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Bund-Future nahe Rekordhoch
05.04.13 16:31
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Kein Ansturm auf Banken, keine Kapitalmarktturbulenzen: Die Zypern-Krise scheint ein glimpfliches Ende gefunden zu haben, so die Deutsche Börse AG.
Dennoch würden Bundesanleihen extrem beliebt bleiben.
Zypern sei nicht Griechenland: "Nach dem Aufschrei über die Entschlossenheit der EU, Einleger in Zypern an den Kosten der Rettung zu beteiligen, haben sich die Rentenmärkte wieder beruhigt", fasse Michael Leister von der Commerzbank die Lage zusammen. Zwar bleibe die Nachfrage nach sicheren Häfen hoch, die Risikoaufschläge der Peripherieanleihen seien aber bereits wieder merklich gefallen. "Wie von uns erwartet, ist die Staatsschuldenkrise nicht wieder eskaliert."
"Die Ansteckungsgefahr und ein Übergreifen der Eurokrise spielte zum Wochenauftakt für die Anleger keine Rolle mehr", kommentiere Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. Nach dem ausgebliebenen Ansturm auf die Banken in Zypern habe der Druck auf die Bondmärkte deutlich nachgelassen. "Der Euro-Spuk ist vorbei", meine auch Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft. Zypern zeige, dass die Politiker in der Lage seien, Entscheidungen zu treffen. Er verweise auf Island, das ebenfalls Banken bankrott habe gehen lassen: "Das Land hat sich deutlich erholt, die Kreditkonditionen sind besser als für so manches Euro-Mitglied."
Das deutsche Rentenbarometer Euro-Bund-Future habe allerdings wieder zugelegt. "Zum ersten Mal in diesem Jahr konnte der Bund-Future die Marke von 146 Punkten nach oben durchbrechen", bemerke Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Aktuell notiert er bei 145,93 Punkten, das Allzeithoch von 146,89 Punkten aus dem Juni 2012 sei somit nicht mehr weit. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege bei 1,24 Prozent und damit nochmals niedriger als vor dem langen Osterwochenende.
Und die großen Notenbanken würden an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten, wie in dieser Woche abermals deutlich geworden sei. Die EZB habe auf ihrer Sitzung am gestrigen Donnerstag den Leitzins von 0,75 Prozent bestätigt und Bereitschaft signalisiert, bei Bedarf zu reagieren. "Damit lassen sich die Währungshüter die Tür für eine Zinssenkung offen", erläutere Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Daneben habe die Bank von Japan ihre Geldpolitik abermals gelockert und angekündigt, noch stärker in japanische Staatsanleihen investieren zu wollen.
HSBC Trinkaus habe sich derweil die Lage auf dem europäischen Staatsanleihenmarkt im ersten Quartal 2013 angeschaut: Vor allem Spanien und Italien hätten von einem - verglichen mit dem letzten Jahr - günstigeren Zinsumfeld profitiert. "Die durchschnittlichen Zinskosten Spaniens für zehnjährige Anleihen liegen 2013 mit 4,98 Prozent um 78 Basispunkte tiefer als 2012. Italien emittierte mit 4,61 Prozent sogar 101 Basispunkte günstiger als im Vorjahr." Noch deutlicher sei der Rückgang nur in Irland.
Auch im vierten Quartal würden die Südländer genügend Abnehmer für ihre Anleihen finden: Am gestrigen Donnerstag habe Spanien mit 4,307 Milliarden Euro deutlich mehr als das Maximalziel von 4 Milliarden Euro bei den Anlegern platzieren können, wie Brunner berichte. "Die Emission verteilte sich auf drei Anleihen mit Fälligkeit 2016, 2018 und 2021."
Daneben habe der Bund am Mittwoch fünfjährige Bundesobligationen auf den Markt gebracht. "Die Nachfrage war mit 1,9-facher Überzeichnung überdurchschnittlich hoch und die Rendite fiel gegenüber der vorherigen Auktion von 0,45 auf 0,33 Prozent." Trotz großer politischer und wirtschaftlicher Sorgen habe Frankreich ebenfalls keine Probleme, Staatsanleihen an den Mann oder die Frau zu bringen. "Frankreich konnte sich diese Woche so billig refinanzieren wie noch nie", erkläre Daniel.
Zyprische Staatsanleihen hätten diese Woche unterdessen wieder deutlich zugelegt, wie Brunner beobachtet habe. "Die 4,625 Prozent-Anleihe (ISIN XS0483954144 / WKN A1AS1P) mit Fälligkeit 2020 stieg von 57 in der letzten Woche auf 70 Prozent. Die Rendite fiel dadurch von 15,16 auf 11,124 Prozent." Auch andere Zypern-Papiere hätten zugelegt, etwa habe sich die 2015 fällige Anleihe (ISIN XS0554655505 / WKN A1A238) von unter 63 Prozent auf aktuell 77,50 Prozent verteuert.
Ungemach könnte nun von neuer Seite kommen: Brunner zufolge kämpfe die Regierung von Slowenien nämlich dagegen an, ein ähnliches Schicksal wie Zypern zu erleiden. Dem Bankensektor mache eine Immobilienblase zu schaffen, die die Not leidenden Kredite der Banken auf 20 Prozent des BIPs hätten ansteigen lassen. "Allerdings ist der Finanzierungsbedarf des Landes mit 1,5 Milliarden Euro relativ gering."
Im Bereich der Unternehmensanleihen seien Papiere (ISIN DE000A1A29T7 / WKN A1A29T) des Solarzulieferers 3W Power schon vor Ostern heftig unter Druck geraten - Auslöser seien die Zahlen für 2012 gewesen: Umsatz und Gewinn seien kräftig gesunken, vor allem aufgrund von Zahlungsverzögerungen eines Kunden, die im Zusammenhang mit der Zypernkrise stünden. Vor gut zwei Wochen habe die Anleihe noch um 100 Prozent notiert, aktuell seien es 73 Prozent, zwischenzeitlich habe der Kurs sogar unter 66 Prozent gelegen.
Durch vor- und nachösterliche Ruhe geprägt gewesen sei der Markt für Neuemissionen. Auf reges Interesse sei Hellwig zufolge eine Anleihe (ISIN XS0911405784 / WKN A1TM7T) des Essener Spezialchemiekonzerns Evonik mit Laufzeit bis 2020 und einer Verzinsung von 1,875 Prozent gestoßen. "Das Emissionsvolumen betrug 500 Millionen Euro bei einer kleinanlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro." Derzeit notiere die Anleihe bei 100,23 zu 100,37 Prozent. (05.04.2013/alc/a/a)
Dennoch würden Bundesanleihen extrem beliebt bleiben.
Zypern sei nicht Griechenland: "Nach dem Aufschrei über die Entschlossenheit der EU, Einleger in Zypern an den Kosten der Rettung zu beteiligen, haben sich die Rentenmärkte wieder beruhigt", fasse Michael Leister von der Commerzbank die Lage zusammen. Zwar bleibe die Nachfrage nach sicheren Häfen hoch, die Risikoaufschläge der Peripherieanleihen seien aber bereits wieder merklich gefallen. "Wie von uns erwartet, ist die Staatsschuldenkrise nicht wieder eskaliert."
"Die Ansteckungsgefahr und ein Übergreifen der Eurokrise spielte zum Wochenauftakt für die Anleger keine Rolle mehr", kommentiere Arne Hellwig von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. Nach dem ausgebliebenen Ansturm auf die Banken in Zypern habe der Druck auf die Bondmärkte deutlich nachgelassen. "Der Euro-Spuk ist vorbei", meine auch Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft. Zypern zeige, dass die Politiker in der Lage seien, Entscheidungen zu treffen. Er verweise auf Island, das ebenfalls Banken bankrott habe gehen lassen: "Das Land hat sich deutlich erholt, die Kreditkonditionen sind besser als für so manches Euro-Mitglied."
Das deutsche Rentenbarometer Euro-Bund-Future habe allerdings wieder zugelegt. "Zum ersten Mal in diesem Jahr konnte der Bund-Future die Marke von 146 Punkten nach oben durchbrechen", bemerke Arthur Brunner von ICF Kursmakler. Aktuell notiert er bei 145,93 Punkten, das Allzeithoch von 146,89 Punkten aus dem Juni 2012 sei somit nicht mehr weit. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen liege bei 1,24 Prozent und damit nochmals niedriger als vor dem langen Osterwochenende.
Und die großen Notenbanken würden an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten, wie in dieser Woche abermals deutlich geworden sei. Die EZB habe auf ihrer Sitzung am gestrigen Donnerstag den Leitzins von 0,75 Prozent bestätigt und Bereitschaft signalisiert, bei Bedarf zu reagieren. "Damit lassen sich die Währungshüter die Tür für eine Zinssenkung offen", erläutere Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Daneben habe die Bank von Japan ihre Geldpolitik abermals gelockert und angekündigt, noch stärker in japanische Staatsanleihen investieren zu wollen.
Auch im vierten Quartal würden die Südländer genügend Abnehmer für ihre Anleihen finden: Am gestrigen Donnerstag habe Spanien mit 4,307 Milliarden Euro deutlich mehr als das Maximalziel von 4 Milliarden Euro bei den Anlegern platzieren können, wie Brunner berichte. "Die Emission verteilte sich auf drei Anleihen mit Fälligkeit 2016, 2018 und 2021."
Daneben habe der Bund am Mittwoch fünfjährige Bundesobligationen auf den Markt gebracht. "Die Nachfrage war mit 1,9-facher Überzeichnung überdurchschnittlich hoch und die Rendite fiel gegenüber der vorherigen Auktion von 0,45 auf 0,33 Prozent." Trotz großer politischer und wirtschaftlicher Sorgen habe Frankreich ebenfalls keine Probleme, Staatsanleihen an den Mann oder die Frau zu bringen. "Frankreich konnte sich diese Woche so billig refinanzieren wie noch nie", erkläre Daniel.
Zyprische Staatsanleihen hätten diese Woche unterdessen wieder deutlich zugelegt, wie Brunner beobachtet habe. "Die 4,625 Prozent-Anleihe (ISIN XS0483954144 / WKN A1AS1P) mit Fälligkeit 2020 stieg von 57 in der letzten Woche auf 70 Prozent. Die Rendite fiel dadurch von 15,16 auf 11,124 Prozent." Auch andere Zypern-Papiere hätten zugelegt, etwa habe sich die 2015 fällige Anleihe (ISIN XS0554655505 / WKN A1A238) von unter 63 Prozent auf aktuell 77,50 Prozent verteuert.
Ungemach könnte nun von neuer Seite kommen: Brunner zufolge kämpfe die Regierung von Slowenien nämlich dagegen an, ein ähnliches Schicksal wie Zypern zu erleiden. Dem Bankensektor mache eine Immobilienblase zu schaffen, die die Not leidenden Kredite der Banken auf 20 Prozent des BIPs hätten ansteigen lassen. "Allerdings ist der Finanzierungsbedarf des Landes mit 1,5 Milliarden Euro relativ gering."
Im Bereich der Unternehmensanleihen seien Papiere (ISIN DE000A1A29T7 / WKN A1A29T) des Solarzulieferers 3W Power schon vor Ostern heftig unter Druck geraten - Auslöser seien die Zahlen für 2012 gewesen: Umsatz und Gewinn seien kräftig gesunken, vor allem aufgrund von Zahlungsverzögerungen eines Kunden, die im Zusammenhang mit der Zypernkrise stünden. Vor gut zwei Wochen habe die Anleihe noch um 100 Prozent notiert, aktuell seien es 73 Prozent, zwischenzeitlich habe der Kurs sogar unter 66 Prozent gelegen.
Durch vor- und nachösterliche Ruhe geprägt gewesen sei der Markt für Neuemissionen. Auf reges Interesse sei Hellwig zufolge eine Anleihe (ISIN XS0911405784 / WKN A1TM7T) des Essener Spezialchemiekonzerns Evonik mit Laufzeit bis 2020 und einer Verzinsung von 1,875 Prozent gestoßen. "Das Emissionsvolumen betrug 500 Millionen Euro bei einer kleinanlegerfreundlichen Stückelung von 1.000 Euro." Derzeit notiere die Anleihe bei 100,23 zu 100,37 Prozent. (05.04.2013/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,1945 € | 125,2722 € | -0,0777 € | -0,06% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie




