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CE3-Staaten: Weiter steigende Teuerungsraten


28.06.22 11:44
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - In den CE3-Staaten ist die Wirtschaft im ersten Quartal über Erwarten robust gewachsen und trotz des Ukrainekriegs und der Sanktionen bewegen sich die Einkaufsmanagerindices noch auf relativ komfortablen Niveaus und im expansiven Bereich, so die Analysten von Raiffeisen Capital Management.

Negativ sei natürlich die hohe Inflation in allen drei Ländern, die etwa in Tschechien zuletzt auf 16% geklettert sei. Trotz mehrfacher Zinsanhebungen dürfte die Geldpolitik vor allem in Ungarn und Polen derzeit noch immer zu locker und expansiv sein, um die Inflationsdynamik zu brechen. Der Hochpunkt der Inflation dürfte erst im zweiten bis dritten Quartal erreicht werden. Die relative Zurückhaltung der Notenbanken habe freilich einen Grund: die allgemein erwartete spürbare wirtschaftlichen Abschwächung in den kommenden Quartalen.

Das nominale Lohnwachstum dürfte sich in allen drei Ländern im laufenden Jahr beschleunigen, werde aber aller Voraussicht nach spürbar hinter dem Kaufkraftverlust zurückbleiben (mit der Ausnahme Ungarns, wo die Löhne sogar stärker steigen könnten als die offiziell ausgewiesene Inflation). Ähnliches werde wohl für weite Teile der EU eintreten, weshalb auch hinter den derzeit gepreisten Zinsanhebungen der EZB größere Fragezeichen stünden als hinter jenen der US-Notenbank.

Die Aktienkurse hätten in allen drei Ländern in den vergangenen vier Wochen in etwa ähnlich stark nachgegeben, um ca. 4 bis 5,5%. (Ausgabe vom 22.06.2022) (28.06.2022/alc/a/a)