Bunds Kursgewinne erwartet


11.10.11 11:07
HSH Nordbank AG

Hamburg (anleihencheck.de) - Gestern waren sich offensichtlich alle einig: Die Verschiebung des EU-Gipfels, der für den 18. und 19. Oktober vorgesehen war und nunmehr am 23.10. stattfinden soll, ist ein gutes Zeichen, so die Analysten der HSH Nordbank AG.

Man habe offensichtlich Großes vor und dafür brauche man noch ein paar Tage mehr als bisher gedacht. Ja, man könne das so interpretieren. Immerhin gehe es um die Frage, wie die Bankenrekapitalisierung durchgeführt werden solle, wie es mit der Umschuldung Griechenlands weitergehe, wie die Entwicklungen in Griechenland auf der Basis des noch vorzulegenden Troika-Berichts zu beurteilen seien und um Details in Bezug auf die Ausgestaltung des reformierten EFSF. Und all diese Fragen würden miteinander zusammenhängen und entsprechend umfassende Verhandlungen erfordern.

Die gestrige Entwicklung der Märkte sei dennoch etwas irritierend: Gebe es gar keine Zweifel an der Fähigkeit und dem Willen sich auf eine Linie zu einigen? Genüge bereits ein Treffen von Sarkozy und Merkel, bei dem außer dem Stichwort Bankenrekapitalisierung keinerlei Details hätten verkündet werden können, um die Märkte zu beruhigen?

Es sei nicht so, dass die Analysten ein umfassendes Maßnahmenpaket für unwahrscheinlich halten würden. Die offensichtlich angedachte Lösung, dass man für die griechischen Schulden einen kräftigen Haircut vornehme - Größenordnungen von 50 bis 60% würden diskutiert - und gleichzeitig die Banken rekapitalisiere, um sie gegen die dann notwendigen Abschreibungen abzufedern, klinge vernünftig. Und möglicherweise sei der Einigungswillen nunmehr auch größer als bisher, weil es jetzt - wieder - um die Stabilität des Finanzsektors gehe, die jedes Mitgliedsland betreffe, auch die Länder, die noch einen Zugang zum Markt für Staatsanleihen hätten. Österreich sei hier ein Beispiel, nachdem die Erste Bank einen Verlust von 800 Mio. EUR für dieses Jahr angekündigt habe.

Ein gesundes Maß an Skepsis in Bezug auf die Fähigkeit jetzt mit der "big bazooka" (britischer Premier Cameron) die Krise zu lösen, sollte man dennoch bewahren, da die Entscheidungsfindung auf europäischer Ebene sich in den vergangenen Jahren stets als äußerst zäh erwiesen habe. Heute müsse zunächst der Stolperstein Slowakei aus dem Weg geräumt werden. Das dortige Parlament werde heute als letztes Land über die Erweiterung des EFSF abstimmen. Eine der vier Regierungsparteien sei bislang nicht bereit, diese Entscheidung mitzutragen. Offensichtlich sei es so, dass nach einem möglichen Scheitern der Abstimmung schon wenige Stunden oder Tage später eine erneute Abstimmung erfolgen könne.

Die Analysten könnten sich vorstellen, dass sich heute wieder etwas mehr Zweifel an den Märkten bemerkbar mache, so dass die Bunds Kursgewinne verzeichnen sollten. (11.10.2011/alc/a/a)






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