ihres Liquiditätsmanagements zu zwingen, gegen Mikrokredite vorzugehen, Zombie-Unternehmen in den Konkurs zu treiben sowie Banken und Führungskräften beträchtliche Geldbußen für Fehlverhalten aufzuerlegen", so Briscoe zu dem "neuen" China.

Internationale Investoren würden China einen kontinuierlich wachsenden Portfolioanteil zuweisen. Wenn die weltweit agierenden Indexanbieter China in ihre globalen Benchmarks aufnehmen würden, werde sich dieser Trend fortsetzen. Nach Angaben der People's Bank of China hätten ausländische Investoren Ende September 2017 insgesamt 1,1 Billionen RMB in Onshore-Anleihen gehalten, das sei eine Steigerung von rund 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wichtige Rentenindices hätten bereits begonnen, China in ihre Indexmaße aufzunehmen. Bloomberg Barclays habe einen Global Aggregate plus China Aggregate Index eingeführt, in der Erwartung, dass China in naher Zukunft voll integriert sein werde. Andere einflussreiche Indexanbieter hätten vergleichbare Schritte zur Aufnahme chinesischer Anleihen unternommen.

"Mit der fortschreitenden Öffnung des chinesischen Finanzmarktes ist es nur eine Frage der Zeit, bis globale Indices wie der World Government Bond Index, der Global Aggregate Bond Index und der Government Bond Index-EM Global Diversified Index China in ihre Hauptindices aufnehmen. Wenn dies geschieht, werden mit der Eingliederung chinesischer Unternehmen in die Benchmarks eine größere Neuausrichtung der Kapitalströme nach China folgen", kommentiere der Fixed Income Asia Pacific Experte von UBS Asset Management. Da ausländische Investoren schätzungsweise nur 2,1 Prozent des Marktes halten würden, oder geschätzt 166,8 Milliarden USD in einem Markt von 7,6 Billionen USD, würden die Experten eine anhaltende Nachfrage internationaler Investoren in den kommenden Jahren erwarten. (26.02.2018/alc/a/a)