Brexit: Bank of England greift den britischen Banken unter die Arme


11.07.16 09:54
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Bank of England (BoE) trifft vor dem Hintergrund des Brexits Vorsorge gegen mögliche Engpässe bei der Kreditvergabe, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Dazu wolle die Zentralbank in London eine wichtige Regulierungsvorschrift für Banken zurücknehmen. Die BoE verzichte vorerst auf die Einführung eines sogenannten kontrazyklischen Kapitalpuffers von 0,5%. Nach bisheriger Planung wäre dieser Ende März 2017 in Kraft getreten. Sofern sich nichts ändern sollte, werde der Puffer nun mindestens bis Juni 2017 bei null bleiben. Mit einem Kapitalpuffer von mehr als null wären die Banken dagegen gezwungen gewesen, in konjunkturell guten Zeiten mehr Eigenkapital als Sicherheit für schwierigere Phasen aufzubauen.

Der Aufbau dieses Sicherheitspuffers werde damit zunächst auf die lange Bank geschoben, was wiederum - nach Überzeugung der BoE - direkte Auswirkungen auf die Möglichkeit der Banken zur Kreditvergabe habe. Um Überlappungen mit anderen Eigenkapitalanforderungen zu vermeiden, seien diese wegen des bislang geplanten Puffers angepasst worden. An diesen Anpassungen wolle man nun festhalten, so das Kalkül der BoE, obwohl der Puffer zurückgenommen worden sei.

"Das bedeutet, dass drei Viertel der Banken, die für 90% der Ausleihungen in der britischen Wirtschaft stehen, mit sofortiger Wirkung größere Flexibilität haben werden, um das Kreditangebot gegenüber der Realwirtschaft aufrecht zu erhalten", heiße es in dem Finanzstabilitätsbericht der Zentralbank. Demnach erhöhe der vorläufige Wegfall des Sicherheitspuffers die Ausleihungskapazität der britischen Banken um bis zu 150 Mrd. GBP. Die Maßnahmen seien vor dem Hintergrund des Brexit-Referendums zu sehen, aufgrund dessen die BoE eine erhebliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Großbritannien befürchte.

Darüber hinaus habe Notenbankchef Mark Carney vor Risiken für die Finanzmarktstabilität in Großbritannien gewarnt und auf das hohe Leistungsbilanzdefizit verwiesen, das im Gegenzug einen hohen Zufluss an ausländischem Kapital erforderlich mache. Es gebe aber nach Erkenntnissen der BoE schon jetzt Hinweise, dass sich dieser Zufluss bereits verlangsamt habe. Zudem hätten sich die Risikoprämien für britische Finanzanlagen erhöht. Weitere Risiken würden vom britischen Markt für Gewerbeimmobilien ausgehen, wo sich der Zufluss an ausländischem Kapital bereits im ersten Quartal, also noch vor dem Brexit-Votum, um 50% reduziert habe.

Nach dem britischen Referendum zugunsten eines Austritts aus der EU gebe es Anzeichen, dass das Land sein Heil in einer Steueroase suchen könnte. Durch die Etablierung eines Niedrigsteuerlandes sollten Firmen auf der Insel gehalten werden, was zum Verdruss der EU führen müsste.

So habe der britische Finanzminister George Osborne bereits drastische steuerliche Entlastungen für Unternehmen angekündigt, um sie zu einem Verbleib in Großbritannien bewegen zu können. Demnach solle die Körperschaftsteuer von derzeit 20% auf unter 15% gesenkt werden, schreibe die "Financial Times". Dieser Satz würde Großbritannien unter den großen Volkswirtschaften zum Steuerparadies machen. Wie groß die Verwirrung derzeit in London sei, zeige der Umstand, dass Osborne noch vor einigen Tagen allgemeine Steuererhöhungen angekündigt habe.

Das Chaos perfekt gemacht hätten ja in den vergangenen Tagen die Rückzüge von denen, die zuvor am lautesten für den Brexit getrommelt hätten. Boris Johnson und Nigel Farage seien offenbar zu feige gewesen, Verantwortung zu übernehmen. Einen konstruktiven Plan scheinen sie offenbar nicht zu haben, nur die Lust an der Verweigerung, so Stopp. Dies zeige auch, nebenbei bemerkt, dass Volksentscheide zu komplexen Themen die parlamentarische Demokratie kaum ersetzen könnten. Die Welt sei nun mal so vielschichtig geworden, dass viele Fragen nicht mit einem klaren Ja oder Nein zu beantworten seien, sondern der politisch ausbalancierte Kompromiss gesucht werden müsse.

Interessant sei auch, dass die Anwärter auf die Nachfolge von Premierminister David Cameron, Justizminister Michael Gove und die Tory-Abgeordnete Theresa May, mit den Austrittsgesprächen erst einmal würden warten wollen. Osborne dagegen wolle so schnell wie möglich zu neuen Beziehungen mit Europa kommen. Denn eins wisse er sicher: Die schwelende Unsicherheit müsse verringert werden, um Investoren und Handelspartnern jeglicher Art sowie den Märkten wieder Verlässlichkeit zurückzugeben. Ansonsten drohe die Gefahr einer sich unkontrolliert ausbreitenden Welle, die alles mitreiße, was sich ihr in den Weg stelle.

Die erste Auktion britischer Staatsanleihen nach dem Brexit-Referendum habe sich diese Woche einer regen Nachfrage erfreut - mit entsprechend niedriger Rendite. Die Versteigerung der festverzinslichen Papiere, die 1/2021 fällig würden, sei am Dienstag 1,8fach überzeichnet gewesen. Einem geplanten Emissionsvolumen von 2,5 Mrd. GBP habe eine Nachfrage von 4,492 Mrd. GBP gegenüber gestanden.

Bei der Versteigerung habe sich eine durchschnittliche Rendite von 0,379% errechnet. Dies bedeute, dass sich der britische Staat zu deutlich günstigeren Konditionen frisches Geld besorgen konnte, als dies zuletzt der Fall gewesen sei. Bei der vorangegangenen Auktion Anfang Juni habe die Rendite noch bei 0,863% gelegen. Noch deutlicher werde der Renditeverfall der britischen Gilts, wenn man die Auktionsergebnisse mit der Rendite vergleichbarer fünfjährigen deutschen Bundesobligationen vergleiche. Am 01.06.2016 habe die Bundesobligation Serie 173 mit -0,379% gegenüber +0,863 bei den fünfjährigen Gilts rentiert, was einen Renditeunterschied von 1,242 Prozentpunkten (PP) ergeben habe. Am 05.07.2016 habe dieser bei -0,59% gegenüber +0,377% nur noch 0,967 PP betragen, was innerhalb von fünf Wochen eine Einengung um 0,275 PP bedeutet habe.

Denn trotz oder sogar wegen des Brexit-Votums würden britische Staatsanleihen weiterhin als eine sichere Anlage gelten, die verstärkt am Markt nachgefragt würden. Und dies obwohl die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch die Bonität des Landes unmittelbar nach dem Brexit-Votum herabgestuft hätten.

In diesem Zusammenhang sei auch auf eine bis 3/2025 laufende britische Staatsanleihe (748136) verwiesen, die derzeit bei ca. 136,45% notiere und somit eine Rendite von ca. 0,67% abwerfe. Nicht zu unterschätzen sei hierbei die Devisenkursentwicklung.

Die einen würden weiter kräftig Schulden machen, die anderen würden bis zum Jahr 2020 die Staatsschulden auf 60% des Bruttoinlandsprodukts drücken wollen. Spanien und Portugal habe die EU-Kommission weitere drei Wochen zugestanden, um eine wirksame Begrenzung ihrer Haushaltsdefizite vorzustellen. Die Bundesrepublik Deutschland wolle hingegen bis zum Jahr 2020 mit der Senkung des Schuldenstandes auf 60% des BIPs wieder ein Maastricht-Stabilitätskriterium erreichen, was ihr zuletzt 2003 gelungen sei. Aufgrund der unerwartet guten Wirtschaftsentwicklung und den damit verbundenen höheren Steuereinnahmen könne das Ziel aber vielleicht schon 2019 erreicht werden.

Die Schuldensituation der Staaten spiegle sich auch in den Renditen der Staatsanleihen wider. Dabei gelte, je höher die Rendite, desto unsicherer sei das Papier. So würden deutsche, zehnjährige Staatsanleihen derzeit gar eine Minusrendite von ca. 0,179% abwerfen, während vergleichbare spanische auf 1,18% und portugiesischen Staatstitel sogar auf 3,04% kämen.

Die EU-Kommission habe festgestellt, dass Spanien und Portugal nicht entschieden genug gehandelt hätten, um ihre übermäßigen Defizite einzudämmen. Um Sanktionen abzuwenden, müssten nun beide Länder bis zum 27. Juli neue Vorschläge präsentieren. Noch im Mai habe die Kommission entschieden, Spanien und Portugal ein Jahr mehr Zeit zu geben, die Haushaltsdefizite zu reduzieren. Unter Druck von Staaten wie Deutschland, die auf Haushaltsdisziplin dringen würden, habe sie dann für Juli ihre abschließende Bewertung darüber angekündigt, ob Sanktionen verhängt würden.

Seit Einführung des Euro seien noch nie Sanktionen gegen ein Mitgliedsland wegen Verstößen gegen die Stabilitätsregeln verhängt worden. In der EU dürften die Staaten beim Haushaltsdefizit eigentlich die Grenze von 3% des BIPs nicht überschreiten. Außerdem sollte die gesamte Verschuldung unter 60% gehalten werden. Spanien sollte 2015 das Defizit auf 4,2% reduzieren, habe aber nur 5,1% geschafft. Portugal sei auf 4,4% gekommen, habe aber eine Reduzierung auf unter 3% zugesichert.

Unter den europäischen Banken gebe es eine ganze Reihe von Kreditinstituten, die als Problemkinder der Eurozone gelten würden. Entsprechend tief seien ihre Aktienkurse gefallen. Aber auch die Kurse der Anleihen von Banken, die sogenannten Financials, würden darunter leiden.

An erster Stelle seien hier die italienischen Geldhäuser zu nennen, deren faule Kredite sich mittlerweile auf ca. 360 Mrd. Euro angehäuft hätten. 17% aller ausstehenden Kredite der italienischen Institute würden als notleidend gelten. Besonders drastisch sei die Situation bei dem Traditionshaus Banca Monte dei Paschi, das der EZB bis 3. Oktober einen Plan vorlegen müsse, wie es seine Problemkredite bis 2018 um 40% abbauen wolle.

Doch auch in Deutschland gebe es mit der Deutschen Bank ein Institut, das massiv an Glaubwürdigkeit und Wert verloren habe. Seit Jahresbeginn sei der Aktienkurs des größten Geldhauses des Landes um rund 45% gefallen. Außerdem sei die Deutsche Bank vergangene Woche zum zweiten Mal in Folge beim Stresstest der US-Notenbank FED durchgefallen. Darüber hinaus habe der Internationale Währungsfonds (IWF) das Institut zum größten Risiko für das globale Finanzsystem gekürt. Zu guter Letzt drohe jetzt auch noch der "Fast Exit" aus dem STOXX Europe 50.

Insgesamt sei der Markt für Financials vor diesem Hintergrund schwer gebeutelt. Dennoch gebe es Anleger, die bei dem derzeitigen Kursniveau bei Financials selektiv zugreifen würden, weil sich durch die niedrigen Kurse die Renditen erhöht hätten. Anleger sollten sich allerdings stets des erhöhten Risikos bei einem solchen Investment bewusst sein.

So rentiere eine Anleihe der Deutschen Bank mit Laufzeit 3/2025 bei einem Kursniveau von 96,70% mit ca. 1,53%. Eine Nachranganleihe desselben Instituts (ISIN DE000DL40SR8 / WKN DL40SR), die 5/2026 fällig werde, komme gar auf eine Rendite von ca. 5,30%. Allerdings sei hier auch das Risiko wegen des nachrangigen Charakters nochmals deutlich höher. Eine Nachranganleihe der Commerzbank mit Fälligkeit 3/2026 weise einen Kurs von 102,90% auf und bringe es auf eine Rendite von rund 3,63%.

Die vergangenen Handelstage seien von Unsicherheiten und erhöhten Volatilitäten quer durch alle Assetklassen geprägt gewesen. Somit sei es nicht verwunderlich gewesen, dass ein Primärmarkt für Corporate Bonds nicht wirklich existent gewesen sei. Doch alles habe ein Ende und so sei es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sich der erste Daueremittent dem Votum der Investoren stellen würde.

Die Deutsche Bahn AG, die sonst eher durch Verspätungen auf sich aufmerksam mache, sei in diesem Fall unerwartet schnell und erfolgreich am Kapitalmarkt in Erscheinung getreten. So habe das Unternehmen durch die Emission einer 15-jährigen Anleihe (ISIN XS1441837546 / WKN A183V0) insgesamt 750 Mio. Euro aufnehmen können. Der Investor erhalte eine jährliche Verzinsung in Höhe von 0,875% bis zum Laufzeitende am 11.07.2031. Gepreist worden sei der Bond mit +26 bps über Mid Swap, was einem Ausgabepreis von 99,095% entsprochen habe. Die von der Bahn hierbei gewählte Mindeststückelung von 1.000 Euro werde sicherlich auch bei Privatanlegern für Nachfrage sorgen.

Die historisch günstigen Zinsen für sich genutzt habe auch das in der Erdöl- und Raffineriesparte tätige französische Unternehmen Total Capital SA und habe einen Doppelpack an neuen Bonds im Gesamtvolumen 2,75 Mrd. Euro aufgelegt. Bei der ersten Anleihe (ISIN XS1443997223 / WKN A1830Q) handle es sich um eine siebenjährige Anleihe im Umfang von 1,25 Mrd. Euro. Der Anleger erhalte 0,25% p.a. Verzinsung bis zur Fälligkeit am 12.07.2023. Das Pricing sei mit +28 bps über Mid Swap erfolgt und somit habe der Reoffer bei 99,806% gelegen. Der zweite 12-jährige Bond (ISIN XS1443997819 / WKN A1830R) sei 1,5 Mrd. Euro schwer und biete eine jährliche Verzinsung in Höhe von 0,75% bis zum Ende der Laufzeit am 12.07.2028. Der Ausgabepreis habe bei 98,728% (+43 bps über Mid Swap) gelegen. Total Capital habe sich bei beiden Anleihen für die Mindestanlagesumme von 100.000 Euro entschieden.

Habe man das am 24. Juni, dem Brexit-Tag, erreichte - bisherige - Allzeithoch beim Euro-Bund-Future (168,86%) noch mit "Panik" zu erklären versucht, so werde auch am Kapitalmarkt deutlich, wie anpassungsfähig der Mensch geworden sei. Gemäß dem Motto: "Wenn es nicht mehr nach unten geht, dann geht es halt nach oben", sei dieses Niveau erneut ins Visier genommen worden. In kleinen, mühsamen Schritten habe man sich diesem bisherigen Gipfel bis auf 0,75 Prozentpunkte angenähert. Sollte diese einzige Widerstandslinie nochmals getestet werden, so würde sich eine Rendite für die zugrundeliegende zehnjährige Bundesanleihe von ca. -0,30% ergeben. Solche Aussagen hätten noch vor Wochen ungläubiges Kopfschütteln erzeugt, aber jetzt ernte man dafür nur noch ein gleichgültiges Achselzucken.

Man scheine sich mit diesen Marktgegebenheiten abgefunden zu haben und das sei bereits der erste Hinweis auf eine überfällige Korrektur. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) habe mit ihren Interventionen alle Mechanismen eines funktionierenden Rentenmarktes außer Kraft gesetzt und lasse nichts Gutes für die nächsten Wochen und Monate erahnen. Zu groß seien inzwischen wieder die Renditeunterschiede in der Eurozone, die zwar sicherlich zu begründen seien, aber dennoch nicht zu den bisherigen Aussagen der europäischen Notenbanker passen würden. Entweder seien im Falle einer umfassenden Garantie seitens der EZB die Renditen für verschiedene Staaten der Peripherie zu hoch oder die von anderen Ländern bereits zu tief. Der Markt messe also mit zweierlei Maß. Das werde sich erst dann ändern, wenn man nicht mehr das mache, was die anderen auch machen würden, nämlich aus Furcht vor Verlusten in anderen Assetklassen, die Anleihen von vermeintlich sicheren Emittenten zu kaufen.

Die Charttechnik habe aber neben dem Jahreshoch auch noch Unterstützungslinien zu bieten. So würden sich aktuell bei ca. 166,90% (mehrere Hochs im Juni) und bei 165,61% (mehrere Hochs/Tiefs im Juni) zwei Bereiche ergeben, die im Falle eines Schwächeanfalls des Rentenbarometers für Linderung sorgen sollten. Aktuell handle der Euro-Bund-Future bei 167,67%.

Nach dem GB-Schock werde auch am Primärmarkt für Staatsanleihen wieder zur Tagesordnung übergegangen. Neben den Fußball-EM-Halbfinalisten Deutschland und Frankreich hätten sich auch Österreich und Spanien zur Aufstockung diverser Altemissionen entschieden. Insgesamt würden dadurch ca. 20 Mrd. Euro den entsprechenden Staatshaushalten zur Verfügung stehen. Den kleinsten Teil davon nehme Österreich mit den Anleihen (ISIN AT0000A1K9C8 / WKN A18X6P/ 2026 und ISIN AT0000383864 / WKN 193811/ 2027) auf. Jeweils vier Anleihen würden Frankreich (ISIN FR0013131877 / WKN A18YPD/ 2026, ISIN FR0012993103 / WKN A1Z7JJ/ 2031; ISIN FR0013154044 / WKN A18Z4K/ 2036; ISIN FR0010773192 / WKN A1AJL2/ 2041) und Spanien (ISIN ES00000128B8 / WKN A18YPG/ 2021; ISIN ES00000126A4 / WKN A1ZJHS/ 2024; ISIN ES00000122E5 / WKN A1ATVW/ 2025; ISIN ES00000127A2 / WKN A1ZXQ6/ 2030) aufstocken.

In Deutschland hingegen seien die Emissionsvolumen von lediglich zwei Anleihen mit sehr unterschiedlichen Laufzeiten erhöht worden. Zum einen sei die inflationsindexierte Anleihe (ISIN DE0001030575 / WKN 103057), die erst 2046 endfällig werde um 500 Mio. Euro auf insgesamt 4,5 Mrd. Euro aufgestockt worden. Die Zuteilung der technisch unterzeichneten Anleihe sei bei einer realen Durchschnittsrendite von -0,76% erfolgt. Zum anderen hätten sich die um 4 Mrd. Euro aufgestockten zweijährigen Bundesschatzanweisungen (ISIN DE0001104644 / WKN 110464) reger Nachfrage erfreut und somit bei einer Durchschnittsrendite von -0,69% zugeteilt werden können.

In den USA seien in der feiertagsbedingt verkürzten Handelswoche lediglich Geldmarktpapiere im Gegenwert von 108 Mrd. USD mit den üblichen Fälligkeiten (vier Wochen sowie drei und sechs Monate) aufgelegt worden.

Die Raumsonde "Juno" habe nach fünf Jahren und rund 2,8 Milliarden Kilometern den Jupiter-Orbit erreicht, also lasse sich in diesem Fall feststellen: Mission geglückt. Nun solle "Juno" den größten Planeten des Sonnensystems zwei Jahre erkunden und neue Erkenntnisse liefern.

Mit Blick auf den Devisenmarkt lasse sich zwei Wochen nach dem Brexit-Votum konstatieren: Mission failed. Nach dem ersten Schock über das UK-Referendum schien sich das Börsengeschehen halbwegs zu normalisieren, jedoch weit gefehlt, so Stopp. Die zunehmende Unsicherheit sorge weiterhin für beachtliche Kursveränderungen. So habe es das Pfund-Sterling geschafft, seine Verluste zum US-Dollar im Vergleich zur Vorwoche nochmals auszuweiten und sei auf den tiefsten Stand seit über 31 Jahren gefallen. Die britische Währung habe zeitweise nur noch 1,2796 USD gekostet. Im Vergleich zum Euro befinde sich das Pfund gleichermaßen auf Talfahrt. So habe sich die Währung Großbritanniens bis auf 0,86274 GBP verbilligt und damit so schwach wie zuletzt im August 2013 gehandelt.

Die europäische Gemeinschaftswährung habe im aktuellen Marktumfeld ebenfalls einen schweren Stand. Zum Auftakt in die neue Woche habe sich der Euro noch relativ freundlich bei 1,1186 USD gezeigt. Im weiteren Handelsverlauf sei die Einheitswährung jedoch unter Druck geraten und bis auf 1,1029 USD abgerutscht. Zur Stunde handle der Euro wieder etwas fester bei 1,1075 USD.

Ein schwieriges Marktumfeld berge sowohl Risiken als auch Chancen. Privatanleger seien somit bestrebt das Risiko zu streuen, wofür Währungsanleihen ein probates Mittel seien. So seien in dieser Berichtswoche insbesondere Bonds auf Türkische Lira, Südafrikanische Rand, Russische Rubel, US-Dollar sowie Brasilianische Real auf den Listen der meistgehandelten Anleihen zu finden gewesen.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 07.07.2016) (11.07.2016/alc/a/a)





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