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Bund-Future entfernt sich von Rekordhoch
08.06.12 15:49
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach einer dramatischen Vorwoche ist in den vergangenen Tagen etwas Ruhe eingekehrt an den Kapitalmärkten: Aktienkurse legten - bis gestern - wieder zu, Renditen spanischer und italienischer Staatsanleihen gingen leicht zurück, Bundesanleihen verbilligten sich, so die Deutsche Börse AG.
Allerdings mache sich heute wieder Unsicherheit breit, wie Arthur Brunner von ICF Kursmakler erkläre. Der Grund: die Herabstufung Spaniens durch die Ratingagentur Fitch sowie schwache Exportzahlen Deutschlands.
Auf Wochensicht habe der richtungsweisende Euro-Bund-Future dennoch deutlich nachgegeben. Aktuell notiere er bei 143,78 Prozent - weit unter dem historischen Hoch von 146,89 Prozent in der vergangenen Woche. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen, die zuvor auf ein Rekordtief von 1,13 Prozent gefallen sei, liege zum Wochenschluss bei 1,30 Prozent.
"Die Entwicklung des Bund-Future ist derzeit stark davon geprägt, für wie wahrscheinlich die Einführung von Eurobonds gehalten wird", erkläre Dietmar Blum von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. Der jüngste Rückgang habe gezeigt, dass die Einführung nicht mehr ganz ausgeschlossen werde, und Eurobonds hätten den "Sicherheitsstatus" Deutschlands gefährdet. "Das hundertprozentige Nein von Angela Merkel wurde aus Sicht der Investoren zum fünfundsiebzigprozentigen."
"Ganz offensichtlich wird davon ausgegangen, dass die Politik den Ernst der Lage endlich begriffen hat und sich nun daran macht, einen so genannten Masterplan zu entwerfen", würden die Analysten der HSH Nordbank mit Blick auf die rückläufigen Risikoaufschläge für Peripherieländer meinen. Sie würden aber nicht unbedingt glauben, dass dies schon auf dem EU-Gipfel am 28. und 29. Juni gelingen werde. "Kurzfristig wird es darum gehen, mit jedem erdenklichen Ausgang der Wahlen in Griechenland richtig umzugehen und sich auch auf den Fall eines Ausstiegs des Landes so vorzubereiten, dass eine Ansteckung der anderen südeuropäischen Länder vermieden wird."
Die Notenbanken in Europa und den USA würden sich bislang gegen weitere Hilfen sperren: Die EZB habe sich am Mittwoch nicht zu einer erneuten Zinssenkung hinreißen lassen, US-Notenbankchef Ben Bernanke habe sich im Kongress am gestrigen Donnerstag ebenfalls nicht auf weitere Geldspritzen festlegen wollen. Ganz überraschend habe hingegen China agiert: Erstmals seit 2008 habe die chinesische Notenbank die Leitzinsen gesenkt. "Viele haben am Markt mit einer Zinssenkung der EZB gerechnet", kommentiere Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft. "Dabei ist schon zu viel Geld im Markt."
Spanien habe sich in dieser Woche problemlos Geld besorgen können. "Die zwei Milliarden Euro an mittel- und langfristigen Staatsanleihen wurden komplett platziert, und das zu deutlich niedrigeren Zinsen als dies im Vorfeld zu erwarten war", berichte Brunner. Auch die Nachfrage sei deutlich höher gewesen als bei der letzten Auktion. Dabei habe der spanische Finanzminister noch Anfang der Woche mit der Bemerkung schockiert, dass die Tür zu den Kapitalmärkten für sein Land momentan geschlossen sei. "So eine Aussage im Vorfeld einer Auktion trägt nicht gerade zur Beruhigung bei." Auch im Sekundärmarkthandel hätten sich spanische (ISIN ES00000121L2 / WKN A0T6KX), portugiesische (ISIN PTOTE1OE0019 / WKN 802606, ISIN PTOTEAOE0021 / WKN A0TWJE) und griechische Anleihen (ISIN GR0138014809 / WKN A1G1UV) erholt.
Trotz gelungener Neumission: Analysten und Händler seien nicht davon überzeugt, dass sich die Lage der Südländer verbessert habe. "Im Fall Spanien muss Hilfe von außen kommen", meine Daniel. Neben dem "griechischen Salat" stehe auf der europäischen Speisekarte nun auch die "versalzene Paella".
Im Bereich der Unternehmensanleihen sei in dieser durch den Feiertag am gestrigen Donnerstag geprägten Woche nicht viel los gewesen. "Die Umsätze waren dünn", meine Blum. Pünktlich zum Beginn der Fußball-Europameisterschaft am heutigen Freitag ende im Übrigen die Zeichnungsfrist für die Schalke-Anleihe, am Montag starte der Handel. Der Fußballverein biete einen Kupon von 6,75 Prozent bei einer Laufzeit von 7 Jahren, die Stückelung betrage 1.000 Euro.
Nicht nur Fußballfans kämen derzeit auf ihre Kosten, auch für Modeinteressierte gebe es eine neue Anlagemöglichkeit: Ab Montag könne eine Anleihe von Steilmann-Boecker Fashion Point (ISIN nicht bekannt/ WKN A1PGWZ) gezeichnet werden, die, wie das Schalke-Papier, im Entry Standard der Börse Frankfurt gehandelt werden solle. Der Kupon liege ebenfalls bei 6,75 Prozent, bei einer Laufzeit bis 2017. Auch hier sei die Stückelung mit 1.000 Euro privatanlegerfreundlich. Das Unternehmen mit 15 Standorten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz setze auf hochwertige Fremdlabels wie Tommy Hilfiger oder Marc O'Polo und konzerneigene Marken. Von der Creditreform gebe es das Rating BBB. (08.06.2012/alc/a/a)
Allerdings mache sich heute wieder Unsicherheit breit, wie Arthur Brunner von ICF Kursmakler erkläre. Der Grund: die Herabstufung Spaniens durch die Ratingagentur Fitch sowie schwache Exportzahlen Deutschlands.
Auf Wochensicht habe der richtungsweisende Euro-Bund-Future dennoch deutlich nachgegeben. Aktuell notiere er bei 143,78 Prozent - weit unter dem historischen Hoch von 146,89 Prozent in der vergangenen Woche. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen, die zuvor auf ein Rekordtief von 1,13 Prozent gefallen sei, liege zum Wochenschluss bei 1,30 Prozent.
"Die Entwicklung des Bund-Future ist derzeit stark davon geprägt, für wie wahrscheinlich die Einführung von Eurobonds gehalten wird", erkläre Dietmar Blum von der Hellwig Wertpapierhandelsbank. Der jüngste Rückgang habe gezeigt, dass die Einführung nicht mehr ganz ausgeschlossen werde, und Eurobonds hätten den "Sicherheitsstatus" Deutschlands gefährdet. "Das hundertprozentige Nein von Angela Merkel wurde aus Sicht der Investoren zum fünfundsiebzigprozentigen."
Die Notenbanken in Europa und den USA würden sich bislang gegen weitere Hilfen sperren: Die EZB habe sich am Mittwoch nicht zu einer erneuten Zinssenkung hinreißen lassen, US-Notenbankchef Ben Bernanke habe sich im Kongress am gestrigen Donnerstag ebenfalls nicht auf weitere Geldspritzen festlegen wollen. Ganz überraschend habe hingegen China agiert: Erstmals seit 2008 habe die chinesische Notenbank die Leitzinsen gesenkt. "Viele haben am Markt mit einer Zinssenkung der EZB gerechnet", kommentiere Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsgesellschaft. "Dabei ist schon zu viel Geld im Markt."
Spanien habe sich in dieser Woche problemlos Geld besorgen können. "Die zwei Milliarden Euro an mittel- und langfristigen Staatsanleihen wurden komplett platziert, und das zu deutlich niedrigeren Zinsen als dies im Vorfeld zu erwarten war", berichte Brunner. Auch die Nachfrage sei deutlich höher gewesen als bei der letzten Auktion. Dabei habe der spanische Finanzminister noch Anfang der Woche mit der Bemerkung schockiert, dass die Tür zu den Kapitalmärkten für sein Land momentan geschlossen sei. "So eine Aussage im Vorfeld einer Auktion trägt nicht gerade zur Beruhigung bei." Auch im Sekundärmarkthandel hätten sich spanische (ISIN ES00000121L2 / WKN A0T6KX), portugiesische (ISIN PTOTE1OE0019 / WKN 802606, ISIN PTOTEAOE0021 / WKN A0TWJE) und griechische Anleihen (ISIN GR0138014809 / WKN A1G1UV) erholt.
Trotz gelungener Neumission: Analysten und Händler seien nicht davon überzeugt, dass sich die Lage der Südländer verbessert habe. "Im Fall Spanien muss Hilfe von außen kommen", meine Daniel. Neben dem "griechischen Salat" stehe auf der europäischen Speisekarte nun auch die "versalzene Paella".
Im Bereich der Unternehmensanleihen sei in dieser durch den Feiertag am gestrigen Donnerstag geprägten Woche nicht viel los gewesen. "Die Umsätze waren dünn", meine Blum. Pünktlich zum Beginn der Fußball-Europameisterschaft am heutigen Freitag ende im Übrigen die Zeichnungsfrist für die Schalke-Anleihe, am Montag starte der Handel. Der Fußballverein biete einen Kupon von 6,75 Prozent bei einer Laufzeit von 7 Jahren, die Stückelung betrage 1.000 Euro.
Nicht nur Fußballfans kämen derzeit auf ihre Kosten, auch für Modeinteressierte gebe es eine neue Anlagemöglichkeit: Ab Montag könne eine Anleihe von Steilmann-Boecker Fashion Point (ISIN nicht bekannt/ WKN A1PGWZ) gezeichnet werden, die, wie das Schalke-Papier, im Entry Standard der Börse Frankfurt gehandelt werden solle. Der Kupon liege ebenfalls bei 6,75 Prozent, bei einer Laufzeit bis 2017. Auch hier sei die Stückelung mit 1.000 Euro privatanlegerfreundlich. Das Unternehmen mit 15 Standorten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz setze auf hochwertige Fremdlabels wie Tommy Hilfiger oder Marc O'Polo und konzerneigene Marken. Von der Creditreform gebe es das Rating BBB. (08.06.2012/alc/a/a)
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



